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Oilers: Rieder komplettiert deutsches Duo

Edmonton hofft auf mehr Stabilität, Geschwindigkeit und besseres PK

von Christian Rupp @NHLde / NHL.com/de Autor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley Cup Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: Edmonton Oilers

Hinter den Edmonton Oilers liegt eine Saison zum Vergessen. Mit großen Ambitionen gestartet war schon früh klar, dass es für einen Playoff-Platz nicht reichen wird. Schlussendlich schleppten sich die Oilers mit 78 Punkten (36-40-6) als Drittletzter der Pacific Division sowie als Viertletzter der Western Conference über die Ziellinie. Die Endrunden-Plätze wurden um 17 Zähler verpasst.

Die Baustellen für die Offseason lagen angesichts von 262 Gegentoren (fünfschlechtester Wert in der NHL), nur 76,7 Prozent Erfolgsquote beim Penalty Killing (siebtschlechtestes Unterzahlspiel) und satten 1026 Giveaways (drittmeisten Puckverluste) auf der Hand: Die Defensive muss gestärkt und der oft holprige Spielaufbau verbessert werden. Zudem fehlte es auch an Tiefe im Sturm: Hinter den Stars Connor McDavid (41 Tore/ 67 Assists/ 108 Scorerpunkte), Leon Draisaitl (25/45/70) und Ryan Nugent-Hopkins (24/24/48) fehlte es an Secondary Scoring. Nur dieses Trio übersprang die 20-Tore- sowie 40-Punkte-Hürde.

 

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Draft: Evan Bouchard passt voll ins Anforderungsprofil

So überraschte es nicht, dass sich Edmonton beim Draft 2018 allen voran für einen vielversprechenden Verteidiger entschied: Mit Evan Bouchard (1. Runde, 10. Stelle) sicherten sich die Oilers einen rechtsschießenden Blueliner mit einem harten und präzisen Schuss sowie einen cleveren Aufbauspieler.

In der 2. Runde folgten Stürmer Ryan McLeod (2., 40.) und Goalie Olivier Rodrigue (2., 62.). Zudem erweiterten Abwehrmann Michael Kesselring (6., 164.) und Angreifer Patrik Siikanen (7., 195.) den Talente-Pool.

Zurück zu den Wurzeln: Rieder soll Tempo mitbringen

Auf dem Free-Agent-Markt schlug Edmonton bei Tobias Rieder zu. Damit stehen zusammen mit Draisaitl künftig zwei Deutsche im Oilers-Aufgebot, was nach Kanadiern (12 Spieler) und Schweden (3) den drittgrößten Block (mit US-Amerikanern und Finnen) im Kader bedeutet.

Für den 25-jährigen Landshuter ist es die Rückkehr zu den Wurzeln: Im Draft 2011 wurde der Flügelstürmer in der 4. Runde an insgesamt 114. Stelle von Edmonton ausgewählt, lief aber nie für die Oilers in der NHL auf. Am 29. März 2013 wechselte Rieder zu den damaligen Phoenix Coyotes. Nach fast vier Spielzeiten in Arizona wurde der Linksschütze zu den Los Angeles Kings getradet, erhielt dort in diesem Sommer aber keinen Anschlussvertrag mehr. Insgesamt bringt es Rieder auf 312 NHL-Spiele, 55 Tore und 62 Assists (117 Scorerpunkte).

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"Er ist ein schneller Spieler und ein guter Penalty Killer. Wir haben nach Geschwindigkeit Ausschau gehalten, also hat diese Verpflichtung Sinn gemacht", sagte Edmontons General Manager Peter Chiarelli. Rieder selbst ist der vierte Deutsche nach Draisaitl (seit 2014), Jochen Hecht (2001-2002) und Sven Butenschön (2000-2002), der für die Oilers auflaufen wird. "Ich möchte meine Geschwindigkeit einbringen, Offensive kreieren und in Unterzahl gut spielen", so der Angreifer, der einen Einjahresvertrag über 2 Millionen US-Dollar unterschrieb und mit der Rückennummer 22 auflaufen wird.

Free Agents: Brodziak für das PK und den Bullykreis

Neben Rieder sicherte sich Edmonton auch die Unterschriften der Free Agents Kyle Brodziak (35, zwei Jahre, 1,150 Mio./Jahr) und Kevin Gravel (26, ein Jahr, 700.000). Center Brodziak hat ebenfalls eine Vergangenheit bei den Oilers (2005-2009). "Der Zeitpunkt für eine Rückkehr passt sehr gut. Die Vorfreude ist groß. Ich habe mein Spiel in verschiedenen Bereichen entwickeln können und bin als Spieler und Mensch gewachsen", so Brodziak, der seitdem die Schlittschuhe für die Minnesota Wild und St. Louis Blues schnürte (847 NHL-Spiele, 123 Tore, 164 Assists). Zurück an der alten Wirkungsstätte soll der Rechtsschütze mit seinen Unterzahl- und Faceoff-Fähigkeiten weiterhelfen. Auch Verteidiger Gravel ist ein Spieler für die Defensive, der mit 1,93 Meter Körpergröße und 96 Kilogramm Gewicht auf eine Menge Checking-Power mitbringt.

Zudem verlängerten die Oilers den auslaufenden Vertrag mit Mittelstürmer Ryan Strome, der für zwei Jahre unterschrieb (3,1 Mio./Jahr). Nicht gehalten wurden Torwart Laurent Brossoit (jetzt Winnipeg Jets), Verteidiger Dillon Simpson (jetzt Columbus Blue Jackets) sowie die beiden Stürmer Anton Slepyshev und Iiro Pikarinen, die es in die KHL zog.

 

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Kaum Trade-Aktivitäten

In Sachen Tauschgeschäfte hielt sich Edmonton weitestgehend zurück. Goalie Hayden Hawkey (für ein Fünftrunden-Draftpick 2019 von den Montreal Canadiens) und Stürmer Nolan Vesey (für ein Siebtrunden-Draftpick 2020 von den Toronto Maple Leafs) sorgen für weitere Blutauffrischung und mehr Breite im Kader.

Ein Blockbuster-Transfer, der einen hochkarätigen und dringend benötigten Top-2- oder Top-4-Verteidiger ins Team bringen würde, blieb bislang aus. Bis zum Saisonstart (6. Oktober, 19 Uhr MESZ, bei den New Jersey Devils) haben die Oilers noch ein wenig Zeit. Gut möglich, dass die Kanadier hier noch einen Wechsel anstreben.

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