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Kühnhackl will Erfolgsgeschichte fortscheiben

Person of Interest: Der Landshuter hat die große Chance auf seine vierte Playoff-Teilnahme in Folge

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

In der Rubrik "Person of Interest" widmet NHL.com/de jeden Dienstag einem Spieler oder einer anderen Persönlichkeit aus der NHL-Familie eine Story abseits des aktuellen Tagesgeschehens.

In dieser Ausgabe: Tom Kühnhackl (New York Islanders)

Beim Spiel der New York Islanders gegen die Washington Capitals am 1. März zeigte sich zum wiederholten Mal in dieser Saison, dass sich Tom Kühnhackl zu einem Spezialisten für Tore mit besonderen Begleitumständen entwickelt hat. Vor seinem Führungstreffer gegen den amtierenden Stanley Cup Champion rechneten alle Anwesenden felsenfest mit einem Abseitspfiff des Referees. Weil die Pfeife stumm blieb, steuerte Kühnhackl unbekümmert auf Torhüter Braden Holtby zu und hob den Puck elegant an ihm vorbei in den Winkel. Seine drei vorangegangenen Saisontore waren auf nicht minder ungewöhnliche Art und Weise zustande gekommen. Zweimal bugsierte er mit der Rückhand die Scheibe aus fast unmöglichem Winkel über die Linie, einmal stolperte er sie regelkonform mit dem Schlittschuh ins gegnerische Gehäuse.

Video: WSH@NYI: Kuhnhackl stiehlt Puck, trifft nach Konter

In der laufenden Saison kam der 27 Jahre alte Landshuter bis dato zu 29 Einsätzen und neun Punkten (vier Tore, fünf Vorlagen). Damit hat er bereits vier Wochen vor dem Ende der regulären Saison die Vorjahresausbeute um einen Zähler übertroffen. Nach der Hauptrunde 2017/18 standen für ihn acht Punkte (zwei Tore, sechs Assists) aus 69 Spielen im Trikot der Pittsburgh Penguins zu Buche. Dennoch erfüllten sich nicht alle Erwartungen, die er mit dem Wechsel zu den Islanders verbunden hatte.

Im Sommer hatte Kühnhackl ein Angebot der Penguins für einen neuen Zweijahresvertrag ausgeschlagen. Als Hauptgrund gab er an, sich einen Klub suchen zu wollen, bei dem er eine verantwortlichere Rolle einnehmen könne. In Pittsburgh spielte er bis auf wenige Ausnahmen in der vierten Reihe und bekam entsprechend wenig Eiszeit in den Spielen eingeräumt.

 

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Bei den Islanders agierte der deutsche Nationalspieler zwar wie erhofft meist in der dritten Angriffsformation und hatte dadurch ein erhöhtes Arbeitspensum pro Match. Einen Stammplatz in der Offensive des Teams aus Long Island konnte er bisher allerdings nicht erobern. Die schwierigste Phase machte er zwischen dem 3. Januar und 9. Februar durch. 14 Begegnungen hintereinander musste er in diesem Zeitraum mit einem Platz auf der Tribüne vorliebnehmen.

Kühnhackl ging mit der für ihn unbefriedigenden Situation gewohnt professionell um. Er trainierte hart, um sich für weitere Auftritte zu empfehlen. Bei seinem ersten Einsatz nach der langen Abstinenz gegen die Colorado Avalanche lieferte er eine vielgelobte Vorstellung ab. In der Folge zählte er wieder öfter zum Kreis der Auserwählten und bestritt neun von 15 Begegnungen der Islanders.

Dass die Verantwortlichen des Klubs seine spielerischen und vor allem kämpferischen Qualitäten schätzen, beweist die Tatsache, dass sie ihn zur NHL Trade Deadline am 25. Februar nicht an einen Liga-Konkurrenten abgaben. Dabei hätte sich Kühnhackl als Bestandteil eines Trades durchaus angeboten, da sein Vertrag nur bis zum Saisonende gilt und er im Anschluss als Unrestricted Free Agent ohne Gegenleistung für die Islanders zu einem neuen Arbeitgeber wechseln dürfte. Doch die Islanders entschlossen sich, nicht auf dem Spielermarkt aktiv zu werden, sondern mit unveränderter Belegschaft in die heiße Phase der Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs zu gehen.

Video: VAN@NYI: Kühnhackl baut mit Zweitem die Führung aus 

Für Kühnhackl bedeutet dies, dass er weiter an seiner ganz persönlichen Erfolgsgeschichte stricken kann. Seit seinem Ligadebüt im Januar 2016 stand er jedes Mal in den Playoffs, zweimal gewann er mit den Penguins den Stanley Cup. Sollten sich die Islanders, wonach es im Moment stark aussieht, tatsächlich ein Playoff-Ticket ergattern, würde der Niederbayer die vierte Postseason hintereinander spielen.
Zu einer weiteren Besonderheit in Kühnhackls Karriere zählt, dass er bislang mit Mike Sullivan und Barry Trotz ausschließlich von jenen beiden Trainern gecoacht worden ist, die mit ihren Mannschaften in den vergangenen drei Jahren den Meistertitel holten. Trotz brach nach dem Cupsieg im Juni 2018 seine Zelte bei den Washington Capitals ab und heuerte wenig später bei den Islanders an. Sullivan steht nach wie vor bei den Penguins hinter der Bande.

Beide sind laut Kühnhackl recht unterschiedliche Charaktere. "Ich glaube, es gibt keine Trainer auf der Welt, die gleich sind. Jeder hat seine eigene Persönlichkeit und seine eigenen Stärken und Schwächen. Aber eine Gemeinsamkeit besitzen sie natürlich: Sie wissen beide, wie man den Cup gewinnt", sagte er vor kurzem in einem Gespräch mit NHL.com/de.

 

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Der Aufschwung der Islanders in dieser Saison hängt nach Kühnhackls Ansicht wesentlich mit dem Spielsystem zusammen, dass Trotz und sein Trainerstab der Mannschaft verordnet haben. "Wenn wir das konstant umsetzen, werden wir am Ende sicherlich sehr erfolgreich sein", meinte er. Dass Kühnhackl in den verbleibenden Spielen sein Scherflein zum angestrebten Playoff-Einzug beitragen möchte, versteht sich von selbst. Sei es durch körperbetontes Auftreten oder auch durch Tore, die unter ungewöhnlichen Begleitumständen zustande kommen.

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