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Ben Bishop kann es noch

Der Neuzugang der Los Angeles Kings überzeugt sportlich und sichert seinem Team einen wichtigen Sieg

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Was der Sieg der Los Angeles Kings am gestrigen Abend am Ende noch wert gewesen sein wird, das muss erst einmal noch abgewartet werden. Jedenfalls war das 5:2 der Kalifornier gegen die Franchise aus Kanada in der aktuellen Lage erst einmal dringend notwendig um die letzten Playoff-Chancen des Titelträgers aus 2012 und 2014 auch für die nächsten Tage weiterhin aufrecht zu erhalten.

Nach den zeitglich kurz davor gelungenen Siegen für die Teams aus Nashville und St. Louis standen die Kings nämlich bereits mächtig unter Druck, noch bevor deren eigenes Heimspiel am Abend aufgrund der Zeitverschiebung überhaupt einmal so richtig begonnen hatte.

Und sportlich lief es zunächst alles andere als wunschgemäß für die Gastgeber. Nach dem ersten Drittel stand es zur Verwunderung der Betrachter in der Halle nämlich plötzlich 2:1 für die Jets. Die Kings wirkten in der Startphase des Spiels überaus angespannt, wenig überzeugend in der Offensive.

Video: LAK@CGY: Bishop stoppt Gaudreau bei 2-gegen-1 Konter

Dies änderte sich jedoch mit Beginn des Mitteldrittels. Von hier an dominierten die Jungs aus Los Angeles den Gegner überaus deutlich. Die entsprechenden Tore ließen dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Am Ende stand es 5:2 für die Hausherren, was für große Erleichterung bei allen Kings-Verantwortlichen sorgte.

Besonders groß dürfte die Freude jedoch mit Sicherheit auch bei Torhüter Ben Bishop gewesen sein. Der Hüne, der in seinen ersten drei Starts für die neue Franchise seit dem Trade aus Tampa Bay kürzlich noch immer sieglos geblieben war, konnte endlich den ersten doppelten Punktgewinn mit den Kings einfahren.

Seinen Coach, Darryl Sutter, schienen die Fragen nach seiner Torhüterentscheidung des Abends nach dem Spiel trotzdem irgendwie zu verwundern. "Ich habe es doch schon gesagt als wir ihn kürzlich verpflichtet haben. Er hat unser vollstes Vertrauen. Und zudem hatte er auch gegen Winnipeg eine persönlich gute Bilanz. Warum also sollten wir Jonathan Quick nicht auch einmal eine Pause gönnen?"

Drew Doughty, Marian Gaborik und Anze Kopitar trafen jeweils an diesem Abend für sein Team, und sie erzielten zudem allesamt auch einen Assist-Punkt, was die Arbeit von Bishop erleichterte. So können die Kings also auch weiterhin zumindest von der KO-Phase träumen, auch wenn sie nach wie vor wenig wahrscheinlich erscheint für das zuletzt so wankelmütige Starensemble aus Kalifornien

19 Rettungstaten standen für Bishop am Ende in der Statistik. Kein wirklich herausragender Wert. Einige tolle Paraden waren trotzdem darunter.

Richtig erleichtert konnte der Goalie aber auch erst kurz vor dem Spiel-Ende sein.

 Marian Gaborik brachte die Gastgeber nämlich erst in der 43. Minute erstmals in Führung. Sicher war der Erfolg also erst nach den weiteren Treffern wenige Minuten später.

Vier Treffer der Kings fielen an diesem Abend durch die sogenannten Special-Teams, darunter eben auch vier Tore in numerischer Überzahl. Dies gelang der Franchise zuletzt einmal im Jahre 2012 gegen die San Jose Sharks.

"Nach so einem Spiel versucht man erst einmal möglichst viel davon zu konservieren" räumte Kopitar danach ein. "Zuletzt wollte es ja nicht so wirklich gut laufen. Jetzt wollen wir daraus natürlich neues Selbstvertrauen für uns schöpfen." Das zuletzt so selten gewordene Gefühl eines Erfolges in der besten Eishockeyliga der Welt dürfte auch Ben Bishop neuen Mut verleihen.

Ob es für ihn und sein Team in diesem Frühjahr noch zum Erreichen der Playoffs reichen wird, darüber lässt sich nun auch nicht viel mehr sagen als noch vor dem Spiel. Doch fest steht seit heute, dass Goalie Bishop auch im Kasten der Kings siegreich vom Eis gehen kann. Eine Erkenntnis die nicht nur dem Torhüter selber, sondern auch seinen Teamkameraden neuen Mut fassen lassen dürfte. Coach Sutter hatte mit seiner mutigen Torhüterentscheidung zudem auch Recht behalten. Das Risiko hat sich am Ende für alle irgendwie bezahlt gemacht. Zumindest für alle, die es mit den Kings halten.

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