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Top 10 der besten Torhüter aller Zeiten

von Bernd Roesch / NHL.com

Wer sind die besten NHL-Spieler aller Zeiten? Wir von NHL.com/de versuchen uns an einer Antwort und präsentieren in fünf Folgen unsere Top 10 für die einzelnen Positionen.

Fünfte Folge: Die Torhüter

1. Jacques Plante

Mit dem am 17. Januar 1929 in Notre-Dame-du-Mont-Carmel, Quebec geborenen Plante führt ein Schlussmann das Ranking der besten Torhüter aller Zeiten an, der die letzten Jahre seines Lebens in der Schweiz verbracht hat und dort auch begraben wurde. Plante, der sein NHL Debüt in der Saison 1952/53 bei den Montreal Canadiens gab, revolutionierte das Torwartspiel. Er war der erste Schlussmann, der seinen Kasten verließ, er war der erste Torwart, der eine Kunststoffmaske trug und er war 1962 der erst dritte Torhüter, dem die Hart Memorial Trophy als wertvollster Spieler der Liga überreicht wurde. Mit den Canadiens gewann Plante sechsmal den Stanley Cup (1953, 1956, 1957, 1958, 1959, 1960) und gleich siebenmal räumte er die Vezina Trophy (55/56, 56/57, 57/58, 58/59, 59/60, 61/62, 68/69) als bester Torwart der NHL ab. Nachdem er von 1963 bis 1965 zwei Jahre für die New York Rangers im Kasten gestanden hatte, erklärte Plante seinen Rücktritt, kehrte aber nach einer Pause von drei Jahren für die St. Louis Blues wieder in die NHL zurück. Nach zwei weiteren Stationen in Toronto und Boston beendete er 1972/73 seine NHL-Laufbahn.

NHL-Karriere: 837 Spiele, 437-246-145, GAA 2,38, 82 Shutouts

Vereine: Montreal Canadiens, New York Rangers, St. Louis Blues, Toronto Maple Leafs, Boston Bruins

2. Patrick Roy

Wie Plante war auch Roy wegweisend für nach ihm folgende Torhüter. Der jetzige Headcoach der Colorado Avalanche perfektionierte das Torwartspiel durch seine Beweglichkeit und Dynamik. Auch Roy startete seine NHL-Karriere bei den Canadiens mit denen er zweimal den Stanley Cup (1986, 1993) gewinnen konnte. Nach seinem Wechsel zu den Avalanche wiederholte er diese Triumphe in den Jahren 1996 und 2001. Elfmal nahm Roy an einem NHL All-Star Game teil (87/88, 89/90, 90/91, 91/92, 92/93, 93/94, 96/97, 97/98, 00/01, 01/02, 02/03), dreimal wurde er als bester Torwart der regulären Saison ausgezeichnet (88/89, 89/90, 91/92) und dreimal bekam er die Conn Smythe Trophy als MVP der Playoffs (1986, 1993, 2001). Mit 151 Playoffsiegen liegt Roy in der Ewigkeitsliste der NHL ganz vorne.

NHL-Karriere: 1029 Spiele, 551-315-131, GAA 2,54, 66 Shutouts

Vereine: Montreal Canadiens, Colorado Avalanche

3. Terry Sawchuk

Sawchuk war ein Torwart der scheinbar keine Schmerzen kannte. Wenn es darum ging seine Detroit Red Wings zu Siegen und Titel zu verhelfen, dann ließ sich Sawchuk, der am 28.Dezember 1929 in Winnipeg geboren wurde, auch nicht von Verletzungen davon abhalten sich in den Kasten zu stellen. Während seiner 21-jährigen NHL-Karriere, zu deren Beginn er die Calder Trophy (1951) als bester Rookie in Empfang nehmen durfte, konnte Sawchuk dreimal den Detroit Red Wings zu einem Stanley Cup Titel (1952, 1954, 1955) verhelfen. Im weiteren Verlauf seiner Karriere wurde er noch ein weiteres Mal mit den Toronto Maple Leafs Stanley Cup Champion (1967). Viermal wurde er mit der Vezina Trophy (51/52, 52/53, 54/55, 64/65) ausgezeichnet. Sawchuk verstarb am 31. Mai 1970 im Alter von 40 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt führte Sawchuk mit 103 Shutouts die Bestenliste der NHL an.

