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Thanksgiving dient als ein wichtiger Gradmesser

Nur wenige Teams, die an diesem Tag keinen Playoff-Platz belegen, schaffen es in die Endrunde

von Axel Jeroma @nhlde / NHL.com/de Autor

Der spielfreie Tag an Thanksgiving markiert traditionell eine Zäsur im Ligabetrieb. Viele Klubs nutzen die kurze Pause nach dem ersten Viertel einer Saison zu einer eingehenden Standortbestimmung. Nicht selten werden daher in den Chefetagen rund um dieses Datum personelle Änderungen auf der Trainerbank oder im Spielerkader vorgenommen. Vor allem dann, wenn die ausgegebenen Ziele in Gefahr zu geraten drohen. Für die Coaches ist die Unterbrechung eine willkommene Gelegenheit, an einigen Stellschrauben zu drehen und die Spieler auf die kommenden Wochen einzuschwören.

In den vergangenen fünf Jahren war Thanksgiving ein guter Gradmesser hinsichtlich der Qualität der Mannschaften. 62 von 80 Teams, die an diesem Tag im Besitz eines Tickets für die Stanley Cup Playoffs waren, nahmen im Frühjahr an den Ausscheidungsrunden um die Meisterschaft teil. Das entspricht einer Quote von 77,5 Prozent. Andererseits bedeutet die Statistik auch, dass längst nicht alle Messen gelesen sind und sich rein mathematisch sieben Bewerber noch Chancen ausrechnen dürfen, am Ende zum erlauchten Kreis zu gehören. In der Saison 2017/18 schafften mit den Boston Bruins, Philadelphia Flyers, San Jose Sharks, Minnesota Wild und Colorado Avalanche fünf Vertretungen die Playoff-Qualifikation, obwohl sie an Thanksgiving unter dem ominösen Strich in der Tabelle standen.

 

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Die enorme Ausgeglichenheit macht Vorhersagen in diesem Jahr besonders schwierig. Für einen beträchtlichen Teil der Teams, die 2018/19 nach gespielten 317 Begegnungen außerhalb der Playoff-Zone liegen, ist die Distanz zu den begehrten Plätzen alles andere als unüberbrückbar. Für zwölf Mannschaften beträgt der Rückstand fünf Punkte oder sogar weniger. Damit folgt diese Saison einem Trend. Bereits in den zurückliegenden beiden Spielzeiten waren es mindestens zwölf Belegschaften, die zu Thanksgiving in einem Fünf-Punkte-Radius von einem Playoff-Rang entfernt lagen.

Dass wie im Vorjahr gleich fünf Teams im Anschluss an den Feiertag eine Aufholjagd starten und um den Stanley Cup kämpfen, passiert selten. Seit der Jahrtausendwende war dies außer 2017/18 lediglich drei weitere Male der Fall, nämlich 2000/01, 2003/04 und 2007/08. Weniger als drei Klubs waren es in den vergangenen acht Jahren jedoch nie, die nach Thanksgiving die Kurve bekamen und das Ausscheiden nach der Hauptrunde abwendeten.

Nichts Gutes verheißen diese Zahlen für jene Playoff-Aspiranten, die zum jetzigen Zeitpunkt bereits ordentlich ins Hintertreffen geraten sind. Zu dieser Kategorie zählen die Los Angeles Kings und die St. Louis Blues im Westen sowie die Florida Panthers im Osten.

Die Kalifornier hatten sich wegen ihres mit zahlreichen Routiniers gespickten Kaders selbst als heißer Anwärter auf den Titel eingestuft. Mit 15 Punkten aus 21 Spielen zierten sie allerdings an Thanksgiving das Tabellenende in der Western Conference. Der Abstand zur zweiten Wildcard betrug neun Zähler. Durch das schwache Abschneiden sah sich das Management schon am 4. November zum Einschreiten gezwungen. Die Kings trennten sich von Trainer John Stevens und ersetzten ihn durch Willie Desjardins. Ohne eine Siegesserie dürfte es für Los Angeles schwer werden, die Playoffs zu erreichen. Meisterschaftsträume verbieten sich im Moment völlig.

Nur unbedeutend besser als den Kings erging es den Blues. Ihnen fehlten nach 20 Auftritten sieben Punkte auf eine Wildcard. In den zehn Spielen vor Thanksgiving. kassierten sie sechs Niederlagen, davon zuletzt drei hintereinander. Die Verantwortlichen mochten sich die mäßigen Darbietungen nicht mehr länger mit ansehen und trennten sich von Coach Mike Yeo. Nun soll Craig Berube versuchen, die Negativserie zu beenden und St. Louis auf den angestrebten Kurs in Richtung Postseason zu bringen.

 

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Alles anders werden sollte diese Saison bei den Florida Panthers. Nachdem sie 2017/18 die Playoffs verpasst hatten, glaubte man sich diesmal gerüstet, um ein ernsthaftes Wörtchen bei der Vergabe der Playoff-Plätze mitreden zu können. Doch an Thanksgiving fand sich das Franchise aus Sunrise auf dem letzten Platz in der Eastern Conference wider. 19 Punkte aus 19 Spielen lautete die Ausbeute. Sieben Zähler müssen sie für eine Wildcard aufholen, auf den sicheren dritten Platz in der Atlantic Division sind es deren elf. Anders als in Los Angeles und St. Louis entschloss man sich in Florida nicht zur Trainerentlassung. Die handelnden Personen in der Vorstandsetage der Panthers sind überzeugt, dass Bob Boughner mit seinen Schützlingen nach Thanksgiving zu einem kräftigen Sprung nach vorne in der Tabelle ansetzen wird.

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