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Wilson: Ein geschätzter wie gefürchteter Grenzgänger

Der Power Forward polarisiert und ist ein gefragter Spielertyp bei den Washington Capitals

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Freier Autor

Gegen Tom Wilson von den Washington Capitals spielt wohl kein NHL-Spieler gerne. Der 1,93 Meter große und 98 Kilogramm schwere Stürmer teilt gerne aus, geht seinen Gegenspielern unter die Haut und fährt harte Checks am Rande der Legalität. So aggressiv, wie der Modellathlet auf dem Eis auftritt, so gelassen, reflektiert und freundlich präsentiert er sich im persönlichen Gespräch. Mit NHL.com/de sprach der 25-jährige Kanadier über seine Rolle, seine Rückennummer und Titel-Träume.

Ein geschätzter Grenzgänger

Im medialen Fokus stehen meist Torjäger und Scorer, doch bei Spielern wie Wilson lohnt es sich, den Scheinwerfer zu drehen. Die Dienste des Rechtsschützen lassen sich die Capitals immerhin 5,167 Millionen US-Dollar pro Jahr kosten. Und Washingtons Trainer Todd Reirden beordert den Power Forward in die Top-Reihe neben Nicklas Backstrom und Alex Ovechkin. 

"Der Trainer will, dass ich Platz für meine beiden Reihen-Kollegen freiräume", erklärt Wilson seine Rolle. "Ich soll hart arbeiten und Pucks zurückerobern, damit sie etwas damit machen können, was sie wollen. Wenn Backi oder Ovi die Scheibe haben, dann wird es gefährlich. Deshalb spiele und arbeite ich hart und fahre aggressive Forechecks, um Möglichkeiten für die anderen zu kreieren."

Dabei fällt auch viel Produktivität für den Rechtsschützen ab: Wilson knackt im zweiten Jahr in Folge die Marke von 40 Scorerpunkten und steht aktuell bei deren 41 (20 Tore, 21 Assists) nach 63 Spielen in der laufenden Saison. Hoch ist erneut ebenso die Anzahl der Strafminuten. Derzeit liegt diese bei 79. In seiner gesamten NHL-Karriere bekam Wilson schon 1013 Strafminuten gegen sich ausgesprochen. Der 25-Jährige ist ein Grenzgänger. Genau das sei aber ein gefragter Spielertyp.

Video: WSH@FLA: Wilson auf Carlsons Vorlage in Verlängerung

"Ich denke, dass das schon wichtig ist. Vor allem später in der Saison, wenn die Spiele immer wichtiger und enger werden. Es ist gut, wenn dein Team verschiedene Arten von Eishockey beherrscht. In den Playoffs ist es auch wichtig, dass man vier Reihen hat, gegen die sich der Gegner schwer tut. Man kann so viel treffen wie man will, aber man muss auch verteidigen und es dem anderen Team schwer machen können. In den letzten Jahren hatten wir Spieler, die genau das konnten. Das ist definitiv ein Teil unserer Identität", erklärt Wilson.

Der Hunger auf den nächsten Stanley-Cup-Ring ist groß

Auch 2019/20 liegen die Capitals voll auf Playoff-Kurs und werden aller Voraussicht nach auch im sechsten Jahr in Folge das Endrunden-Ticket lösen. Seit Saisonbeginn marschiert Washington vorne weg und führte über weite Strecken die gesamte NHL an. Eine besondere Situation auch für die Spieler, die dadurch permanent im Fokus stehen und einen gewissen Leistungsdruck spüren. "Es ist definitiv schwer, über alle 82 Spiele konstant gut zu spielen", sagt Wilson. "Das macht aber auch ein gutes Team aus. Wer das ganze Jahr gut spielt, hat eine Chance, am Ende ganz oben zu landen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, Konstanz in unsere Leistungen bringen und unserem Spiel vertrauen."

Das Ziel soll wie bereits 2018 der Gewinn des Stanley Cups sein. "Wenn du es geschafft hast, dann begreifst du erst, wie schön es ist und wie viel Arbeit es gekostet hat. Wir haben den Hunger, um es noch einmal zu tun", betont Wilson. "Die Zeit nach dem Stanley Cup-Sieg ist die beste in deinem Leben: Die Feiern mit deinen Teamkollegen und all das ist etwas ganz Spezielles. Wenn du einmal davon gekostet hast, dann willst du es immer wieder."

Besondere Wiedersehen mit Grubauer

Den ultimativen Triumpf erlebten Wilson und die Capitals vor zwei Jahren mit Torwart Philipp Grubauer, der sich nach der Meisterschaft in Richtung Colorado Avalanche verabschiedete. Seitdem traf "Grubi" viermal auf den Ex-Klub. Auch für Wilson waren es bemerkenswerte Spiele. 

"Es ist immer etwas Besonderes, wenn du gegen einen ehemaligen Mitspieler spielst, mit dem dich ein spezielles Band verbindet. Er ist ein guter Torwart und hatte damals einen großen Anteil an unserem Erfolg. Er hat uns in die Playoffs und auch danach in eine gute Position gebracht, um den Stanley Cup zu gewinnen."

Washingtons Nummer 43 wird von den Mitspielern geliebt und von den Gegenspielern aufgrund seiner physischen Präsenz gefürchtet. Bleibt nur noch die Frage offen, warum Wilson ausgerechnet diese Nummer auf den Rücken trägt.

"Das ist die Nummer, die sie mir an meinem ersten Tag bei den Washington Capitals gegeben haben", plaudert Wilson aus dem Nähkästchen. "Da war ich erst 18 Jahre alt. Ich habe sie mit Stolz getragen, denn es war ein NHL-Trikot. Deshalb habe ich die Nummer nicht geändert. Ich trage sie jetzt seit sieben Jahren und sie gefällt mir gut. Für Veränderungen wäre es jetzt eh zu spät."

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