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Tobias Rieder will sich weiterentwickeln und angreifen

Tobias Rieder gehrt seit Jahren zum Kern der Arizona Coyotes, nun will er mit einem neuen Kader in die Playoffs

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Die Arizona Coyotes sind ein Team im Umbruch. Sie haben diesen Sommer viele personelle Veränderungen durchgemacht, doch einige Schlüsselspieler sind geblieben. Darunter ist auch ein deutscher Stürmer. Shane Doan, der dienstälteste Spieler des Teams, bekam keine Vertragsverlängerung, doch Tobias Rieder unterschrieb vor der Saison für zwei weitere Jahre und bleibt den Fans und der Mannschaft damit noch mindestens ein Jahr erhalten.

Der 24-jährige Landshuter gehört seit drei Jahren zum Kern der Mannschaft. Bereits in seiner ersten Saison, erregte er Aufsehen. Er erzielte zwei Unterzahltreffer, nicht nur in einem Spiel, sondern innerhalb von 58 Sekunden. Das ist bis heute ein Rekord unter allen Rookies der NHL Geschichte. Auch seine insgesamt 13 Tore in seiner ersten Saison sind beeindruckend. Nur zwei Rookies schafften in der Geschichte der Franchise mehr.

Seitdem blieb Rieder einer der besten Torjäger und Scorer der Mannschaft. In seiner zweiten Saison kam er auf 14 Treffer und 37 Punkte, in der dritten Saison nun auf 16 Tore und 34 Zähler. Besonderen Wert hat der Rechtsaußen aber nicht nur durch seine Torgefahr. Rieder ist ein Spieler, der in allen Situationen und Bereichen des Spiels einsetzbar ist. Ob Überzahl, Unterzahl, oder bei fünf gegen fünf, ob im Angriff, oder der Abwehr, ob zuhause, oder auswärts, all das ist Rieder egal, er will einfach nur aufs Eis und sein bestes geben.

Video: ARI@FLA: Rieder schießt das Erste bei einem Konter

Das lobte auch sein Trainer der letzten Saison, Dave Tippett: "Er ist in allen Situationen ein wirklich guter Spieler. Er ist ein intelligenter Spieler, der gute Fähigkeiten und eine gute Geschwindigkeit hat und ich denke, dass er sich weiter verbessern und seine Chancen nutzen wird."

Das er für den Sport lebt, zeigt auch sein Engagement auf internationalem Eis. Er nahm an den letzten vier Weltmeisterschaften Teil, half Deutschland, sich für Olympia 2018 zu qualifizieren, und erreichte mit Team Europa beim World Cup of Hockey 2016 als absoluter Außenseiter Platz zwei.

Dabei hat Rieder durchaus nicht immer positive Erfahrungen mit der Nationalauswahl gemacht. Bereits bei der WM 2016 verletzte er sich in der Vorrunde das Innenband im linken Knie, 2017 folgte dann im dritten Spiel ein Syndesmosebandriss.

Statt, wie die anderen Profis, seine Sommerpause zu genießen, sich zu entspannen und den Akku wieder aufzuladen, quälte sich der Bayer also die letzten beiden Jahre durch Reha und Physiotherapie, um rechtzeitig zur neuen Saison wieder einsatzbereit zu sein. Doch Rieder scheint das egal zu sein. Er ist ein Spieler, dem man anmerkt, er spielt nicht Eishockey, er lebt Eishockey. Das haben die Coyotes mit der Vertragsverlängerung und einiger Eiszeit belohnt.

Im neuen Kader dürfte der begeisterte Athlet noch mehr auf seine Kosten kommen, immerhin ist er im verjüngten Kader nun einer der erfahreneren Spieler. Dem jungen Stürmer dürfte das entgegen kommen. Er ist bereits ein reifer Spieler, der den Eindruck macht, als würde er am liebsten 60 Minuten pro Spiel auf dem Eis stehen. Er wird sich sicherlich über die zusätzliche Verantwortung freuen und alles geben, um zu beweisen, dass er noch mehr Leisten kann.

Das könnte mit neu formierten Reihen auch klappen. Neuzugang Niklas Hjalmarson dürfte die Offensive nach hinten entlasten. Mit wem Rieder zusammen spielen wird, ist noch nicht fix. Doch er ist ein Kandidat für die ersten beiden Reihen, genau wie Neuzugang Derek Stepan und der junge Coyote Max Domi, Sohn von Tie Domi, ebenfalls ein langjähriger NHL Spieler.

Erst kürzlich war in seiner Heimat, wo er mit einem weiteren Landshuter, Tom Kuhnhackl, dessen zweiten Stanley Cup feierte. Nun will Rieder mit Arizona in den nächsten Jahren auch wieder in den Playoffs angreifen und wird dabei sicherlich eine wichtige Rolle im Team einnehmen.

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