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Strafzeiten bringen Blues aus dem Rhythmus

St. Louis muss von der Strafbank weg bleiben, wenn es gegen die Boston Bruins eine Chance haben will

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Autor

Es lief eigentlich in Spiel 1 des Stanley Cup Finale alles perfekt für die St. Louis Blues gegen die Boston Bruins. Die Mannschaft von Craig Berube, die in den vorigen Runden der Playoffs vor allem durch ihre Auswärtsstärke aufgefallen ist, hatte die Bruins im Prinzip genau da, wo sie sie haben wollten. St. Louis lag früh 1:0 in Führung. Brayden Schenn mit seinem dritten Treffer in den diesjährigen Playoffs brachte St. Louis in der achten Minute in Front. Und spätestens mit dem 2:0 durch Vladimir Tarasenko nach einer Minute im zweiten Drittel waren die Blues in einer für sie komfortablen Position.

Doch der Anschlusstreffer kurz darauf durch Connor Clifton führte irgendwie zu einem Bruch im Spiel der Gäste. "Wir haben danach nicht mehr unser Spiel aufgezogen", meinte Schenn im Anschluss an die Partie. "Wir hatten eigentlich einen guten Start", ergänzte er. Blues-Torwart Jordan Binnington, der in seinem ersten Stanley Cup Finalspiel 34 Schüsse hielt, erkannte, dass den Blues nach dem 2:1 das Momentum abhandengekommen war. "Und die Bruins haben nochmal einen Schub bekommen", sagte der 25-Jährige. "Man konnte es spüren, wie die Bruins besser wurden." Und auch die Zuschauer seien auf einmal wieder im Spiel gewesen, hätten eine Menge Lärm gemacht.

Hinzu kam, dass die Blues zu viele Strafzeiten kassierten. Und so fiel das 2:2 der Bruins auch in Überzahl. Oskar Sundqvist verbüßte gerade eine Strafe nach einem Crosscheck gegen Clifton. Im Lager der Blues waren sie sich nach dem Spiel einig, dass sie in der nächsten Partie disziplinierter auftreten müssen. "Wir waren einfach zu oft auf der Strafbank", stellte Blues-Stürmer David Perron fest. "Im zweiten Drittel waren wir auch nicht gut genug. Aber so Sachen passieren." Die Blues hätten nach dem Anschlusstreffer die Ruhe am Puck verloren, meinte Perron. Und auch die Aggressivität habe danach gefehlt, betonte Verteidiger Alex Pietrangelo.

Video: STL@BOS, Sp1: Schenn mit erstem Tor des Cup Finales

Mangelnde Disziplin - das ist ein Thema, mit dem sich Blues-Coach Berube in den bisherigen Playoffs noch nicht groß beschäftigen musste. "Wir haben bislang eigentlich immer sehr diszipliniert gespielt", meinte er. "Fünf Strafzeiten sind für ein Stanley Cup Finale einfach zu viel. Aber wir beschweren uns nicht. Wir müssen in diesem Bereich einfach besser werden."

Auf der anderen Seite war Bruce Cassidy, Coach der Boston Bruins, damit zufrieden, dass sich sein Team von der Strafbank fern gehalten hat. "Dadurch mussten wir nicht so viel Energie darauf verwenden, Unterzahlsituationen zu überstehen."

Auch Berube hatte ein gutes erstes Drittel seiner Mannschaft gesehen. "Im zweiten Drittel haben wir uns dann aber nicht mehr so gut bewegt. Wir haben die Scheibe nicht mehr so gut laufen lassen." Das habe den Bruins ermöglicht, Momentum aufzubauen. "Und die Strafzeiten haben dabei nicht geholfen." Nach dem Anschlusstor seien die Bruins besser gewesen. "Wir müssen unser Spiel einfach für 60 Minuten zusammenbekommen", betonte Berube.

 

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In den kommenden Spielen muss dann von der Offensive mehr kommen. 20 Schüsse in Richtung Tuukka Rask im Gehäuse der Bruins waren für ein Playoff-Spiel zu wenig. "Wir müssen Rask einfach mehr testen", meinte Schenn. Heißt im Klartext: mehr Leute vor ihm positionieren, um ihm die Sicht zu nehmen, mehr Scheiben abfälschen. "Er ist ein Weltklassetorhüter. Wir haben ihm das Leben nicht schwer genug gemacht. Wir haben offensiv nicht zu unserem Spiel gefunden."

Doch ebenfalls einig waren sie sich bei den Blues, dass noch nichts verloren ist. "Wir werden fürs nächste Spiel bereit sein", meinte Binnington, dem sein Coach eine gute Leistung bescheinigte. Auch das Forechecking habe nicht so gut geklappt wie gewohnt, war sich Schenn sicher.

 

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Perron sah die Blues im dritten Abschnitt eigentlich auf einem ganz guten Weg. "Aber wir können noch besser spielen als im dritten Drittel", zeigte er sich optimistisch. Wann die Blues damit anfangen? Am besten schon im nächsten Spiel. "Es wird eine lange Serie", prophezeite Perron. "Wir müssen den Bruins zeigen, dass es nicht so leicht wird, zu gewinnen. Wir werden kämpfen. Und wir werden im nächsten Spiel besser werden", kündigte er an.

Spiel 2 des Stanley Cup Finales steigt in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 2 Uhr MESZ (live auf NHL.tv, DAZN, Sport1+, Teleclub Sport) im TD Garden von Boston.

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