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Tampa Bay schockt Chicago kurz vor dem Ende

von Stefan Herget / NHL.com

In Spiel 3 der Serie war Spannung angesagt und das nicht nur wegen des 1-1 Unentschieden in der Serie. Die Chicago Blackhawks waren mit sieben Siegen in bisher acht Spielen die beste Heimmannschaft der Playoffs und die Tampa Bay Lightning mit sieben Erfolgen aus zehn Auswärtssiegen das beste Team in der Fremde.

Absolut imposant das weite Runde des United Center gefüllt mit den über 20.000 überwiegend rot gekleideten Blackhawks Fans. Während in Tampa einige hundert Gästefans auszumachen waren, ist die Unterstützung für die Lightning hier eher gering.

Tampa wartete mit Ben Bishop im Tor auf, dessen Einsatz nach seinem vorzeitigen Abgang in der vergangenen Partie unsicher war. Bei Chicago wirkten nach Verletzungen wieder Bryan Bickell und Trevor Van Riemsdyk mit.

Die Gäste aus Florida hatten den besseren Start und prüften Corey Crawford einige Male. Gerade als die Hawks Jonathan Toews und Patrick Sharp das erste Mal gefährlich vor Bishop auftauchten, markierten die Lightning den Führungstreffer. Einen schnellen Gegenzug schloss Ryan Callahan mit einem Schuss über die Fanghand von Crawford ab. Der Torschütze wirkte selbst überrascht, dass sein Puck im Netz eingeschlagen hatte.

Nun wachten die Blackhawks langsam auf und sie produzierten einige Chancen in Serie. Allen voran Marian Hossa, der das leere Tor nicht traf. Er wurde allerdings gleichzeitig von Braydon Coburn gefoult. Da auch Brandon Saad ein Vergehen beging, wurde Vier gegen Vier weitergespielt. Das bevorteilte weiter Chicago. Patrick Kane war der Nächste, der die Scheibe trotz aussichtsreicher Position nicht im Tor unterbrachte.

In der 13. Minute folgte die erste Überzahl der Hausherren, als Coburn wieder raus musste. Nach mehreren guten Möglichkeiten in dieser Spanne, traf Brad Richards von der Blauen Linie zum Ausgleich. Allerdings sah Bishop dabei nicht gut aus, weil er den Puck über die Fanghand gleiten ließ.

Chicago blieb überlegen, aber bis zur Pause sollte nichts mehr passieren. Das Torschussverhältnis im ersten Drittel war mit 19 zu 7 zu Gunsten der Blackhawks deutlich.

Dieses Verhältnis drehte sich im Mittelabschnitt. Tampa war plötzlich präsenter in der Offensive und brachte Chicago einige Male in Bedrängnis. Bereits einige Sekunden nach Wiederbeginn landete der Puck nach Schuss von Callahan am Pfosten. Es dauerte über drei Minuten bis die Hausherren erstmals gefährlich vor Bishop auftauchten. Überlegen blieben aber die Lightning.

Gelegentlich hatte Chicago die Führung am Schläger, so als sich Antoine Vermette in der gegnerischen Zone den Puck erkämpfte, aber alleine an Bishop scheiterte. Die Blackhawks hatten ein weiteres Powerplay nach Strafzeit gegen Nikita Kucherov. Auch in dieser Zeit wollte jetzt nicht viel gelingen. Als der Sünder wieder auf das Eis durfte, tauchte er gleich alleine vor Crawford auf, der jedoch der Sieger der Situation blieb.

Brenzlig wurde es in der 36. Minute für Chicago, als erst Bickell und dann kurz darauf Saad eine Strafzeit kassierten. Es bedeutete 86 Sekunden doppelte Überzahl für die Gäste. Crawford lief jetzt unter dem frenetischen Jubel des Publikums zur Hochform auf und so überstanden sie das Manko. Mit 17 zu 7 für Tampa in den zweiten 20 Minuten kehrte sich fast genau das Torschussverhältnis des ersten Drittels um. Es stand aber weiter nur 1-1.

Wieder war es Tampa mit der ersten Chance im Schlussabschnitt. Crawford parierte schon nach 14 Sekunden gegen Alex Killorn. Auf der Gegenseite verzog Saad nach schönem Pass von Hossa. Drei Minuten später machte er es nach einer kleinen Druckphase der Blackhawks und erneutem Zuspiel von Hossa besser und traf aus mittiger Position zum 2-1.

Der Jubel darüber im United Center verhallte schnell, denn 14 Sekunden darauf lag der Puck im anderen Netz. Ondrej Palat hatte einen Nachschuss zum 2-2 hineingestochert.

Die Begegnung stand nun auf des Messers Schneide und beide Mannschaften spielten im Fortgang mit hohem Tempo nach vorne. Die Verlängerung war anscheinend unerwünscht. Ein genialer Spielzug der Lightning brachte schließlich die Entscheidung. Callahan spielte an der eigenen Blauen Linie zu Victor Hedman, der sich durchsetzte und Cedric Paquette in der Mitte mustergültig bediente. Dieser überwand Crawford mit einem trockenen Schuss.

Trainer Joel Quenneville nahm über 100 Sekunden vor dem Ende Crawford vom Eis. Doch diese Maßnahme brachte nichts mehr ein. Tampa führt in der Serie mit 2-1. Weiter geht es am Mittwoch auf Donnerstagnacht um 2 Uhr MESZ mit dem vierten Spiel in Chicago.

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