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Tampa Bay und Ben Bishop waren in Spiel 2 auf der Höhe

von Stefan Herget / NHL.com

Viel Spannung ist bei den Spielen in den NHL Stanley Cup Playoffs an der Tagesordnung. Doch neben dem Kampf um Tore, Ergebnisse und dem Gewinnen, um dem großen Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen, geht es auch immer darum zu sehen, wie Mannschaften auf Resultate der letzten Begegnung reagieren und aus ihren Fehlern der Vergangenheit lernen.

Blicken wir zurück auf Spiel 1 zwischen den Tampa Bay Lightning und den New York Islanders am Mittwoch. Die Gäste gewannen diese Partie am Ende mit 5-3 und gingen in der Serie mit 1-0 in Führung.

Viel Log erhielt die Mannschaft um Kapitän John Tavares und insbesondere der deutsche Torhüter Thomas Greiss, der für seine Farben erneut der Fels in der Brandung war und mit den entscheidenden Rettungstaten großen Anteil am Sieg hatte.

Auf der anderen Seite war im Gegensatz Wunden lecken angesagt und Schlussmann Ben Bishop stand im Fokus der Analysen, nachdem er nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Trotzdem hatten alle im Team und Umfeld Vertrauen, dass ihre Nummer 1 gestärkt aus dieser Situation herauskommen und verhindern würde, dass die Islanders zum ersten Mal seit 1983 in einer Playoff Serie mit 2-0 in Führung gehen würden.

Und wie er es tat. Bishop war besonders zu Beginn gefordert, denn trotz einer frühen 2-0 Führung von Tampa Bay hatten die New Yorker bis zur Mitte der Spielzeit mehr vom Spiel und verbuchten ein Torschussverhältnis von 15 zu 8 zu ihren Gunsten. Mehr als der 1-2 Anschlusstreffer durch Nikolay Kulemin in Überzahl in der 16. Minute sprang jedoch dank Bishop nicht heraus.

Der zuletzt hoch gelobte Greiss musste indes bei den ersten vier Torschüssen innerhalb von 12 Minuten nach Beginn den Puck bereits zwei Mal hinter sich aus dem Netz holen und die Islanders hatten es versäumt, die Verunsicherung der Lightning zu steigern, indem sie aus zwei Powerplay Möglichkeiten nach Strafzeiten gegen Ondrej Palat (Behinderung) und Ryan Callahan (Halten) in den ersten zehn Minuten Kapital gezogen hätten.

Der zweite Treffer der Partie war ärgerlich für Greiss, denn die Scheibe rutschte ihm nach einem Rückhandschuss von Jonathan Drouin aus spitzem Winkel durch die Schoner. "Es war eines dieser Eier", sagte Greiss in seiner nüchternen Art nach der Partie. "Es passiert immer wieder einmal. Du willst ihn nicht reinlassen, aber es passiert."

Der gebürtige Allgäuer bewies aber in der Folgezeit, dass auf ihn Verlass ist und er sich von solchen Momenten nicht aus der Ruhe bringen lässt. Selbst das glückliche 3-1 der Lightning, als der Puck in der 32. Minute von Islanders Verteidiger Calvin de Haan ins eigene Tor abgefälscht wurde, änderte nichts daran, dass es vor allem Greiss war, der seine Kollegen im Spiel hielt.

Die Fragestellung für New Yorks Trainer Jack Capuano ist, warum es seine Mannen anschließend nicht mehr schafften zurückzukommen und in den letzten 28 Minuten trotz aufholbarem Rückstand nur noch fünf Mal auf Bishop schossen und stattdessen Greiss sich mit 22 Torschüssen auf ihn im Belagerungszustand befand.

"[Bishop] machte früh einige Saves, aber sie haben mit einem Ei getroffen, von dem ich glaube, dass es ihnen einigen Auftrieb gab", sagte Capuano in der Presskonferenz. "Dann haben sie uns im dritten Drittel kaum noch ins Spiel kommen lassen."

"Ich glaube die Mannschaft hatte ein großartiges Spiel", teilte indes Greiss mit. "Sie wissen, dass sie wirklich gut gespielt haben. Ich habe ein paar [Tore] zugelassen, hätte besser sein können. Insgesamt glaube ich aber, haben wir ein gutes Spiel gezeigt. Sie kamen am Schluss richtig druckvoll."

Sein Gegenüber Bishop lobte seine Kollegen. "Ich denke das Team hat wirklich gut gespielt", sagte er. "Wir müssen jetzt damit weitermachen. Wir haben gesehen, was wir in Spiel 1 falsch gemacht hatten and ich glaube wir haben bessere Arbeit gemacht, den Puck zu halten, ihn tief zu spielen und ihnen keine Möglichkeiten zu Puckgewinnen und Kontern zu geben."

Islanders Center Tavares sah es relativ pragmatisch, indem er betonte, man wäre weiterhin nur noch drei Siege vom Gewinnen der Serie entfernt. Allerdings merke er auch kritisch an, dass sie gefordert wären, mehr die Geschwindigkeit aus dem Spiel der Lightning zu nehmen, weil sie ein schnelles Team wären. Mehr Aggressivität im Forecheck wäre gefordert.

Mit 1-1 geht die Serie nun nach zwei Tagen Pause in die Fortsetzung am Dienstag um 19 Uhr ET und Mittwoch 1 Uhr MESZ im Barclays Center in Brooklyn. Über die wegen des Standes obligatorische Frage, ob es eine lange Serie werden würde lachte Capuano. "Man glaubt immer irgendwann, dass die Serie lang werden würde und sie endet dann nach fünf Spielen", sagte er. "Man weiß es nicht. Der Grad für Fehler ist so schmal, ob man Eishockeyspiele gewinnt oder verliert."

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