NHL-Karriere: 971 Spiele, 447-330-172, GAA 2,51, 103 Shutouts

Vereine: Detroit Red Wings, Boston Bruins, Toronto Maple Leafs, Los Angeles Kings, New York Rangers

4. Glenn Hall

Hall legte einen Traumstart in der NHL hin. Gleich bei seinen ersten sechs Auftritten für die Red Wings in der Saison 1952/53 kam er auf einen Gegentrefferschnitt von 1,67. Zwei Jahre sollte es noch dauern bis er im Alter von 24 Jahren in Detroit die Position als Stammtorwart inne hatte. In 70 Partien gelangen ihm 1955/56 zwölf Shutouts und er bekam die Calder Trophy überreicht. Zwischen 1955 und 1962 bestritt Hall 502 Spiele in Folge. Dreimal gewann er die Vezina Trophy (62/63, 66/67, 68/69) und einmal die Conn Smythe (1968). Zu seinen einzigen Stanley Cup Titel kam Hall, der insgesamt elfmal ins All-Star Team berufen wurde, mit den Chicago Black Hawks (1961).

NHL-Karriere: 906 Spiele, 407-326-163, GAA 2,49, 84 Shutouts

Vereine: Detroit Red Wings, Chicago Black Hawks, St. Louis Blues

5. Kenneth Dryden

Kurz aber erfolgreich. Nur acht Jahre dauerte die NHL-Karriere des 1,93m großen Torwarts der Montreal Canadiens, doch in dieser Zeit konnte Dryden Titel wie kein anderer einheimsen. In den Playoffs 1971 wurde er zum Stammtorwart der Canadiens und gewann postwendend den Stanley Cup und die Conn Smythe Trophy. In der Folgesaison wurde er als bester Rookie der Liga (71/72) ausgezeichnet. Dryden stand bei weiteren fünf Stanley Cup Titeln (1973, 1976, 1977, 1978, 1979) der Canadiens im Tor und wurde fünfmal zum Besten Torwart der NHL ernannt (72/73, 75/76, 76/77, 77/78, 78/79). Nach der Spielzeit 1972/73 beendete Dryden seine Sportlerlaufbahn und machte Karriere als Autor und kanadischer Politiker.

NHL-Karriere: 397 Spiele, 258-57-74, GAA 2,24, 46 Shutouts

Vereine: Montreal Canadiens

6. Bill Durnan

Zur Phalanx der hervorragenden Torhüter, die die Montreal Canadiens im Laufe ihrer ruhmreichen Geschichte hervorgebracht haben, gehörte auch der am 22. Januar 1916 in Toronto geborene Durnan. Seine Zeit waren die 40er. Während der sieben Jahre, die er für die Canadiens aktiv war, wurde er sechsmal ins All-Star Team berufen und mit der Vezina Trophy ausgezeichnet (43/44, 44/45, 45/46, 46/47, 48/49, 49/50). In den Jahren 1944 und 1946 gewann er mit den Canadiens den Stanley Cup. Seine ersten vier NHL-Spielzeiten konnte Durnan jeweils als Torwart mit den meisten Siegen abschließen. Augenfällig waren nicht nur seine überragenden Leistungen sondern auch seine Ausrüstung. Durnan zog anstatt eines Blockers einen zweiten Handschuh an, wodurch er blitzschnell seinen Schläger von der einen in die andere Hand wechseln konnte. Über 60 Jahre lang, bis zur Saison 2003/04, hielt Durnan mit 309:21 Minuten ohne Gegentor einen NHL-Rekord.

NHL-Karriere: 383 Spiele, 208-112-62, GAA 2,36, 34 Shutouts

Vereine: Montreal Canadiens

7. Dominik Hasek

In den Bestenlisten der NHL-Statistik ist Hasek nirgends ganz vorne zu finden, doch ihm zuzusehen war immer eine Freude. Die tschechische Torwartlegende hatte seinen ganz eigenen Stil entwickelt gegnerische Angreifer zur Verzweiflung zu bringen. Wenn es wild vor seinem Kasten herging, ließ der am 29.1.1965 in Pardubice geborene Ausnahmeschlussmann gerne seinen Schläger fallen und wehrte den einen oder anderen Puck in Fußballtorwartmanier ab. Seine spektakulären Paraden waren einmalig. Als einziger Torwart in der NHL Historie konnte Hasek, der die meiste Zeit seiner Karriere für die Buffalo Sabres aktiv war, zweimal die Hart Trophy gewinnen (96/97, 97/98). Gleich sechsmal durfte er die Vezina Trophy (93/94, 94/95, 96/97, 97/98, 98/99, 00/01) in Empfang nehmen. Nachdem Hasek 2002 mit den Detroit Red Wings einen Stanley Cup Triumph feiern konnte, erklärte er seinen NHL-Rücktritt, doch schon nach einem Jahr in seiner Heimat Tschechien zog es ihn zurück nach Nordamerika, wo er mit den Red Wings 2008 noch ein zweites Mal den Cup gewann.

