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Capitals haben Titelverteidigung im Visier

31 in 31: Washington will mit neuem Trainer aber fast unveränderter Mannschaft erneut angreifen

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab dem 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Washington Capitals

Bilanz 2017/18: 49-26-7, 1. in der Metropolitan Division
Playoffs 2018: Stanley Cup Sieger durch ein 4:1 im Finale gegen Vegas Golden Knights
Trainer: Todd Reirden, seit dem 29. Juni 2018

Neuzugänge: Jayson Megna (Vancouver Canucks, Free Agent), Nic Dowd (Vancouver Canucks, Free Agent), Michael Sgarbossa (Winnipeg Jets, Free Agent)

Abgänge: Philipp Grubauer (Colorado Avalanche, Trade), Jay Beagle (Vancouver Canucks, Free Agent), Jakub Jerabek (Edmonton Oilers, Free Agent), Anthony Peluso (Calgary Flames, Free Agent), Tyler Graovac (Calgary Flames, Free Agent)

43 Jahre mussten die Washington Capitals nach ihrem Einstieg in die NHL warten, ehe sie am 7. Juni 2018 mit dem vierten Sieg im Finale gegen das Überraschungsteam der Vegas Golden Knights den Stanley Cup in die Höhe stemmen durften. Entsprechend groß waren die Feierlichkeiten nicht nur auf dem Eis, sondern auch in der ganzen Stadt. Und sie hielten den kompletten Sommer über an.

 

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Die Capitals haben Blut geleckt und ihren jahrzehntelangen Fluch in den Stanley Cup Playoffs stets gestoppt zu werden ad acta gelegt, so dass sie in der kommenden Saison befreit und neu zur Titelverteidigung durchstarten können.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es elf Tage nach dem Triumph, als Trainer Barry Trotz am 18. Juni überraschend mitteilte, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen. Doch genauso wie bei der Zusammenstellung der Mannschaft blieb der amtierende Champion seiner Devise der Beständigkeit bei diesem wichtigen Amt treu und beförderte am 28. Juni Trotz' Stellvertreter Todd Reirden zum neuen Chef hinter der Bande.

 

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Bis auf Backup-Torhüter Philipp Grubauer, der zu den Colorado Avalanche abgegeben wurde und Stürmer Jay Beagle, der sich den Vancouver Canucks anschloss, konnten die Capitals alle Spieler halten, die beim Stanley Cup Finale im Kader standen.

Dazu gehörten schwierige, weil kostenintensive Vertragsverlängerungen mit den Verteidigern John Carlson (acht Jahre; $ 64 Millionen) und Michal Kempny (vier Jahre; $ 10 Millionen) sowie den Stürmern Tom Wilson (sechs Jahre; $ 31,02 Millionen) und Devante Smith-Pelly (ein Jahr, eine Million).

Ein Clou gelang dem Management im Fall von Verteidiger Brooks Orpik, dessen zukünftiges Jahresgehalt $ 5,5 Millionen betrug: Zusammen mit Grubauer tradeten sie Orpik nach Colorado und holten ihn, nach dem Buyout durch die Avalanche, wieder für ein Jahr und mit einem Salär von einer Million zurück.

"Wir haben fast die gleiche Mannschaft, also denke ich, dass unsere Chancen ein weiteres Mal zu gewinnen, genauso gut wie im letzten Jahr stehen", versprüht Stürmer Andre Burakovsky Optimismus. "Ich denke, wir sind gut aufgestellt, den Stanley Cup ein weiteres Mal zu holen."

Video: WSH@PHI: Burakovsky trifft mit einem Schuss vom Kreis

Der erwähnte Punkt spricht dafür, doch ist aus der jüngeren Geschichte der NHL bekannt, dass gerade Titelverteidigungen äußerst schwer zu verwirklichen sind. Lediglich die Detroit Red Wings 1997 und 1998 sowie die Pittsburgh Penguins 2016 und 2017 schafften dieses Kunststück in den vergangenen 21 Jahren.

"Die Spieler freuen sich, diese Möglichkeit zu haben", betonte Reirden. "Einige von ihnen haben weniger Gehalt in Kauf genommen, um zurück zu kommen und dabei zu sein. Ich denke wir haben hier in den letzten vier Jahren eine wirklich gute Gruppe mit einem positiven Umfeld und einer Kultur geschaffen, worauf wir aufbauen und daran arbeiten können, um es erneut zu erreichen."

Trotz der positiven Grundstimmung, die nach einem Stanley Cup Sieg normal ist, gibt es einige Fragezeichen um die Zukunft der Capitals. Nummer 1 Torhüter Braden Holtby muss die Hauptlast zwischen den Pfosten tragen, denn gerade Grubauer hielt die Mannschaft in der Spur, als Holtby während der regulären Saison 2017/18 zeitweise nicht in Form war.

Video: PIT@WSH, Sp1: Holtby stoppt Guentzels Direktabnahme

Die Fangquote des Kanadiers lag lediglich bei 90,7 Prozent, dem schwächsten Wert seiner Karriere, in der er einen Durchschnitt von 92,2 Prozent erreichte. sein Gegentorschnitt von nur 2,99 war nicht überzeugender. Der vermutlich neue Backup Pheonix Copley oder der 21-jährige Rookie Ilya Samsonov müssen erst noch beweisen, wie es um ihr NHL-Format bestellt ist, falls Holtby erneut auf Formsuche ist.

Trotz des Cupgewinns lief bei weitem nicht alles perfekt für Washington, die sehr stark von der Form ihres Kapitäns Alex Ovechkin abhängig sind. Bestes Beispiel hierfür ist die Anzahl der Torschüsse. Die Capitals verbuchten in der Saison 2017/18 pro Spiel im Schnitt 29,0 Torschüsse (31. in der NHL), obwohl ihre Nummer 8 mit insgesamt 355 Torschüssen zum elften Mal in den letzten 13 Jahren die NHL bei dieser Statistik anführte. Andere Stürmer der Capitals müssen aktiver werden.

Video: WPG@WSH: Ovechkin versenkt Rebound zum 600. NHL-Tor

Bereits in den ersten Monaten der neuen Saison wird sich zeigen, inwieweit die Capitals den Erfolg abschütteln und sich neu fokussieren können. Das ist kein leichtes Unterfangen, wie uns die Vergangenheit lehrt. Auf den neuen Trainer Reirden wird einiges an Arbeit zukommen, doch es bestehen kaum Zweifel, dass Washington auch in der kommenden Spielzeit zu den Favoriten zählen wird.

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