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St. Louis baut Mannschaft stark um

Analyse der Blues: Sie sind eines der Teams mit den meisten Veränderungen und ein Deutscher mittendrin

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley-Cup-Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: St. Louis Blues

Die St. Louis Blues waren eines der Teams, die im Sommer bisher am aktivsten waren, nachdem sie im Frühjahr erstmals seit der Saison 2010/11 die Stanley Cup Playoffs verpassten. Dabei war es eine denkbar knappe Entscheidung, denn erst im letzten entscheidenden Spiel gegen den direkten Konkurrenten Colorado Avalanche setzte es die bittere 2:5-Niederlage zum Aus. Gute 94 Punkte (44-32-6) reichten am Ende nicht, um bei der Vergabe des von ihnen heiß begehrten Stanley Cup ein Wort mitzureden.

Die Blues schafften es in ihren ersten drei NHL-Spielzeiten 1968, 1969 und 1970 ins Stanley Cup Finale vorzudringen, unterlagen aber jeweils in vier Spielen den Montreal Canadiens (1968, 1969) sowie den Boston Bruins (1970) und warten seitdem vergebens auf ein weiteres Erfolgserlebnis dieser Art. Und das obwohl viele namhafte Spieler, u.a. Wayne Gretzky, in diesem Zeitraum kamen und wieder gingen.

Nun erfolgt ein neuerer Anlauf mit neuem Spielermaterial. Die dickste Verpflichtung war Center Ryan O'Reilly in einem Trade mit den Buffalo Sabres am 1. Juli. Außerdem fügten sie ihrem Kader durch die Free Agents Patrick Maroon, David Perron und Tyler Bozak weitere Tiefe hinzu. Neuzugang Torhüter Chad Johnson soll den zu den Sabres abgewanderten Carter Hutton ersetzen.

Video: TOR@BUF: O'Reilly nutzt Puck vom Schiedsrichter

Der Preis für den 27-jährigen O'Reilly war mit den Stürmern Patrik Berglund, Vladimir Sobotka und Tage Thompson sowie einem Draft der ersten und einem der zweiten Runde sehr hoch. O'Reilly soll seine Stärke am Bullypunkt (59,98 % gewonnene in 2017/18) ausspielen, um Puckbesitz zu generieren und die Mannschaft auch bei den Special Teams zu verstärken.

 

Mit Tyler Bozak bekommen sie einen soliden Center, der in den letzten Jahren bei den Toronto Maple Leafs um die 50 Punkte pro Saison produziert hat. Er könnte in der dritten Reihe zum Einsatz kommen.

David Perron erzielte mit 66 Punkten (16 Tore, 50 Assists) in 70 Spielen für die Vegas Golden Knights eine neue persönliche Bestmarke und kennt sich in St. Louis bestens aus, nachdem er dort von 2007 bis 2013 sowie 2016/17 aktiv war und im Rahmen des Expansion Drafts von Vegas gewählt wurde.

Video: WSH@VGK, Sp5: Perron erkämpft sich Ausgleich

In St. Louis gebürtig ist Patrick Maroon, der in der vergangenen Saison 43 Punkte (17 Tore, 26 Assists) in 74 Spielen für die New Jersey Devils und die Edmonton Oilers verbuchte. Er dürfte ein Kandidat für die vierte Reihe sein.

Der 32-jährige Chad Johnson wird wohl zunächst als Backup der bisherigen Nummer 1 Jake Allen fungieren. In 36 Spielen (29 Starts) erreichte er eine Bilanz von 10-16-3 mit einem Gegentorschnitt von 3,55 und 89,1 Prozent Fangquote.

Es wird einiges davon abhängen, wie das Duo Allen und Johnson funktionieren wird, denn ersterer hatte ab dem Beginn des Jahres 2018 eine Krise, die letztendlich für das Scheitern mitverantwortlich war. Seine in diesem Zeitraum verbuchter Gegentorschnitt von 2,99 und die Fangquote von 89,6 Prozent waren die schlechtesten in der gesamten Liga und führten zu einer mäßigen Bilanz von 9-13-1.

Am Neuaufbau beteiligt sein soll auch ein Deutscher. Die Blues tradeten sogar Draft Rechte, um sich die Dienste von Dominik Bokk in der ersten Runde zu sichern und ihn sich nicht von einer anderen Mannschaft wegschnappen zu lassen.

 

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Der Schweinfurter Stürmer wird aber laut eigenen Aussagen noch ein Jahr in Schweden bleiben, um sich weiterzuentwickeln, ehe er den harten Konkurrenzkampf in der NHL sucht. Einen Einstiegsvertrag über drei Jahre hat er bereits unterschrieben.

Einer, der kurzfristig weiterhelfen könnte, ist Robert Thomas, der allerdings schon beim NHL Draft 2017 an 20. Stelle in der ersten Runde ausgewählt wurde. Der 19-jährige Stürmer kam in der abgelaufenen Saison in 49 Spielen der OHL auf 75 Punkte (24 Tore, 51 Assists) und wird zum Saisonauftakt im Kader erwartet, sollte er im Trainingscamp entsprechend überzeugen können.

 

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Eine weitere Option ist Verteidiger Jordan Schmaltz. Er durfte in der Saison 2017/18 schon 13 Spiele für die Blues absolvieren und könnte den nächsten Schritt machen, wenn er sich für die Top 6 Verteidigung empfiehlt.

Die Blues werden also neuformiert die kommende Saison angehen. Ob diese vom Erfolg und der Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs gekrönt sein wird, wird die Zukunft zeigen.

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