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Canadiens holen Domi um wieder anzugreifen

Die enttäuschende Saison für Montreal hat zu Veränderungen geführt, deren Erfolg sich erst zeigen muss

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley Cup Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: Montreal Canadiens.

Die vergangene Saison war für die Montreal Canadiens und ihre anspruchsvollen Fans eine Katastrophe. Der Rekord-Champion der NHL enttäuschte durch das Verpassen der Playoffs und lediglich Rang 28 in der Liga. Ernüchternde 71 Punkte konnten die Habs lediglich sammeln. Entsprechend groß ist der Bedarf an Verstärkungen für die kommende Saison.

 

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Wie schon in den vergangenen beiden Jahren schnürte GM Marc Bergevin in der Off-Season einen beachtlichen Tauschhandel. Publikumsliebling Alex Galchenyuk wurde im Gegenzug für Max Domi an die Arizona Coyotes abgegeben. Ob der 23-jährige Domi tatsächlich ein Upgrade zum 24 Jahre alten Galchenyuk darstellt bleibt abzuwarten. Ein Vergleich der Statistiken der Vorsaison zeigt, dass Domi zwar sechs Punkte weniger als Galchenyuk erzielte (45 zu 51), doch hierbei mehr Assists lieferte (36 zu 32). Besonders auffällig ist die deutlich bessere Plus-Minus-Statistik des Neuzugangs der Canadiens. Bei den noch schlechter platzierten Coyotes stand Domi am Saisonende lediglich bei -7, während Galchenyuk mit einer -31 aufwartete. Mit seiner Spielweise dürfte Domi gut in das System der Habs passen und seine Leistung aus der Vorsaison steigern können, sollten ihm geeignete Sturmpartner zur Seite gestellt werden.

In einem weiteren Trade verstärkten die Canadiens sich in der Tiefe der Offensive. Für das Verteidigertalent Simone Borque erhielten die Habs, von den Winnipeg Jets, neben zwei Draft-Picks und dem bereits entlassenen Goalie Steve Mason, den finnischen Stürmer Joel Armia. Armia bestritt in der vergangenen Spielzeit erst seine zweite volle Saison in der NHL und konnte in 79 Partien zwölf Treffer und 17 Assists verbuchen. Der 192 cm große rechte Flügelspieler hält seine Spielweise einfach und liefert eine solide Leistung ab. Mit seinem Zug zum gegnerischen Tor gibt er dem Spiel der Canadiens eine Dimension, die in der letzten Saison schmerzlich vermisst wurde. Während Armia an seinen defensiven Fähigkeiten gearbeitet hat und deutliche Fortschritte vorweisen kann, muss seine Spielübersicht noch zunehmen, um auch in den vorderen Reihen ein Faktor für die Canadiens zu sein.

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Für die Canadiens ist besonders die Position des Nummer 1 Centers seit Jahren problematisch. Jonathan Drouin spielt die Rolle mehr aus der Not heraus geboren als aus Überzeugung. Mit dem beim NHL Draft 2018 an dritter Stelle gezogenen Jesperi Kotkaniemi hat Montreal einen Kandidaten für eben diese Position in der Hinterhand. Kotkaniemi muss jedoch erst beweisen, dass er bereits für die Aufgabe des Top-Centers geeignet ist. Das Potential des 18-jährigen Finnen ist unbestritten und mit seiner Torgefahr und Übersicht kann er die erste Formation der Canadiens, zumindest in einer nicht allzu fernen Zukunft, auf ein neues Level heben. Bis dahin wird Drouin weiterhin als erster Center auflaufen.

Die Rückkehr von Tomas Plekanec schafft auf der Mittelstürmerposition der Canadiens weiter Tiefe. Der 35-jährige wurde vergangene Spielzeit zu den Toronto Maple Leafs getradet und entschied sich nach Ablauf seines Vertrags wieder zu den Habs zurückzukehren. Bergevin kennt Plekanec und seine Fähigkeiten: "Wir bringen einen Spieler zurück, den wir sehr gut kennen. Er wollte in Montreal spielen. Er ist ein guter Profi. Er wird von seinen Mitspielern sehr respektiert." Auch wenn von Plekanec keine Wunderdinge zu erwarten sind, ist es für Montreal von entscheidender Bedeutung einen erfahrenen Leader zurückzuholen, der die Mannschaft auch durch schwierige Phasen in der nächsten Saison führt.

Eine unerwartete Baustelle hat sich für die Canadiens in der Defensive aufgetan. Der klare Nummer-Eins-Verteidiger, Shea Weber, musste sich einer Knie-OP unterziehen und wird den Habs somit voraussichtlich bis Januar fehlen. Der Verteidiger gehört weltweit zu den Besten seiner Zunft und kann unmöglich komplett ersetzt werden, das zeigte schon die letzte Spielzeit, in der Weber lediglich 26 Partien absolvierte, in denen er mit 16 Punkten andeutete, wie ungemein wichtig er ist.

 

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Die Canadiens müssen auf eine Leistungssteigerung anderer Verteidiger hoffen, um die durch Webers Ausfall entstehende Lücke zu schließen. Besonders Victor Mete, der in seine zweite Spielzeit geht, könnte ein großer Schritt gelingen und zumindest teilweise an Webers Offensivqualitäten heranreichen. So wie sich alle Verteidiger steigern müssen, ist das auch von Schlussmann Carey Price vonnöten, um den Ausfall Webers etwas zu kompensieren. Der Ausnahme-Goalie muss nach einem durchschnittlichen Jahr wieder beweisen, dass er, wenn es eng zu geht, Spiele alleine für seine Habs gewinnen kann.

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