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Gegentrefferschnitt entscheidend für die Platzierung

Ein Blick auf die Statistik bringt es zu Tage. Lieber auf kompakte Defensive setzen

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Sie spielen ein ansehnliches Eishockey, sie greifen den Gegner bereits in der neutralen Zone an und suchen immer sofort den Abschluss, sobald sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet. Für sie gibt es nur eine Richtung - nach vorne!

Welcher Eishockeyfan wünscht sich nicht von seinem Team, dass es offensiv ausgerichtet in jede Partie geht und ihm ein Spektakel, möglichst mit reichhaltiger Anzahl an Torszenen bietet? Tore möchte er sehen, vom Stuhl hochgerissen werden, mit geballten Fäusten beide Arme in die Höhe stemmen und seiner Freude lauthals Luft verschaffen.

So unterhaltsam sich die 60 Minuten auch gestalten, am Ende zählt jedoch nur eines - der Sieg. Was nützt es dem Anhänger, wenn er sich zwar fünfmal über einen Torerfolg freuen durfte, anschließend jedoch die Heimreise mit gesenktem Kopf antreten muss, da seine 'Jungs' wieder einmal verloren haben.

Ein Blick auf die aktuelle Tabellensituation bringt es zu Tage: Zu allererst kommt es darauf an Treffer zu verhindern, hinten nichts zuzulassen, um dann ganz gezielt Nadelstiche beim Gegner zu setzen.

In der Eastern Conference belegen jene acht Mannschaften mit dem geringsten Gegentorschnitt auch die Plätze für die Stanley Cup Playoffs. Darunter befindet sich mit den in der Metropolitan Division drittplatzierten Columbus Blue Jackets sogar ein Team, das von den Mannschaften in der Eastern Conference die drittwenigsten Tore pro Spiel geschossen hat (2,55). Doch mit einer kompakt stehenden Defensive (GAA 2,70) ist es durchaus möglich, die ein oder andere vorherrschende Torflaute zu kompensieren.

Können die momentan mit dem Inhaber des zweiten Wildcard-Platzes punktgleichen Pittsburgh Penguins nicht als Gegenbeispiel herhalten? Der amtierende Stanley Cup Champion kassierte im Schnitt pro Spiel ligaweit die elftmeisten Gegentore (3,02) und steckt dennoch mitten im Kampf um einen Playoffplatz. Wie ist denn das möglich?

Im Oktober gab es für die Penguins drei außergewöhnlich hohe Niederlagen gegen die Chicago Blackhawks (1:10), Winnipeg Jets (1:7) und Tampa Bay Lightning. Berechnet man den Gegentrefferschnitt der Penguins nur aus ihren Auftritten seit November, ergibt sich für sie ein Wert von 2,72, womit sie den vierten Rang im Osten und den zwölften in der Liga einnehmen würden, was wiederum obige These bestätigt.

Die New York Islanders stellen mit 168 Treffern in 48 Partien das torhungrigste Team der Liga, liegen aber dennoch außerhalb der Playoffränge, da sie den mit Abstand schlechtesten Gegentorschnitt (3,65) ausweisen.

Video: NYI@MTL: Greiss mit 52 Saves zu persönlichem Rekord

Gibt es hierzu auch Parallelen in der Western Conference? Durchaus, wenngleich nicht ganz so extrem ausgeprägt wie bei den Islanders. Die Minnesota Wild (2,89) und die Blackhawks (3,02) erzielten im Westen die siebt- und fünftmeisten Tore pro Partie, stehen aber auf keinem Platz, der sie für eine Playoffteilnahme berechtigen würde, da nur vier bzw. fünf Teams noch mehr Treffer hinnehmen mussten als sie (CHI 2,80; MIN 2,81). Chicagos Rückstand auf die zweite Wildcard beträgt fünf Zähler und Minnesota liegt nach Punkten gleichauf mit den Colorado Avalanche, die den letzten begehrenswürdigen Platz innehaben.

Die Avalanche sind die große Ausnahme bei der rechnerischen Spielerei. Colorado weist den viertschlechtesten Gegentrefferschnitt (2,87) unter den West-Teams aus, macht aber nach vorne so viel Dampf (3,31 Tore pro Spiel, ligaweit 4.), dass sie ebenso viele Punkte einheimsen konnten wie die Los Angeles Kings, jener Mannschaft mit dem besten Gegentrefferschnitt (2,43) in der Liga. Um die Vergabe der Playoffplätze werden beide Teams noch ein Wörtchen mitreden können.

Bei den Anhängern der Avalanche dürfte im bisherigen Saisonverlauf der Spaßfaktor jedoch um einiges höher gewesen sein als bei den Kings' Fans, die sich im Staples Center von L.A. nur über 64 Tore freuen konnten, während im Pepsi Center von Denver 95 Mal zum Torjubel aufgesprungen wurde.

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