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Detroits Neuaufbau mit bekannten Gesichtern

Analyse der Detroit Red Wings: Mit Bernier und Vanek, der die jungen Spieler führen soll, holten sie zwei Routiniers

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley-Cup-Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: Detroit Red Wings

Stehen die Detroit Red Wings erst am Anfang eines tiefen Talkessels, den sie noch durchschreiten müssen oder ist es nur eine Senke, die sie gedenken schnell zu überqueren?

In Detroit war man jahrzehntelang erfolgsverwöhnt: Zwischen 1991 und 2016 qualifizierte sich ihr Team 25 Mal in Folge für die Stanley Cup Playoffs, doch in den vergangenen zwei Spielzeiten war für die Mannschaft von Headcoach Jeff Blashill bereits nach der Hauptrunde die Saison gelaufen. Zum ersten Mal seit 1982/83 fanden die Playoffs zweimal in Folge ohne die Original Six Franchise aus 'Hockeytown' statt. Mit einer negativen Bilanz von 30-39-13 und satten 24 Punkten Rückstand auf den zweiten Wildcard-Platz in der Eastern Conference, rangierten die Red Wings im Endklassement nur auf Platz 13 in ihrer Conference.

 

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Beim NHL Draft 2018 konnten das Franchise aus dem Vollen schöpfen. General Manager Ken Holland handelte in den vergangenen zwölf Monaten einige Trades aus, wodurch die Red Wings in den sieben Draft-Runden gleich zehnmal zum Zuge kamen. Ein Wunschkandidat von Holland war Filip Zadina, den er in der ersten Runde an insgesamt sechster Stelle auswählte.

"Wir waren überrascht, dass er noch verfügbar war. Wir dachten, dass Zadina unter den ersten Fünf ausgewählt wird. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn bekommen haben. Er ist ein Junge, der weiß wo das Tor steht. Man braucht immer Scorer", nahm Holland am ersten Draft-Tag zu der Entscheidung Stellung.

Der 18-jährige in Pardubice geborene Flügelstürmer durchlief von der U16 bis zur U20 alle Nachwuchsmannschaften Tschechiens. In der vergangenen Saison unterstrich er bei den Halifax Mooseheads in der QMJHL seine Vollstrecker-Qualitäten. 44 Tore und 38 Assists in 57 Saisonspielen sowie fünf Tore und sieben Vorlagen in neun Playoff-Partien waren ein klares Empfehlungsschreiben. Am 7. Juli unterzeichnete Zadina einen dreijährigen Einstiegsvertrag bei den Red Wings und es ist ihm durchaus zuzutrauen, dass er bereits in der kommenden Saison den Sprung in den NHL-Kader schafft.

Noch keinen Einstiegsvertrag erhalten hat Joseph Veleno, Detroits zweiter Erstrundenpick (Nr. 30). Der pfeilschnelle Center dürfte wohl noch ein weiteres Jahr bei den Drummondville Voltigeurs (QMJHL) verbringen, bei denen er 2017/18 in 33 Partien 48 Scorerpunkte (16 Tore, 32 Assists) verbuchen konnte und es in zehn Playoff-Partien auf elf Punkte (fünf Tore, sechs Assists) brachte.

Zum Auftakt der Free Ageny Periode am 1. Juli erregten die Red Wings vor allem durch zwei Neuverpflichtungen Aufsehen.

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Mit Jonathan Bernier banden sie einen Torhüter für drei Jahre an sich, der einen maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Colorado Avalanche überraschend in die Playoffs einzogen. In 37 Einsätzen kam Bernier mit einem Gegentrefferschnitt von 2,85, einer Fangquote von 91,3 Prozent und zwei Shutouts auf eine Bilanz von 19-13-3. Der 29-Jährige gewann 2012 bei den Los Angeles Kings den Stanley Cup als Backup von Jonathan Quick. Seine weiteren Stationen waren die Toronto Maple Leafs (2013-2016) und die Anaheim Ducks (2016/17).

Es darf davon ausgegangen werden, dass sich Bernier mit Jimmy Howard, der vergangene Saison zu 60 Einsätzen kam, die Aufgaben im Kasten der Red Wings teilen und eine Entlastung für den 34-Jährigen sein wird.

Ein Wiedersehen gibt es in Detroit mit einem alten Bekannten. Der Österreicher Thomas Vanek kehrt nach 1 1/2-jähriger Abstinenz, während der er für die Florida Panthers, Vancouver Canucks und Columbus Blue Jackets stürmte, in die Autostadt zurück. Als Unrestricted Free Agent unterschrieb er einen Einjahresvertrag bei jener Organisation, deren "Kultur er liebt". Vanek bewies 2017/18 als er in 80 Partien mit den Canucks und Blue Jackets 24 Tore und 32 Assists erzielte, dass er noch immer Torgefahr ausstrahlt. Die Führungsqualitäten des gebürtigen Wieners werden in Detroit besonders geschätzt werden, wenn es darum geht einen Zadina an die Mannschaft heranzuführen.

 

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Mit Anthony Mantha und Andreas Athanasiou haben erst kürzlich zwei 23-jährige Stürmer als Restricted Free Agents ihre Arbeitspapiere bei den Red Wings erneuert. Auf beide, wie auf Dylan Larkin, 21, der sich noch nicht mit den Red Wings einigen konnte, hält Vanek große Stücke. "Ich konnte ihnen [während meiner Zeit in Detroit] helfen. Sie sind sehr, sehr gute Spieler, die eben etwas Zeit brauchen."

Zeit und Geduld sind jene Stichwörter, die die Verantwortlichen und die Anhänger der Red Wings auch in der kommenden Saison aufbringen werden müssen. Die Red Wings setzen auf erprobte Gesichter, auch Verteidiger Mike Green bleibt ihnen für zwei weitere Jahre treu, und erhoffen sich, dass unter deren Mithilfe ihre U24-Fraktion den nächsten Leistungsschritt macht.

Umso größer dieser ist, desto schneller werden sie den nächsten Aufstieg erreichen.

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