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Stars vertrauen auf sichere Abwehr und starke Torhüter

Wie sie hierher gelangt sind: Die zweitbeste Abwehr der Liga gleicht in Dallas eine schwache Offensive aus

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Top 10: Spielzüge der Stars

Top-10-Spielzüge der Stars … bis jetzt

Ein Rückblick auf die Top-10-Spielzüge der Dallas Stars 2019/20 … bis jetzt

  • 05:02 •

Seit dem 12. März pausiert die NHL wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Liga verkündete am 26. Mai den Neustart mit 24 Mannschaften, die in einem neuen Format den Stanley-Cup-Sieger 2020 bestimmen werden. Die vier besten Teams der beiden Conferences sind für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert und spielen in einer Vorrunde ihre Platzierungen aus, während die jeweils weiteren acht in einer Qualifikationsrunde im Best-of-5-Modus die restlichen vier Teilnehmer pro Conference an den Playoffs ermitteln. In dieser Ausgabe: Dallas Stars - wie sie hierher gelangt sind.

In der durch die Coronavirus-Pandemie verkürzten regulären Saison sind die Dallas Stars mit 82 Punkten in 69 Spielen (37-24-8) als Team mit der viertbesten Punktausbeute der Western Conference (59,4 Prozent) direkt für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert und werden bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs ihre Platzierung in je einem Spiel gegen die St. Louis Blues, Colorado Avalanche, und Vegas Golden Knights ausspielen. Sie ziehen zum zweiten Mal in Folge in die Playoffs ein, das gelang ihnen zuletzt mit fünf Teilnahmen von 2003 bis 2008 (2005 wegen Lockout keine Playoffs).

Die Saison der Stars hätte dabei durchaus anders verlaufen können, denn der Start in die Saison verdiente zunächst den Namen desaströs. Die Offensive ließ bis zur Unterbrechung zu wünschen übrig und im Dezember gab es trotz einer deutlichen Leistungssteigerung einen Trainerwechsel, der das Potenzial hatte, das Team aus der Bahn zu werfen. Zudem waren die Leistungen nicht immer konstant, trotz einer ansonsten sehr stabilen Abwehr setzte es etwa am 20. Dezember eine 4:7-Niederlage bei den Florida Panthers und am 18. Januar eine 0:7-Klatsche gegen die Minnesota Wild, das schlechteste Ergebnis der Saison für Dallas.

Doch beginnen wir am Anfang. Nach neun Spielen lagen die Stars auf dem vorletzten Platz der Western Conference, auf ihrem Konto standen drei Punkte durch einen Sieg nach Verlängerung gegen die Washington Capitals und eine Niederlage nach Verlängerung gegen die Calgary Flames, die restlichen sieben Spiele wurden ohne Punktgewinn verloren.

Trainer Jim Montgomery fand jedoch einen Weg sein Team wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Bis zum 10. Dezember holten sie in den nächsten 22 Partien weitere 34 Punkte (16-4-2). Dennoch feuerten die Stars Montgomery am 10. Dezember wegen "unprofessionellen Verhaltens". Assistenztrainer Rick Bowness übernahm nur Stunden vor einem Spiel gegen die New Jersey Devils als Interimstrainer und fuhr mit einem 2:0 sofort seinen ersten Sieg ein. Er hatte zuletzt in der Saison 2003/04 ein Team als Cheftrainer angeführt, damals verpasste er mit den Phoenix Coyotes die Playoffs. Mit den Stars kam er in 38 Spielen auf 45 Punkte (20-13-5).

Doch wie geht es in dieser ungewöhnlichen Saison für die Stars weiter? Freunde des spektakulären Offensiveishockeys kommen in Texas sicherlich nicht auf ihre Kosten. Mit 2,58 Toren pro Spiel zeigten nur fünf Teams eine schlechtere Offensive, davon werden vier nicht an den Playoffs, oder der vorherigen Qualifikationsrunde teilnehmen. Der beste Scorer der Mannschaft ist Tyler Seguin mit 50 Punkten (17 Tore, 33 Assists) in 69 Spielen, das bedeutet ligaweit Platz 68. Bei den Stars erreichte außerdem nur ein Spieler, Außenstürmer Denis Gurianov, die Marke von 20 Toren. Obwohl mit Seguin, Jamie Benn, Alexander Radulov, Roope Hintz, Joe Pavelski und Corey Perry große Namen im Angriff stehen, wäre es eine Überraschung, wenn Dallas seine Gegner in den Playoffs aus der Halle schießen würde.

Video: DAL@MTL: Seguin lässt zum Overtime-Sieg aussteigen

Die Stärken der Stars liegen am anderen Ende der Eisfläche und könnten in den Playoffs jeden Gegner zur Verzweiflung bringen. Die statistisch zweitbeste Abwehr der Liga und das vielleicht beste Torwartduo kommen in dieser Saison nämlich aus Texas. Angeführt von dem finnisch-schwedischen Trio aus Miro Heiskanen, Esa Lindell und John Klingberg beschränkten die Stars ihre Gegner auf 174 Tore und lagen mit einem Schnitt von 2,52 Gegentoren nur hinter den Boston Bruins.

Einen gewaltigen Anteil an diesem Erfolg und der Tabellensituation haben die beiden Torhüter Anton Khudobin und Ben Bishop. Bishop kommt in 44 Spielen auf 2,5 Gegentore pro Spiel und 92 Prozent Fangquote, im ligaweiten Vergleich landete er damit in beiden Kategorien auf Platz zehn. Khudobin kann diese Werte sogar noch überbieten. Seine 93 Prozent Fangquote bedeuten den ersten Platz. Mit 2,22 Gegentoren pro Spiel landet er auf Rang drei, obwohl er keinen einzigen Shutout einfuhr.

Bewahrheitet sich die alte Weisheit, nach der die Offensive Spiele gewinnt, die Defensive aber Meisterschaften, haben die Stars gute Karten. Bei ihrem schwachen Angriff müssen die Defensive und die Torhüter allerdings weiterhin diese Spitzenleistungen zeigen, sonst droht ein frühes Aus. Sollte ihnen das gelingen, könnte die Erfahrung von Veteranen wie Perry, Pavelski, Benn, Seguin und Radulov für die nötige Effektivität im Angriff sorgen, um weit in die Playoffs vorzustoßen.

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