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Kovalchuk-Verpflichtung ist Risiko und Chance

Analyse der Kings: Ruhige Offseason in Los Angeles lenkt Aufmerksamkeit auf Routiniers

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley-Cup-Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: Los Angeles Kings

Nach dem glatten 0:4-Sweep zum Auftakt in die Stanley Cup Playoffs 2018 gegen die Vegas Golden Knights war die Enttäuschung bei den Los Angeles Kings groß. Es war daher mit erheblichen Veränderungen im Teamkader in der anstehenden Offseason gerechnet worden.

Jetzt, einige Wochen nach dem NHL Draft und der längst begonnenen Free Agency in der NHL, bleibt jedoch festzuhalten: Los Angeles war bisher eindeutig einer der ruhigeren Standorte.

Zwei Mal standen die Kings prominent im Blickpunkt der Eishockeywelt. Zunächst gaben sie am 23. Juni die Verpflichtung von Ilya Kovalchuk bekannt, wenige Tage später gelang zudem die langfristige Vertragsverpflichtung mit Superstar Drew Doughty.

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Ansonsten produzierten die großen Schlagzeilen andere Klubs. Immer klarer zeichnet sich ab: In Los Angeles vertrauen sie den bekannten Routiniers und wollen die durchaus vorhandenen jungen Talente langsam an das Team heranführen.

Spektakulär war unzweifelhaft die Nachricht, dass die Kings im Juli einen drei Jahre umfassenden Vertrag mit dem inzwischen etwas in die Jahre gekommenen ehemaligen NHL-Top-Torjäger Kovalchuk abschließen konnten.

Da dieser nach zuvor elf Jahren in der Liga, die vergangenen fünf Spielzeiten in der KHL absolvierte, zudem inzwischen bereits 35 Jahre alt ist, bleibt zunächst abzuwarten, wie groß sein Beitrag zum Team-Erfolg sein wird, wenn im Oktober die neue Spielzeit 2018/19 in Nordamerika beginnen wird.

Bevor Kovalchuk in Russland aktiv wurde, lag seine Punkteausbeute in Nordamerika bei exakt einem Zähler pro Spiel. In 816 Hauptrunden-Begegnungen kam der Russe auf 816 Zähler. Ein Top-Wert!

Die Kings vertrauen darauf, dass eine vergleichbar starke Quote womöglich den entscheidenden Schub in Richtung Stanley Cup 2019 bringen könnte. Sein letzter Auftritt in der Liga datiert jedoch vom 27. April 2013, so dass es unbestritten ein nicht unerhebliches Wagnis darstellt.

In seinen letzten drei vollen Spielzeiten in Nordamerika kam Kovalchuk auf 174 Punkte (79 Tore, 95 Assists). Hierzu benötigte er 195 Spiele. Seine Quote betrug demnach immerhin 0,89 Punkte pro Begegnung.

 

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Es wird angenommen, dass der Routinier zukünftig in einer Reihe mit Anze Kopitar und Dustin Brown zum Einsatz kommen wird. Zudem dürfte er von Coach John Stevens an der Seite von Verteidiger Drew Doughty im Powerplay eingesetzt werden.

Nachdem die Kings im Vorjahr in Sachen Torausbeute mit 239 Treffern lediglich auf Rang 16 einliefen, zudem im Powerplay ebenfalls nur einen mittelmäßigen Rang 17 einnahmen (20,4%), werden in diesem Bereich Verbesserungen angestrebt. Kann Kovalchuk diese große Bürde im erforderlichen Maße stemmen?

Die zweite große Nachricht aus diesem Sommer rund um die Kings erreichte die Öffentlichkeit ebenfalls noch kurz vor dem offiziellen Beginn der Free Agency am 1. Juli. Der ohnehin eigentlich erst im kommenden Sommer auslaufende Vertrag mit Superstar Doughty konnte am 29. Juni vorzeitig um weitere acht Jahre sehr langfristig verlängert werden. Damit war zugleich die Top-Priorität für diesen Sommer bereits von General Manager Rob Blakes Tisch.

Das beachtliche neue Vertragswerk sichert dem Gewinner der Norris Trophy aus dem Jahre 2016 insgesamt die stolze Summe von 88 Mio. US$ zu. Mit einem Durchschnittsverdienst von dann 11 Millionen US$ pro Spielzeit steigt der Verteidiger in die Liga der höchstbezahlten Akteure auf.

"Er ist zweifelsohne einer der besten Verteidiger der Liga und wir sind sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, ihn so lange hier in Los Angeles zu binden", zeigte sich GM Blake schon am Tage der Bekanntgabe des Deals stolz und glücklich.

"Unsere Organisation hat damit einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft getan, an dem wir noch lange unsere Freude haben werden."
Der 28-Jährige Blueliner steuerte zuletzt immerhin 50 Assists bei, kam auf insgesamt 60 Zähler in der Hauptrunde. Ein neuer Karrierebestwert für ihn.

Tatsächlich waren mit der geglückten Vertragsverlängerung Doughtys erst einmal alle wichtigen Vertragsfragen bei den Kings, die im Rahmen der aktuellen Free Agency den Deutschen Tobias Rieder an die Edmonton Oilers verloren, bis zur Saison 2022/23 langfristig geklärt. Jonathan Quick, Anze Kopitar, Doughty. Das Gerüst des Teams scheint auf Jahre gesichert.

Stellt sich nur die Frage, ob das reicht, um im kommenden Frühjahr wieder ein ernsthaftes Wort in den Stanley Cup Playoffs mitzusprechen.

 

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Neuzugang Kovalchuk gab sich diesbezüglich in ersten Statements recht optimistisch: "Der Kern der Mannschaft hat zweifelsohne die erforderliche Erfahrung, die Jungs haben jeweils schon mindestens einen Cup gewonnen. Ich bin sehr optimistisch, dass auch ich mein ganz großes Ziel hier noch erreichen kann. Die Grundlagen dafür sind jedenfalls top."

Eher untergeordnete Rollen werden in den nächsten Monaten Spieler des NHL Drafts 2018 spielen. Zwar gaben die Kings ihrem höchsten Pick des Jahres, dem 18-jährigen Center Rasmus Kupari, der in der ersten Runde an Nummer 20 ausgewählt wurde, vor wenigen Tagen einen 3-Jahres-Einstiegsvertrag, doch wird zunächst nicht damit gerechnet, dass er sofort in der NHL eine größere Rolle spielen kann.

Von den weiteren frisch ausgewählten Nachwuchskräften erst einmal gar nicht zu sprechen. Sie sollen das Team auf mittlere und langfristige Sicht verstärken. In der kommenden Saison verlassen sich Blake & Co. offenkundig zunächst weiterhin auf die großen Routiniers im Kader.

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