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Es war für die Tampa Bay Lightning (10-2-1) am Samstag vor dem Spiel im BB&T Center gegen die Florida Panthers (8-2-2) keine leichte Ausgangslage. Ohne einige ihrer prominentesten Spieler im Kader und zwei Tage nach einer 2:5-Pleite an gleicher Stelle war eine Reaktion gefragt.

Viele Mannschaften konnten diesem Druck in der Vergangenheit nicht zwangsläufig standhalten. Den Lightning gelang es im Stile, die eines Meisters würdig war. Mit 6:1 gewann der Stanley Cup Champion 2020 beim Rivalen in Sunrise und bewies damit eindrucksvoll, dass mit Tampa Bay auch in dieser Saison zu rechnen ist.
48 Stunden nach der von Trainer Jon Cooper als "demütigende Erfahrung" titulierten Darbietung, war dem Titelverteidiger nicht anzumerken, dass er auf wichtige Aktive wie Kapitän Steven Stamkos und Center Anthony Cirelli verzichten musste.
Nach einem torlosen ersten Drittel zog Tampa Bay im Mitteldrittel durch vier Tore in Folge einsam davon. Sie ließen nach dem Ehrentreffer der Panthers gut zehn Minuten vor Spielende sogar noch zwei weitere Treffer zum Endstand folgen und nahmen damit erfolgreich und souverän Revanche.

TBL@FLA: Johnson erhöht Spielstand im 2. Drittel

Tyler Johnson traf am Samstag doppelt für Tampa Bay. Gemel Smith durfte sich über zwei Assists freuen und Torhüter Andrei Vasilevskiy zeigte 33 Rettungstaten. Die weiteren Tore für die Lightning erzielten Ondrej Palat, Mathieu Joseph, Alexander Volkov und Barclay Goodrow. Keiner von ihnen hat bisher mehr als fünf Saisontreffer vorzuweisen, was die offenkundige Kaderbreite eindrucksvoll offenbart.
Für Joseph, dem in diesem Spiel sein drittes Tor aus den vergangenen drei Spielen gelang, ist der aktuelle Wert von fünf Saisontoren umso erstaunlicher, da er in der vergangenen Spielzeit in 37 Einsätzen einmal weniger einnetzen konnte.
Durch die bewiesene Flexibilität im Kader konnte es Tampa Bay gut verschmerzen, dass Brayden Point, nach zuletzt sieben Spielen, in denen ihm vier Tore und sieben Assists gelungen waren, dieses Mal ohne Punkt blieb. Wohl dem, der sich auf eine solche beeindruckende Tiefe verlassen kann.
"Ich denke, in der letzten Begegnung waren wir einfach nicht wirklich bereit zu spielen", sagte Johnson über die zuvor erlittene Niederlage. "Sie haben uns dafür bezahlen lassen. Man muss ihnen zugutehalten, dass sie ein tolles Spiel gemacht haben, aber es war definitiv nicht unser bestes. Wir haben danach intensiv darüber gesprochen, dass wir viel mehr bringen müssen. Wir hatten ein gutes Training [am Freitag] und waren dieses Mal in der Lage, es heute irgendwie besser auf das Eis zu bringen. Die Jungs haben wirklich gut gespielt."

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Dass ihr Anführer Stamkos aufgrund einer Covid-19-Infektion erneut passen musste und zudem mit Stürmer Cirelli ein weiterer Top-Angreifer aufgrund einer Verletzung an der oberen Körperhälfte nicht zur Verfügung stand, merkte man der Offensive nicht an.
"Wir haben einige Schlüsselspieler derzeit nicht mit im Kader, die im Normalfall bei uns eine Menge Minuten an Eiszeit beanspruchen, und die Jungs müssen jetzt ihre Plätze einnehmen. Ich denke rückblickend, diese Spieler haben heute einen hervorragenden Job gemacht", befand Lightning-Trainer Cooper. "Die verbliebenen Akteure wurden in der Aufstellung entsprechend nach oben versetzt und haben ihre Aufgabe wunschgemäß erfüllt. Wir brauchen eine gute Tiefe, um den Sturm zu überstehen, und diese Spieler haben genau das getan. Das ist der Grund, warum wir gewonnen haben."
Nach einem ersten Drittel, in dem die Panthers die Gäste noch mit 11:4 Torschüssen optisch dominiert hatten, erlangten die Lightning im zweiten Spielabschnitt mehr und mehr die Spielkontrolle und trafen geradezu wunschgemäß in die Maschen des Gegners.
"Es war großartig", sagte Cooper. "Und auch die Art und Weise, wie wir es gemacht haben. Wir wollten nicht wieder einem Rückstand hinterherlaufen, und als wir eine Schwächephase hatten, war Vasilevskiy da."

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Palat traf in Überzahl in der 25. Minute zum wichtigen 1:0. Joseph erhöhte wenige Sekunden später nach einem Konter auf 2:0, wodurch die Lightning deutlich mehr Sicherheit gewannen und die Begegnung in der Folgezeit zunehmend dominierten.
"Ich glaube, wir haben da ein Stück weit die Fassung verloren", bekannte Panthers-Trainer Joel Quenneville. "Wir hatten eigentlich einen guten Start in das Spiel und bekamen sogar ein paar Powerplay-Möglichkeiten. Aber dann ist uns das Spiel innerhalb weniger Minuten völlig entglitten. Ich denke, wir haben einfach die notwendige Ruhe verloren, weil wir in dieser Phase nicht mehr das getan haben, was uns im ersten Spiel erfolgreich gemacht hat. Sie waren heute einfach das deutlich hungrigere Team."
Die Lightning haben aus ihrer Sicht genau die Reaktion gezeigt, die sich die Verantwortlichen vor der Begegnung erhofft hatten. Am Montag (7 p.m. ET; NHL.tv; Di. 1 Uhr MEZ) sehen sich beide Mannschaften zum dritten Derby in Serie wieder. Dann treten sie allerdings in der Amalie Arena in Tampa an. Ob die Lightning auf heimischen Eis abermals den gewünschten Biss zeigen werden, oder ob es die Panthers sind, die wieder kräftiger zufassen werden, das wird sich zeigen.