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Stars hoffen vor Spiel 5 auf das Momentum

Dallas bewies beim Ausgleich gegen die St. Louis Blues mentale Stärke und will am Freitag erstmals in Führung gehen

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Die Dallas Stars sorgten am Mittwoch unter ihren Fans für ein erfreuliches Déjà-vu. Sie gewannen das vierte Spiel der Serie der zweiten Runde in den Stanley Cup Playoffs der Western Conference gegen die St. Louis Blues im American Airlines Center mit 4:2. Wie in der ersten Runde gegen die Nashville Predators glichen sie die Serie damit zum 2:2 aus. Es war ein wichtiger Sieg, denn mit einer Niederlage wären die Stars mit dem Rücken zur Wand gestanden und hätten sich keinen Fehler erlauben dürfen. So geht das Hin und Her in der Serie weiter, Dallas könnte aus dem Erfolg jedoch einen wichtigen psychologischen Effekt schöpfen.

"Es ist leichter verzweifelt zu spielen, oder den Sieg mehr zu wollen und leidenschaftlicher zu spielen, wenn man zurück liegt", erklärte Trainer Jim Montgomery die Leistung seines Teams und erinnerte sich an das Auf und Ab im Laufe der vier Duelle. "Im ersten Spiel der Serie war bei uns die Ausführung besser, aber sie haben einfach mehr gearbeitet. Das hat dann gewechselt, sie haben ihr Spiel besser umgesetzt, wir haben aber mehr Einsatz gezeigt. Danach waren sie das bessere Team bei fünf gegen fünf, das war heute wieder umgekehrt."

 

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Umso wichtiger ist bei diesem ständigen Tauziehen das nächste Aufeinandertreffen, das am Freitag die Luft im Enterprise Center in St. Louis zum Knistern bringen wird. Wer das Spiel gewinnt, hat zwei Matchbälle. Wer verliert, steht bei dem geringsten Fehltritt vor dem Aus. Dallas hofft nun darauf, den Schwung aus dem Sieg mitzunehmen und als erstes Team in der Serie zwei Spiele in Folge zu gewinnen. Bisher wechselten sich beide Mannschaften ab, St. Louis gewann das erste und dritte Spiel, Dallas Nummer zwei und vier. 

"Es ist viel einfacher beim Stand von 2:2 nach St. Louis zu gehen, als mit einem 3:1-Rückstand", betonte Verteidiger John Klinberg die Bedeutung des Spiels. "Wir hatten alle das Gefühl, dass wir diesen Sieg unbedingt brauchen, aber wir waren weiterhin darauf konzentriert, was wir besprochen hatten. Wo wir Fehler gemacht haben, haben wir im Vergleich zu Spiel drei einige Sachen geändert und das scheint funktioniert zu haben."

Video: STL@DAL, Sp4: Klingberg oben rein gegen Binnington

Torwart Ben Bishop war mit 27 Saves wieder einer der Schlüssel zum Erfolg, doch auch die Offensive brachte eine bessere Leistung. Trainer Montgomery trat mit leicht veränderten Reihen an. Tyler Seguin wurde von seinen vertrauten Sturmpartnern Alexander Radulov und Jamie Benn getrennt, tauschte die Position mit Jason Dickinson und spielte in der zweiten Reihe neben Roope Hintz und Mats Zuccarello. Das Ergebnis: Ein Tor und vier Punkte für die erste Reihe, ein Tor und fünf Punkte für die zweite Reihe.

"Ich denke, viele unserer Stürmer haben diese Saison mit vielen verschiedenen Partnern gespielt", erklärte Klingberg die schnelle Anpassung seiner Teamkollegen an den Reihenwechsel. "Wir hatten viele verschieden Kombinationen, da ist es egal, mit wem man spielt. Die ersten beiden Reihen bestehen fast immer aus den gleichen Spielern, die kennen sich mittlerweile alle sehr gut."

Wichtig war für den Sieg aber auch eine Qualität, die die Stars schon die gesamten Playoffs unter Beweis stellen, ihre mentale Stärke. Sie lagen gegen die Predators zurück, erkämpften den Ausgleich und überrollten den Favoriten in den nächsten Spielen. Gegen die Blues gingen sie wieder als Außenseiter in die Serie und glichen nach zweimaligem Rückstand zwei Mal aus. Die Stars haben eine Kunst daraus gemacht, mit dem Momentum zu spielen. Wenn sie verlieren, ist das egal, im nächsten Spiel geht alles wieder bei null los. Wenn sie gewinnen, können sie den Erfolg aber nutzen und den Schwung und die Emotionen mitnehmen. 

Video: STL@DAL, Sp4: Benn legt bei Konter Hintz ein Tor auf

"Das geht mit unserem Kapitän los, er ist eine sehr ausgeglichene Person", attestierte Montgomery Benn eine glatte Eins in Führungsaufgaben. "Er lässt sich durch kaum etwas aus der Ruhe bringen. Die anderen Führungsspieler machen auch einen klasse Job. Jason Spezza bringt mit seiner Aura als Veteran Ruhe in die Kabine. Dann sind da noch Spieler wie Andrew Cogliano und Roman Polak. Roman sorgt immer wieder mit Witzen und Streichen für eine lockere und gute Stimmung. Zuccarello macht das auch super. Er hat sich heute während des Spiels zu mir umgedreht und meinte: 'Coach, wir führen 4:1, wir haben Spaß, entspann dich einfach.'"

Zu entspannt sollten die Stars nicht an Spiel 5 herangehen, die Blues sind eines der Spitzenteams der Liga und stehen nicht umsonst in den Playoffs. Dallas ist allerdings eines der Teams, bei denen man sich am sichersten sein kann, dass sie die richtige Mischung aus Konzentration und Entspannung, Kampfgeist und Spaß finden. Klar ist, wenn sie erstmals in der Serie die Führung übernehmen wollen, müssen sie am Freitag um 9:30 p.m. ET (Sa. 3:30 Uhr MESZ) alles geben.

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