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Frederik Andersen bei den Leafs in der Kritik

Nach zu Saisonbeginn eher dürftigen Torhüterleistungen diskutiert man in Toronto erneut über die Nr.1

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Für die Toronto Maple Leafs zu spielen, das war schon immer etwas ganz Besonderes. Toronto lebt den Eishockeysport wie wohl kaum eine andere Stadt auf der Welt. Besichtigt man sie, dann prägt das Logo der Maple Leafs das Stadtbild an nahezu jeder Ecke.
Im Gegensatz zu vielen anderen NHL-Metropolen kann man dem Sport in dieser Stadt einfach nicht entgehen, selbst wenn man wollte.

Die Leafs sind Toronto, so wie Toronto eben auch gleichzeitig die Leafs ist. Hier ist Eishockey Tagesgespräch wie hierzulande die Bundesliga im Ruhrgebiet. Eishockey ist dort ein extrem wichtiger Bestandteil des Alltags vieler Bürger. Das kann im Erfolgsfall natürlich herausragend toll sein, birgt aber natürlich auch gewisse Risiken oder gar Gefahren, wenn es eben nicht so läuft wie erwartet.
Diese Erfahrung macht aktuell auch Leafs-Torhüter Frederik Andersen, der nach einem eher schwachen Saisonstart mit viel Kritik konfrontiert wird.

Und auch wenn er selber das Ganze noch kleinzureden versucht, insgeheim steht er in den Augen vieler Leafs-Fans bereits im Kreuzfeuer der Kritik: "Es ist derzeit mehr ein mentales Problem als ein Körperliches" sagte er jüngst zu den Kollegen von TSN. "Man muss weiter hart arbeiten."

Auch sein Trainer Mike Babcock stärkt ihm aktuell in der Öffentlichkeit noch demonstrativ den Rücken: "Wenn man seine Statistiken der letzten Jahre so betrachtet, dann sind seine aktuellen Zahlen bei uns einfach andere bisher. Wir arbeiten also daran, dass er das gezeigte Level wieder erreichen kann" erklärte er dort. "Man verlernt ja nicht so einfach Dinge die man schon einmal wirklich gut gemacht hat."

Babcock äußerte zudem jüngst Gedanken, dass die Schwierigkeiten auch mit dem Wechsel aus Anaheim in die Eishockeymetropole Toronto zu begründen sein könnten. "Das ist eben ein wirklich großer Eishockeymarkt hier, wohl der größte der Welt. Hier gibt es die meisten Fans, das größte Medieninteresse, und die Leute lieben die Leafs einfach, auch wenn man das nicht immer so einfach glauben kann, wenn so viel kritisiert wird am Team."
Auch Andersen wollte gegenüber TSN aktuell noch keinerlei Entschuldigungen ins Feld führen: "Überall hat man auch mal schlechte Tage, härtere Zeiten. Man muss sich da durchkämpfen, sich dann neu beweisen."

Babcock ging bei den Kollegen zudem noch einmal auf die Frage ein, warum er seinen Torwart am, Dienstag nicht vorzeitig aus dem Spiel nahm: "Ich wollte ihm die Gelegenheit geben sich da durchzubeißen, sich vor seinen Mannschaftskameraden zu beweisen."

Auch sein Vorgänger James Reimer, der zuletzt selber sechs Jahre das Trikot der Leafs trug, bevor er im Sommer dann über San Jose in Richtung Florida weiterzog, hat sich inzwischen öffentlich in die Diskussion um seinen Nachfolger in Toronto eingemischt:

"Die Leute können jubeln oder buhen, das ist ihre Sache. Es kommt auch nicht wirklich darauf an. Man muss sich auf das konzentrieren was man beeinflussen kann. So habe ich das jedenfalls immer gehalten dort" sagte er.
"In Toronto hat es mir großen Spaß gemacht. Da ist immer etwas los. Es ist immer sehr aufregend da. Ich kenne mich zwar nicht im Detail mit den aktuellen Entwicklungen dort aus, aber ich denke, dass Andersen ein toller Torhüter ist. Ich bin mir sicher, dass für ihn nun auch wieder bessere Zeiten kommen werden."

Ob er Recht hat, das werden uns allen erst die nächsten Spiele der Leafs zeigen.

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