Skip to main content

Bostons Schlüsselpositionen sind optimal besetzt

Analyse der Bruins: Der Klub hält in der Wechselphase die Füße still und setzt auf Bewährtes

von Marc Rösch @NHLde / NHL.com/de Autor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley-Cup-Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: Boston Bruins

Am 28. März, knapp zweieinhalb Wochen vor dem Start in die Stanley Cup Playoffs 2018, setzte Zdeno Chara seine Unterschrift auf ein Vertragspapier, das ihn bis Sommer 2019 an die Boston Bruins bindet. Der 41-jährige Verteidiger, Kapitän und Kopf der Mannschaft, die sich mit beeindruckendem Offensivspiel in den Playoffs erst gegen die Toronto Maple Leafs durchsetzte und dann in der zweiten Runde gegen die Tampa Bay Lightning ausschied, verkörpert ein Attribut, das sich die Bruins in diesem Sommer ganz besonders auf ihre Fahne geschrieben haben: Kontinuität.

Video: BOS@TOR, Sp3: Chara trifft von der Torlinie aus

Der Abwehrrecke gibt seit über zwölf Jahren den Ton in Boston an und das dürfte sich auch in naher Zukunft nicht ändern. Neben Chara sind auch die übrigen Schlüsselpositionen im Team mit den Mittelstürmern Patrice Bergeron und David Krejci, Brad Marchand auf der Außenbahn und Torsteher Tuukka Rask hervorragend besetzt.

Daneben legten die jungen Wilden in den vergangenen Jahren eine steile Entwicklung hin und lassen Bostons Zukunftsaussichten rosig erscheinen. Mit David Pastrnak steht bei den Bruins ein Mann unter Vertrag, der sich anschickt, zu einem absoluten Topstar der Liga zu werden. Mit 20 Punkten (6 Tore, 14 Assists) in zwölf Playoff-Spielen 2018 versetzte der Tscheche die Kontrahenten in Aufruhr.

 

[Ähnliches: Ward als einziger Stanley Cup Gewinner]

 

So verwundert es kaum, dass sich General Manager Don Sweeney und Headcoach Bruce Cassidy in der laufenden Transferphase in Zurückhaltung üben. Namhafte Verpflichtungen dürften kaum auf dem Plan stehen, zumal Boston laut CapFriendly.com für die nächste Saison nur noch knapp 2,9 Millionen US-Dollar bis zum Salary Cap zur Verfügung hat.

Hinzu kommt, dass nach der kommenden Spielzeit die Verträge von Stürmer Danton Heinen (47 Punkte in 77 Spielen) und Verteidiger Charlie McAvoy (32 Punkte in 63 Spielen) auslaufen. Wollen die Bruins ihre beiden Youngsters halten und ihnen qualifizierte Angebote unterbreiten, werden sie tief in die Tasche greifen müssen.

Video: BOS@TBL, Sp2: McAvoy schließt tolles Passspiel ab

Bostons Kader-Ausdünnung hat daher bereits am 1. Juli begonnen. Schon am ersten Tag der Transferperiode unterschrieben die Stürmer Tim Schaller, Kenny Agostino, Austin Czarnik und Riley Nash, die Verteidiger Nick Holden und Tommy Cross sowie Ersatzkeeper Anton Khudobin neue Arbeitsverträge bei der Liga-Konkurrenz.

 

[Lies noch mehr Offseason-Diagnosen]

 

Schaller, Nash, Holden und Khudobin waren in der Vorsaison wichtige Bausteine in Coach Cassidys Aufgebot und erwiesen den Bruins zuverlässige Dienste. Khudobin erreichte in der abgelaufenen Spielzeit eine Bilanz von 16-6-7, eine Fangquote von 91,3 % und einen Gegentorschnitt von 2,56.

Sein Nachfolger heißt Jaroslav Halak und kommt von den New York Islanders. Mit der Routine aus 13 NHL-Jahren passt der Slowake perfekt ins Anforderungsprofil der Bruins. "Erfahrung stand ganz oben auf unserer Liste", kommentierte GM Sweeney den Einkauf.

Doch Halak, der in der Vorsaison für New York eine Bilanz von 20-26-6, eine Fangquote von 90,8 % und einen Gegentorschnitt von 3,19 einfuhr, stellt bei über einer Million Dollar mehr Gehalt kaum eine Verbesserung zu Khudobin dar. Auch die anderen Neuverpflichtungen können die Löcher, die Nash, Holden und Schaller hinterlassen, eher nicht stopfen.

 

[Die neuesten Nachrichten aus der NHL auf Twitter bekommst Du bei @NHLde]

 

Während die Stürmer Joakim Nordstrom und Chris Wagner lediglich Optionen für die hinteren Reihen sind, könnte John Moore auf lange Sicht eine tragende Rolle auf der linken Abwehrseite einnehmen. Für die New Jersey Devils absolvierte der Linksschütze Moore in der Vorsaison 81 Partien und erreichte dabei 18 Scorerpunkte (7 Tore, 11 Assists) sowie einen Plus-Minus-Wert von +3. Moore war eine Stütze in der Devils-Defensive und kam auf durchschnittlich 20:01 Minuten Eiszeit. Die Bruins sicherten sich seine Dienste bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 und lassen sich das durchschnittlich 2,75 Millionen Dollar jährlich kosten.

Auch die Abgänge in der Offensive sieht Sweeney gelassen. Er ist der Meinung, dass ihm diverse interne Lösungen zur Verfügung stehen, um die vakanten Stellen auf dem rechten Flügel und in der Mitte der dritten Sturmreihe zu besetzen.

"Natürlich könnten wir einen Rechtsaußen verpflichten, ich sehe jedoch auch einige starke Kandidaten aus den eigenen Reihen", betonte er. "Ich denke, Danton Heinen verdient eine Chance und auch Ryan Donato macht einen guten Eindruck. Darüber hinaus haben wir noch weitere Spieler, die wir uns auf dieser Position ansehen werden. Für die Mitte verfügen über einige junge Spieler, die den Platz gerne einnehmen würden, fügte er hinzu. Wir haben etliche Jungs, die ich hochholen und auf dieser Position spielen lassen kann."

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.