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Tampa Bay Lightning müssen keine Trübsal blasen

Trotz des verlorenen Conference-Finales spielte das Team aus Florida eine klasse Saison

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Die Hoffnungen waren groß, doch am Ende jubelte der Gegner: Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren zogen die Tampa Bay Lightning im Conference-Finale im Osten den Kürzeren. Die 0:4-Heimniederlage am Mittwoch gegen die Washington Capitals besiegelte das Aus nach sieben Spielen. 2016 war das Team aus Florida in der Best-of-Seven-Serie ebenfalls mit 3:4 am späteren Stanley-Cup-Champion Pittsburgh Penguins gescheitert. Im vergangenen Jahr hatten sich die Schützlinge von Coach Jon Cooper nach einer insgesamt enttäuschenden Hauptrunde gar nicht erst für die Playoffs qualifiziert.

Der Hauptgrund für das Scheitern gegen die Capitals war zweifellos die Ladehemmung der Lightning, die sich bereits beim 3:2-Sieg in Spiel 5 in der Amalie Arena einstellte. Nach dem Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 durch Ryan Callahan gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts hatte die Offensive ihr Pulver verschossen. In den folgenden 159:27 Minuten versuchte sie vergeblich, den Puck im Gehäuse von Washingtons Schlussmann Braden Holtby unterzubringen.

Vor allem die beiden Top-Scorer Nikita Kucherov und Steven Stamkos blieben in den letzten drei Spielen der Serie deutlich unter den Erwartungen. Rechtsaußen Kucherov verbuchte lediglich einen Assist, Center Stamkos ging sogar komplett leer aus. In den vier Begegnungen zuvor waren ihnen zusammen zehn Punkte gelungen. Schon in den ersten beiden Playoff-Runden gegen die New Jersey Devils und die Boston Bruins konnten die beiden nicht an ihre überragende Form der regulären Saison anknüpfen. Gegen diese Kontrahenten fiel ihre Abschlussschwäche jedoch nicht ins Gewicht, da die Stürmerkollegen aus den anderen Reihen in die Bresche sprangen. Gegen die Capitals mühten sich allerdings auch andere Offensivkräfte vergeblich. So vereinten Yanni Gourde, Tyler Johnson und J.T. Miller gerade einmal fünf Assists auf sich. Ein Torerfolg war ihnen in den sieben Spielen gegen Washington nicht vergönnt. Gourde und Miller gelang es zu keinem Zeitpunkt, ihre Stärke beim Forechecking einzusetzen und dadurch Chancen zu generieren. Johnson kam mit dem körperbetonten Spiel von Washingtons Defensive überhaupt nicht zurecht.

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Gourde erkannte die starke Abwehrleistung der Capitals in der Serie neidlos an. "Sie haben gut verteidigt, viele Schüsse geblockt und uns vor ihrem Tor abgedrängt", sagte er. "Sie holten viele Rebounds und gaben uns nur wenige Gelegenheiten für Nachschüsse. Wir haben zwar hart gekämpft, aber es war eben nicht genug. Das muss man respektieren", lautete sein Fazit.

Nicht immer sattelfest in den Duellen gegen Washington präsentierte sich dagegen die Defensive der Lightning. Gerade in den ersten beiden Partien in der Amalie Arena erlaubte sie sich teilweise haarsträubende Abspielfehler, die von den Capitals gnadenlos ausgenutzt wurden.

"In keinem der sieben Spiele haben wir wirklich 60 Minuten fehlerfrei agiert", merkte Verteidiger Anton Stralman selbstkritisch an. "Das ist schade, denn wir haben ein starkes Team und sind in der Lage, gutes Hockey zu spielen. Aber wir konnten es einfach nicht umsetzen", fügte er hinzu.

Nach dem frühen 0:2-Rückstand nach den zwei Heimpleiten zum Auftakt sah es kurzzeitig so aus, als würden die Lightning die Endspielserie doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss bringen und ins Stanley-Cup-Finale einziehen. Doch nach drei Siegen am Stück vergaben sie in der Capital One Arena den ersten von zwei Matchbällen. Beim folgenden Showdown in Spiel 7 in der Amalie Arena erwies sich der vermeintliche Heimvorteil einmal mehr als Bürde. Die dritte Niederlage im Conference-Finale vor eigenem Publikum war dann genau die eine zu viel.

 

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Trotz des unbefriedigenden Schlusspunkts besteht für die Lightning keinerlei Anlass, um Trübsal zu blasen. Mit teilweise spektakulären Auftritten tilgten sie die Schmach aus dem Vorjahr und schafften mit 113 Punkten als bestes Hauptrundenteam im Osten den Sprung in die Playoffs. Die 54 Siege bedeuteten einen neuen Franchise-Rekord. Die dritte Teilnahme am Conference-Finale in den vergangenen vier Jahren sind ein zusätzlicher Beleg für die Extraklasse der Mannschaft.

Kapitän Stamkos stellte unter Beweis, dass er - wenn er gesund ist - zu den Superstars der Liga zählt. Rechtsaußen Kucherov rückte mit seinen 100 Scorerpunkten in der Hauptrunde ebenfalls in diese Kategorie auf. Verteidiger Victor Hedman erwies sich erneut als verlässliche Säule in der Defensive und Torwart Andrei Vasilevskiy gehörte in dieser Spielzeit zu den besten Torhütern der NHL. Seine Nominierung für die Vezina Trophy ist daher folgerichtig. Mit dieser Achse der Extraklasse gehören die Lightning in der kommenden Saison ohne Zweifel wieder zu den Titelfavoriten.

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