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In Anaheims Defensive besteht Handlungsbedarf

Analyse der Ducks: Bislang keine großen Namen unter den Neuverpflichtungen, Angriff gut bestückt

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley-Cup-Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: Anaheim Ducks

Die Anaheim Ducks haben die Konsequenzen aus dem enttäuschenden Abschneiden bei den Stanley Cup Playoffs gezogen und kräftig auf dem Spielermarkt zugegriffen. In den vergangenen Tagen verpflichteten sie sechs Akteure, die in der kommenden Saison für frische Impulse sorgen sollen. Zudem durften die Kalifornier beim NHL Draft 2018 sieben Talente auswählen, von denen allerdings nur wenige auf Anhieb den Sprung ins Aufgebot der Ducks schaffen dürften.

 

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Mit Blick auf die Liste der bis jetzt feststehenden Zugänge lässt sich konstatieren, dass die Ducks eher in die Tiefe denn in die Spitze ihres Kaders investiert haben. Namhafte Spieler sucht man unter den Neuverpflichtungen vergebens. Das räumt General Manager Bob Murray unumwunden ein.

"Selbstverständlich haben wir uns auch mit den großen Namen auf dem Markt beschäftigt. Aber wir fanden die Preise extrem hoch", begründete er die Zurückhaltung, was spektakuläre Einkäufe anbelangt. "Unser primäres Ziel ist es gewesen, das Team mit schnellen Spielern zu verstärken und uns in der Offensive breiter aufzustellen", erläuterte Murray die Geschäftspolitik der Ducks.

Mit Carter Rowney zog Anaheim immerhin einen Stanley-Cup-Sieger an Land. Der Rechtsaußen hatte den Titel 2017 mit den Pittsburgh Penguins gewonnen. In der vergangenen Spielzeit bestritt er in der regulären Saison 44 Partien für die Penguins und brachte es dabei auf fünf Punkte (zwei Tore, drei Vorlagen). Insgesamt stand der 29-jährige Stürmer 71mal in der Hauptrunde für Pittsburgh auf dem Eis, schoss fünf Tore und bereitete sieben Treffer vor. In den Playoffs kam er auf 23 Einsätze und drei Assists. Rowney passt mit seinem Speed optimal ins Anforderungsprofil der Ducks. Darüber hinaus gilt er als Spezialist fürs Penalty-Killing. Sein Vertrag bei den Ducks läuft drei Jahre.

 

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Center Brian Gibbons kommt mit der Empfehlung seines bislang erfolgreichsten Jahres in der NHL nach Anaheim. Mit zwölf Toren, 14 Assists, 26 Punkten, einem Plus-Minus-Wert von +10 sowie 59 Spielen für die New Jersey Devils verzeichnete er jeweils persönliche Bestmarken. Seine starken Darbietungen brachten dem 30-Jährigen die Berufung ins Team der USA für die Weltmeisterschaft 2018 ein. Neben den Devils spielte Gibbons in der NHL auch für die Penguins und die Columbus Blue Jackets. Mit den Ducks verständigte er sich auf einen Einjahresvertrag.

Ebenfalls für eine Spielzeit unterschrieben Flügelstürmer Anton Rodin (zuletzt HC Davos) und Center Ben Street (Grand Rapids Griffins). Beide liefen schon in der NHL auf, allerdings nur sporadisch. Deshalb müssen sie sich beim Trainingscamp im September erst noch für einen festen Platz im Kader der Ducks empfehlen.

Die Abteilung Attacke ist zum jetzigen Zeitpunkt mit 16 Spielern schon recht ansehnlich bestückt. Vor allem auf der Center-Position und auf Rechtsaußen hat Coach Randy Carlyle eine große Auswahl zur Verfügung. Handlungsbedarf besteht auf dem linken Flügel, für den nach Lage der Dinge lediglich Andrew Cogliano und Nick Ritchie gesetzt sind.

Längst nicht abgeschlossen ist die Personalplanung für die Defensive. Acht Spieler stehen dort im Augenblick unter Vertrag. Einziger Neuzugang ist bisher Luke Schenn. Der 28 Jahre alte Verteidiger verdiente sein Geld zuletzt bei den Toronto Maple Leafs und bringt inklusive der Playoffs die Erfahrung aus 720 Spielen für die Arizona Coyotes, Los Angeles Kings, Philadelphia Flyers und die Maple Leafs mit. Für diese vier Klubs sammelte er 146 Scorerpunkte (32 Tore, 114 Vorlagen). "Mit ihm bekommen wir einen routinierten Abwehrspieler, mit Führungsqualitäten", kommentierte General Manager Murray.

Auf eine neue Bewährungschance bei den Ducks hofft der Münchner Korbinian Holzer. Der 30-jährige Verteidiger besitzt noch gültige Arbeitspapiere bis zum Ende der Saison 2018/19. Für ihn standen in der abgelaufenen Serie nur 16 Auftritte ohne einen einzigen Zähler für die Scorer-Wertung zu Buche. Zwischenzeitlich ging er seinem Job bei den San Diego Gulls, dem AHL-Farmteam der Ducks, nach.

 

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Keinen weiteren Transferaktivitäten sind bei den Torhütern erforderlich. Mit Jared Coreau (Red Wings) holten die Verantwortlichen im Rahmen der Free Agency einen Backup für ihr Goalie-Duo John Gibson und Ryan Miller. Mit den Draftpicks Lukas Dostal und Roman Durny befinden sich zwei weitere talentierte Schlussmänner in der Organisation der Ducks.

Gespannt ist Anaheims sportliche Leitung auf die Entwicklung ihres Erstrundenpicks beim diesjährigen NHL Draft, Isac Lundestrom. Der 18-jährige Center legte bei Lulea eine überzeugende Saison mit 15 Punkten (sechs Tore, neun Vorlagen) aus 42 Spielen in der SHL, der ersten schwedischen Liga, hin. Nach einhelliger Expertenmeinung bringt er alles mit, um frühzeitig den Sprung in die NHL zu schaffen.

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