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Rieder exklusiv: Mit Kampfgeist wieder zurück

In Tete-a-Tete spricht Tobias Rieder nach der Rückkehr exklusiv über seine Rolle und Leistung bei den Edmonton Oilers

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Jeden Donnerstag während der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Tete-à-Tete" eine exklusive Konversation mit Spielern oder Persönlichkeiten der NHL über alle Bereiche auf und abseits des Eises präsentieren.

In dieser Ausgabe: Tobias Rieder von den Edmonton Oilers

Tobias Rieder hat bereits 2011 den großen Sprung aus Landshut nach Nordamerika gewagt und ist seitdem einer der größten Stars, die das deutsche Eishockey zu bieten hat. Nach einer Saison bei den Kitchener Rangers in der Ontario Hockey League, wurde er von den Edmonton Oilers im NHL Draft 2011 in der vierten Runde an 114. Stelle gewählt.

Für die Oilers kam er zunächst jedoch nicht zum Einsatz und spielte weiter für die Rangers und später die Portland Pirates in der American Hockey League, nachdem die Oilers die Rechte an ihm an die Phoenix Coyotes abgegeben hatten. 2014 kam dann der Durchbruch. Rieder stand für die Coyotes erstmals in der NHL auf dem Eis und erzielte in seiner ersten Saison beachtliche 13 Tore und acht Assists in 72 Spielen. In den vier Jahren, die er bei den Coyotes verbrachte, punkteten nur zwei Spieler, Oliver Ekman-Larsson und Max Domi, häufiger für das Team als Rieder (111 Punkte), nur Ekman-Larsson überbot mit 70 Rieders 51 Tore.

Ende der vergangenen Saison kamen nochmals sechs Punkte (vier Tore, zwei Assists) für die Los Angeles Kings hinzu. Nach seinem kurzen Aufenthalt in Kalifornien, wurde Rieder im Sommer als Free Agent wieder von den Oilers verpflichtet. Nach einem langsamen Start in die Saison bereitete Rieder sieben Tore vor, verletzte sich aber im November und musste einen Monat pausieren. Der Stürmer unterhielt sich exklusiv mit NHL.com/de über seine Rückkehr von der Verletzung, den Erfolg des Teams und seine Rolle in der Mannschaft.

 

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Du hast jetzt einen Monat wegen einer Verletzung gefehlt und bist seit vier Spielen wieder dabei. Wie fühlst du dich nach der Verletzung?

"Bei Verletzungen ist es immer so, dass man danach ein paar Spiele braucht. Ich bin aber auf einem guten Weg und fühle mich wirklich gut."

Du kommst in ein Team zurück, in dem es super läuft. Kann man wieder so eine starke Leistung erwarten, wie vor zwei Jahren, als die Oilers den zweiten Platz der Pacific Division belegten und in die zweite Runde der Playoffs kamen? Wie ist die Stimmung und die Erwartungshaltung in der Mannschaft?

"Die Stimmung ist natürlich gut. Es ist immer schön, wenn man Spiele gewinnt und wir spielen auch gutes Eishockey. Deswegen ist die Stimmung natürlich gut, aber die Erwartungshaltung ist natürlich auch gestiegen. Wir wissen, dass wir jeden Gegner schlagen können. Das wollen wir jetzt auch weiterhin beweisen."

 

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Macht es das auch leichter nach der Verletzung zurückzukommen, wenn man weiß, es läuft in der Mannschaft ohnehin gut, es ist nicht so schlimm, wenn man ein paar Spiele braucht, um wieder in Form zu kommen?

"Man versucht natürlich immer so gut wie möglich zu spielen. Man versucht jetzt nicht einen Gang zurückzuschalten, weil die Mannschaft gut spielt. Der Druck ist eher ein bisschen größer, weil man der Mannschaft weiterhin helfen will zu gewinnen. Man will nicht zurückkommen und plötzlich verlieren. Deshalb versucht man umso besser zu spielen."

Du spielst bei den Oilers jetzt eine andere Rolle, als davor bei den Coyotes, wo du immer einer der Topscorer, eine Schlüsselfigur in der Offensive warst. Jetzt spielst du eine defensivere Rolle, hast weniger Eiszeit. Ist es schwierig, in diese neue Rolle zu finden?

"Das ist eigentlich nicht schwer. Ich habe schon immer in allen Situationen gespielt, deswegen habe ich kein Problem damit, egal in welcher Reihe ich spiele, ob ich Unterzahl oder Überzahl spiele. Das kriege ich alles hin. Ich versuche natürlich einfach bei jedem Einsatz der Mannschaft zu helfen, egal wie. Meine Rolle ist jetzt ein wenig defensiver, aber ich habe diese Rolle auch früher schon gespielt, deshalb ist der Unterschied nicht so groß."

Bei den Oilers spielst du jetzt mit Leon Draisaitl, den du ja schon seit den Juniorenzeiten aus der Nationalmannschaft kennst. Wie groß war die Freude, jetzt ein bekanntes Gesicht im Team zu haben?

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"Das ist natürlich super. Es passiert nicht oft, dass in der NHL zwei Deutsche in einer Mannschaft spielen. Das ist schon ein Luxus, wenn man auch einfach mal Deutsch miteinander reden kann."

Die Deutsche U20-Nationalmannschaft ist wieder aus der Division I aufgestiegen. Du warst mit Leon in der letzten U20, die den Aufstieg und auch den Klassenerhalt geschafft hat. Wie ist der Erfolg einzuschätzen, ist das eine nachhaltige Entwicklung für das deutsche Eishockey?

"Ich würde es nicht unbedingt als nachhaltige Entwicklung bezeichnen. In jeder B-WM sind immer zwei bis drei gute Mannschaften, die man erst einmal schlagen muss. Die Weißrussen sind zum Beispiel eine Nation, gegen die man auf jeden Fall auch mal verlieren kann. Es ist natürlich super, dass wir jetzt wieder aufgestiegen sind, auch wenn es schön gewesen wäre, wenn es früher passiert wäre. Aber wie gesagt, ich habe dieses Turnier auch schon gespielt, deshalb weiß ich, dass die B-WM kein Selbstläufer ist, umso mehr bin ich froh, dass es jetzt wieder geklappt hat."

Diese Saison hast du noch nicht getroffen, obwohl du ja eigentlich ein relativ erfolgreicher Torjäger bist. Was muss passieren, damit das erste Tor fällt?

"Ich muss einfach einen Weg finden, die Scheibe wieder im Tor unterzubringen. Das gute Zeichen ist, dass ich meine Chancen habe. Es wäre viel schlimmer, wenn ich keine Chancen hätte. Ich habe die Chancen und dann fällt irgendwann das Tor. Manchmal hat man einfach diese Phasen, wo es nicht klappt. Es dauert jetzt schon eine Zeit und es wird jetzt wirklich Zeit, dass die Scheibe wieder reingeht. Aber wenn ich mir einfach weiter meine Chancen erarbeite, dann klappt es auch mit dem Tor."

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