NHL-Karriere: 735 Spiele, 389-223-82-13, GAA 2,20, 81 Shutouts

Vereine: Chicago Blackhawks, Buffalo Sabres, Detroit Red Wings, Ottawa Senators

8. Martin Brodeur

Kein anderer Torwart hat in der NHL mehr Saisonspiele gewonnen als Brodeur (691). Kein anderer Torwart hielt öfters seinen Kasten sauber als Brodeur (125). Kein anderer Torwart hat mehr NHL-Spiele bestritten als der aus Montreal stammende Erstrundendraftpick der New Jersey Devils vom NHL Draft 1990 (1.470). Kein anderer Torhüter außer Brodeur konnte zwölf Spielzeiten in Folge 30 oder mehr Siege einfahren und keinem anderen Schlussmann gelangen in der NHL drei Tore. Brodeur wurde dreimal mit den Devils Stanley Cup Champion (1995, 2000, 2003), er gewann die Calder Trophy (93/94), viermal die Vezina Trophy (02/03, 03/04, 06/07, 07/08) und wurde während seiner Karriere, die er nach der Spielzeit 2014/15 beendete, siebenmal ins All-Star Team berufen.

NHL-Karriere: 1266 Spiele, 691-397-105-49, GAA 2,24, 125 Shutouts

Vereine: New Jersey Devils, St. Louis Blues

  1. 9. Bernie Parent

Einige dürfte es überraschen, dass sich Parent, dessen NHL-Karriere 1965/66 bei den Boston Bruins begann, sich in dieser Liste befindet. Parent hatte seine große Zeit bei den Philadelphia Flyers, die sich für ihn beim Expansion Draft entschieden hatten. Der am 3. April 1945 geborene Torwart hatte es bei der neu gegründeten Franchise nicht leicht mit seinen Vorderleuten, doch mit und durch ihn wurden die Flyers erfolgreich. Gleich in der ersten Saison mit Philadelphia durfte er am All-Star Game teilnehmen. Nach einem zweijährigen Zwischenintermezzo bei den Toronto Maple Leafs kehrte der Kanadier wieder nach Pennsylvania, zunächst zu den Philadelphia Blazers (WHA) und dann in die NHL zu den Flyers zurück, wo er mit den 'Broad Street Bullies' zweimal den Stanley Cup sowie die Vezina und Conn Smythe Trophy gewinnen konnte (1974, 1975).

NHL-Karriere: 608 Spiele, 271-198-121, GAA 2,55, 54 Shutouts

Vereine: Boston Bruins, Philadelphia Flyers, Toronto Maple Leafs

10. George Hainsworth

Als Jugendlicher spielte Hainsworth, der am 26. Juni 1895 in Toronto geboren wurde, in Berlin Eishockey. Jedoch nicht in der deutschen Hauptstadt, sondern in Berlin, Ontario, das 1916 in Kitchener umbenannt wurde. Mit Hainsworth im Tor konnten die Montreal Canadiens in den Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre ihre Stanley Cup Siege Drei und Vier feiern (1929/30, 1930/31). Hainsworth, der erst im Alter von 31 Jahren in der NHL debütierte, gewann in den ersten drei Jahren seiner NHL-Karriere jeweils die Vezina Trophy (26/27, 27/28, 28/29). Noch immer ungebrochen sind seine Bestmarken aus der Spielzeit 1928/29 als ihm in 44 Partien 22 Shutouts gelangen und er es auf einen Gegentrefferschnitt von 0,92 gebracht hatte.

NHL-Karriere: 465 Spiele, 246-145-74, GAA 1,93, 94 Shutouts

Vereine: Montreal Canadiens, Toronto Maple Leafs

Die Liste an überragenden Torhütern, die schon in der NHL gespielt haben ist lang und viele davon hätten es verdient in dieser Bestenliste mit aufgenommen zu werden. Erinnert sei aus der jüngeren Zeit an einen Grant Fuhr oder auch an einen Turk Broda, der den Maple Leafs zu fünf Stanley Cup Titeln verhelfen konnte (1942, 1947, 1948, 1949, 1951).

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