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Stars Peverley nach Zusammenbruch stabil

von Stefan Herget / NHL.com

Ein Augenblick und es wird erkennbar bei allem Spaß und Freude, den uns der Eishockeysport bringt mit allen seinen Triumphen und Niederlagen, dass es weitaus wichtigeres im Leben gibt – nämlich genau dann, wenn es um dieses Leben und den Tod geht.

Genau nach sechs Minuten und 23 Sekunden wurde die Partie zwischen den Dallas Stars und den Columbus Blue Jackets unterbrochen, weil die Spieler der Hausherren mit ihren Schlägern gegen die Bande schlugen, um die Schiedsrichter auf etwas aufmerksam zu machen. Gute 30 Sekunden zuvor hatte es einen Vorfall auf der Bank der Gastgeber gegeben.

Für die meisten Zuschauer nicht zu sehen, brach Stars-Spieler Rich Peverley unmittelbar zusammen, nachdem er kurz zuvor das Eis verlassen hatte. Stars Trainer Lindy Ruff rief schnell nach einem Doktor und eine Gruppe medizinisches Personal trug Peverley sogleich in die Katakomben des American Airlines Center, um ihm die nötige Erstversorgung zu geben.

"Ich war erschrocken", sagte Ruff in der Pressekonferenz danach. "Mein erstes Gefühl war, dass wir hier jemanden schnell brauchen. Als er fiel, war Alarmstufe Rot, kein Gedanken mehr an das Spiel, kein Gedanken an irgendetwas anderes; habe mich nur umgedreht und nach einem Doktor gerufen und das war es. Es ging nur darum, dass er schnell Hilfe bekommen würde, die er braucht. Für mich war es etwas, was ich nicht mehr erleben möchte."

Peverley wurde unmittelbar im Gang hinter der Bande professionell behandelt. Er bekam Sauerstoff und wurde defibrilliert, um seine Herzfrequenz wieder zum Laufen zu bringen. Laut dem behandelten Arzt Dr. Gil Slazar gelang dies auf den ersten Versuch, was laut seiner Aussage "beruhigend" war.

"Was ist bisher weiß ist, dass er auf der Bank kollabierte. Er wurde zur Behandlung nach hinten in den Gang gebracht, wo wir ihn aufgrund eines Herzvorfalles behandelt haben, erfolgreich behandelt mit der Standardtherapie. Kurz nach Behandlungsbeginn erlangte er auch wieder das Bewusstsein", sagte Salazar. "Er war wach und sprach zu uns und wurde schnell ins Krankenhaus gebracht. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mit ihm im Krankenwagen gesprochen und er war in der Lage mir zu sagen, wo er war und er wollte unverzüglich zurück ins Spiel."

Was Peverley nicht wusste war, dass die Schiedsrichter nach einer Unterbrechung von 15 Minuten die Mannschaften in die Kabine schicken und entschieden wurde, die Partie beim Spielstand von 1-0 für die Gäste nicht mehr fortzusetzen und abzubrechen. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt von der NHL neu angesetzt werden. Gut möglich, dass dann die Begegnung einfach ab dem Zeitpunkt der Unterbrechung weiter gespielt wird.

"Es ist niemand in unserer Kabine, der jetzt gerade Eishockey spielen will und ich glaube jeder hat dafür Verständnis, dass wenn man so etwas erlebt hat, was sie erlebt haben und es ist schließlich ihr Mannschaftskamerad", betonte Ruff, der die Gelegenheit auch gleich nutzte sich bei den hervorragenden Ersthelfern für ihre geleistete Arbeit zu bedanken.

Peverly ist bezüglich Problemen mit dem Herzen kein unbeschriebenes Blatt. Im letzten Sommer musste sich der 31-jährige Kanadier, der in dieser Saison in 62 Spielen 30 Scorerpunkte sammelte, an diesem Organ bereits behandeln lassen, weil unregelmäßige Frequenzen festgestellt worden waren. Er verpasste so das komplette Trainingscamp und den Saisonauftakt am 3. Oktober.

Es gab keine weiteren Auffälligkeiten bis letzte Woche, als er am Dienstag nicht mit nach Columbus reiste, offiziell wegen einer Verletzung der oberen Körperhälfte. Doch am Donnerstag bestätigte Ruff, dass es eine Vorsichtsmaßnahme aufgrund seiner vorherigen Verfassung gewesen wäre.

Die NHL veröffentlichte noch am Abend das folgende Statement: "Dallas Spieler Rich Peverley geht es gut und ist in einer stabilen Verfassung. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Als ein Ergebnis der emotionalen Betroffenheit der Spieler auf beiden Seiten, bedingt durch den medizinischen Notfall, wurde das Spiel abgesagt. Wir entschuldigen uns für mögliche Unannehmlichkeiten und wir bedanken uns bei den Fans."

Die Stars haben unterdessen ihre geplante Reise zum Spiel nach St. Louis angetreten und werden dort planmäßig am Dienstag Abend auf die heimischen Blues treffen.

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