MTL@VGK, Sp1: Price ganz lässig nach einem Save

Jetzt hat es die Montreal Canadiens doch erwischt. Sieben Siege in Folge hatte die Mannschaft von Dominique Ducharme in den Stanley Cup Playoffs eingefahren. Nach dem 4:3 in der ersten Runde gegen die Toronto Maple Leafs und dem Sweep in Runde zwei gegen die Winnipeg Jets mussten sich die Canadiens in Spiel eins des Stanley Cup Halbfinals 1:4 bei den Vegas Golden Knights geschlagen geben.

Es war das erste Mal in dieser Spielzeit, dass die Canadiens auf eine Mannschaft außerhalb der Scotia North Division traf. Das Ergebnis habe zwar nicht den eigenen Vorstellungen entsprochen, es sei aber gut gewesen, mal auf ein anderes Team zu treffen, meinte Stürmer Phillip Danault. Dazu auch noch eine ausverkaufte Arena in der Spielermetropole von Nevada. Die Mannschaft habe sich auf den Auftritt gefreut, bekräftigte Verteidiger Joel Edmundson. "Und wir werden im nächsten Spiel besser sein", betonte er gleich danach.
Einig war man sich im Lager der Gäste, was am Ende das Pendel zugunsten der Gastgeber schwingen ließ. Die Strafzeiten zu Beginn des zweiten Drittels brachten das Team aus dem Rhythmus. Ben Chiarot machte schon nach sieben Sekunden den Anfang, als er wegen Spielverzögerung in die Kühlbox musste. Fünf Minuten später musste Edmundson wegen Stockschlags auf dem Sünderbänkchen Platz nehmen. Und noch mal drei Minuten darauf hatte Brett Kulak wegen Beinstellens zwei Minuten Pause. Zwar trafen die Golden Knights in Überzahl nicht. Doch der Schaden war angerichtet.
"Wir haben in dieser Phase zu viele Strafzeiten genommen", meinte Edmundson, 2019 Stanley Cup-Sieger mit den St. Louis Blues. Dadurch habe man das Momentum an die Golden Knights abgegeben. Eine weitere Konsequenz daraus sei gewesen, dass die Spieler, die in Unterzahl ranmussten, zunehmend müde gewesen seien, meinte der Verteidiger. "Wenn wir solche Strafzeiten vermeiden, sind wir ein effektives Eishockeyteam", betonte Edmundson.

MTL@VGK, Sp1: Caufield verkürzt mit PPG im 2.

Dabei waren sie sich bei den Canadiens ebenfalls einig, dass der Auftritt im ersten Drittel eigentlich gar nicht so schlecht war. Edmundson sprach von einer guten Leistung im ersten Spielabschnitt. Der Trainer befand, dass seine Schützlinge gut verteidigt hätten. "Wir hatten auch ein paar gute Möglichkeiten, haben sie aber nicht genutzt. Wir müssen noch konstanter werden, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff", forderte Ducharme. In einigen Situationen hätte seine Mannschaft besser reagieren können.
Doch die Canadiens haben in diesen Stanley Cup Playoffs schon gezeigt, dass sie mit Rückständen umgehen können. Es mag zwar etwas ungewohnt gewesen sein, dass die Mannschaft innerhalb eines Spiels hinten lag. Das 1:0 für Vegas durch Shea Theodore nach gut neun Minuten im ersten Drittel war der erste Rückstand für Montreal in einer Partie nach knapp 450 Minuten.
Und auch in 0:1 nach Siegen in der Serie sollte die Mannschaft aus der kanadischen Provinz Quebec nicht aus der Bahn werfen. Schon in der ersten Runde gegen die Toronto Maple Leafs lagen die Canadiens 1:3 zurück, drehten den Spieß noch um und schickten den Favoriten in die Sommerpause. In den Partien fünf und sechs bewies Montreal dabei auch, dass das Nervenkostüm intakt ist - beide Spiele wurden jeweils in der Verlängerung gewonnen. Und mit einem glatten Durchmarsch wie gegen die Jets in Runde zwei hat im Lager der Canadiens sicherlich niemand ernsthaft gerechnet.
Das Genick brach den Canadiens vor allem, dass sie die Verteidiger der Golden Knights nicht unter Kontrolle brachten. Gleich drei Defensivakteure der Gastgeber trugen sich in die Torschützenliste ein. Neben Theodore waren das noch Alec Martinez und Nick Holden. "Wir müssen sie besser aus dem Spiel nehmen", bekräftigte Edmundson.

MTL@VGK, Sp1: Price stoppt per Schoner Marchessault

Was den Canadiens Mut geben kann für die weiteren Spiele? Zum einen wäre da Cole Caufield zu nennen. Der Youngster verbuchte mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 in Überzahl sein erstes Playoff-Tor. Und das auch noch vor den Augen der Eltern und Bruder Brock. Ausgelassene Freude versprühte der Stürmer, der von den Canadiens im NHL Draft 2019 in der ersten Runde an 15. Stelle gezogen wurde, allerdings verständlicherweise nicht. Ja, es sei natürlich ein ganz besonderes Gefühl. Das erste Playofftor, dazu noch die Familie im Publikum. "Aber es war nicht das Ergebnis, das wir wollten." Am Mittwoch werde man einen neuen Anlauf nehmen. "Wir werden mehr Energie bringen und konzentrierter sein", kündigte er an.
Hoffnung können die Canadiens auch daraus schöpfen, dass die Statistik im Duell mit den Golden Knights für sie spricht. Denn seit Vegas zur Saison 2017/2018 in die Liga kam, haben die Canadiens in der regulären Saison fünf von sechs Duellen für sich entschieden.
Zudem ist man in Montreal zuversichtlich, dass Verteidiger Jeff Petry bald wieder mit von der Partie sein wird. Er fehlte zum zweiten Mal in Folge. Für ihn rückte Rookie Alexander Romanov in den Kader. "Natürlich fehlt er uns", bestätigte Edmundson. Aber es sehe nicht schlecht aus. Er hoffe, dass Petry bald wieder spielen könne.