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Bei drei guten Torhütern sind meist zwei zu viel

Der Wettstreit von Halak, Greiss und Berube um den Torhüterposten bei Islanders sorgt weiter für Diskussionen

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Bereits im vergangenen Jahr gab es häufiger Diskussionen im Umfeld der New York Islanders, weil diese sich drei erstklassige Torhüter leisten. Neben Jaroslav Halak, der eigentlichen Nummer 1, die bis 2018 unter Vertrag steht, sind dies noch der Deutsche Thomas Greiss und Jean-Francois Berube.

Als Halak im Frühjahr länger ausfiel, schien sich das Management um General Manager Garth Snow bestätigt zu fühlen. Doch spätestens zum Saisonausklang kam erneut Missstimmung auf, als Halak das System seines Arbeitgebers mit drei Torhütern öffentlich kritisierte.

Viele erwarteten, dass der auslaufende Vertrag mit Berube im Sommer nicht verlängert werden würde. Denkste! Snow sicherte sich weiterhin dessen Dienste für ein Jahr, womit Berubes und Greiss Verträge gleichzeitig im kommenden Sommer enden werden, doch der Kanadier bleibt mit 25 Jahren restricted Free Agent im Gegensatz zum Deutschen.

Allan Walsh, der Halak und Berube als Agent vertritt, goss zuletzt erneut Feuer ins Öl, als er über Twitter das System kritisierte. Er stellte an den Pranger, dass dadurch wichtige Trainingszeit für seine Kunden zu kurz käme.

Trainer Jack Capuano wollte sich diesen Schuh nicht anziehen und verwies gegenüber der Presse an den General Manager. Trotzdem ist er ein Befürworter des Systems, wie er gegenüber Newsday kürzlich erklärte.

"Es ist gut für uns", sagte Capuano. "Wir schätzen es einfach die drei Torhüter zu haben. Es ist keine gute Situation für Berube. Er möchte natürlich spielen und er wird seine Möglichkeiten erhalten."

Dem Vernehmen nach wollen es die Islanders vermeiden Berube als 25-jähriges Talent ins Farmteam der AHL zu schicken, weil er dann auf die Waiverliste gesetzt werden würde, wo ihn ein anderes Team verpflichten könnte.

Andere Quellen berichten, dass die Islanders nicht abgeneigt wären, Halak abzugeben, wenn das richtige Angebot käme. Die Intension ist klar, denn dieser kostet mit 4,5 Millionen US-Dollar Jahresgehalt drei Millionen mehr als Greiss, der aber in der Leistung dem Slowaken kaum nachsteht.

Halak erreichte bisher zwei Siege und drei Niederlagen bei einem Gegentorschnitt von 3,04 und 90,1 Prozent Fangquote. Greiss kommt auf zwei Siege und zwei Niederlagen mit einem Gegentorschnitt von 2,28 und 92,5 Prozent Fangquote.

Beide Schlussmänner betonen in den Gesprächen stets, dass sie ein gutes Verhältnis zueinander haben und sich gegenseitig schätzen. Die Konkurrenzsituation ist trotzdem ohne Zweifel vorhanden.

Mit Spannung ist zu beobachten, wie die Situation auf Long Island weitergeht und wie die Verantwortlichen die brisante Angelegenheit lösen und in der Waage halten. Gerade für Greiss ist zu hoffen, dass er als Sieger hervorgeht. Auftritte wie zuletzt gegen die Toronto Maple Leafs mit 33 Saves und nur einem Gegentor helfen dabei natürlich

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