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Stadium Series offenbarte weitere Extreme

Das 30. NHL Outdoor-Game in Colorado Springs war mehr denn je eine Herausforderung für die Teilnehmer

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Als am Samstag um kurz nach 18 Uhr Ortszeit im U.S. Air Force Academy's Falcon Stadium von Colorado Springs der Puck zum 30. Outdoor-Spiel der NHL im Rahmen der Navy Federal Credit Union Stadium Series 2020 zwischen den Colorado Avalanche und den Los Angeles Kings fiel, wurde ein weiteres Kapitel im Buch über spezielle Erfahrungen bei einem solchen Event aufgeschlagen.

Mit 2018 Metern über dem Meeresspiegel war es der höchstgelegene Austragungsort eines NHL-Spiels im Freien in der Geschichte der Liga. Ein Fakt wie dieser ist nicht nur ein statistischer Wert, sondern brachte besondere Herausforderungen mit sich, auf die sich die Spieler und Mannschaften einstellen mussten.

Was haben wir in der Vergangenheit nicht alles in den Begegnungen unter freiem Himmel erlebt? Das NHL Bridgestone Winter Classic 2020 zwischen den Dallas Stars und Nashville Predators am Neujahrstag war das südlichste jemals ausgetragene Freiluftspiel der NHL und bestätigte das Wachstum der Liga in den weniger traditionellen Märkten eindrucksvoll. Doch das war nur eine auf das Spiel wenig Einfluss nehmende Randnotiz, abgesehen von der Tatsache, dass die Produktion des Eises im Cotton Bowl in Dallas im Vorfeld aufgrund heftiger Regenfälle und warmen Windes Probleme bereitete und sich um einen Tag verzögerte.

Wetterkapriolen, wie warme und extrem kalte Temperaturen, Sonneneinstrahlung, viel Wind und Regen, aber auch Schneefall, so dass häufiger die Eismaschine bereits während des Drittels tätig werden musste, hatten bereits frühere Begegnungen dieser Art beeinflusst.

Besonders blieben alle diese Events, als die Bedingungen extrem waren. Das Heritage Classic 2003 zwischen den Montreal Canadiens und den Edmonton Oilers (3:4) im Commonwealth Stadium von Edmonton war das erste NHL-Spiel im Freien, bei dem es um Punkte ging und hat sich nicht nur deswegen in die Erinnerung der Fans eingebrannt. Canadiens-Torhüter Jose Theodore trug unvergesslich eine Pudelmütze auf seiner Maske, weil es bereits bei Spielbeginn mit minus 18 Grad Celsius und eisigem Wind so kalt wie bei keiner anderen der späteren 29. Partien war. Die Partie der Stadium Series 2016 im Coors Field in Denver zwischen Colorado und den Detroit Red Wings (3:5) war mit 18 Grad Celsius jene mit der bisher wärmsten Außentemperatur. Nicht einmal die beiden 2014 und 2015 in Kalifornien ausgetragenen Begegnungen konnten da mithalten.

Beim Eröffnungsbully am Samstag wurden null Grad gemessen, die richtiges Eishockey-Wetter offenbarten. "Die zwei [Kalifornien] Spiele waren nicht so kalt wie dieses heute", stellte auch Kings-Kapitän Anze Kopitar fest, der mit Los Angeles sowohl im heimischen Dodger Stadium am 25. Januar 2014, als auch im Levi's Stadium in Santa Clara am 21. Februar 2015 teilnahm. "Das fand ich schon passend."

 

[Klicke hier für die komplette Berichterstattung der Stadium Series]

 

Alles war schon da, doch ein so extrem hochgelegener Spielort wie am Samstag in der 30. Auflage stellte eine besondere Herausforderung für die Akteure. dar 

"Zu Beginn, denke ich, waren wir nicht richtig darauf vorbereitet, wie die Höhe unser Spiel beeinflusst", erläuterte Kings-Trainer Todd McLellan. "In bin der Meinung, dass wir zu lange Einsätze gefahren sind. Sie haben die Bullys gewonnen und die freien Pucks erobert. Sie waren frisch und wir blieben die ersten zehn Minuten des Spiels müde und haben [Quick] gebraucht. Danach haben wir festgestellt, dass es nicht funktionieren würde, normale Einsätze zu fahren und haben es einfacher gehalten."

McLellan, der sich ebenso wie seine Spieler am Ende über einen 3:1-Sieg freuen durfte, stellte richtigerweise fest, dass die Avalanche in den ersten zehn Minuten, nicht nur wegen des Torschussverhältnisses von 13:1 deutlich überlegen waren. Doch dank Torhüter Jonathan Quick hielten sich die Gäste schadlos und gingen in der 15. Minute durch Tyler Toffoli in Führung, die immerhin bis zum Ausgleich von Samuel Girard 42 Sekunden vor der zweiten Pause hielt.

Toffoli war es auch, der trotz der Extreme zum Helden aufstieg und etwas vollbrachte, was zuvor noch keiner bei einem NHL-Outdoor-Spiel geschafft hatte. 55 Sekunden vor der Schlusssirene brachte er die Kings zunächst spielentscheidend mit 2:1 in Führung und vollendete dann den ersten Hattrick in einem NHL-Freiluftspiel durch seinen Schuss ins leere Tor mit 4,3 Sekunden auf der Uhr.

Video: LAK@COL: Toffoli verbucht ersten NHL Outdoor Hattrick

"Die Kulisse war überragend. Von daher ist es noch enttäuschender, dass wir für unsere vielen Fans nicht die zwei Punkte holen konnten", war Avalanche-Stürmer Mikko Rantanen frustriert. "Es ist kalt da draußen und sie feiern uns trotzdem immer noch. Es war ein großartiges Erlebnis, das aber ein unglückliches Ende für uns nahm."

Auch für Colorados deutschen Torhüter Philipp Grubauer hat das Spiel ungewollt einen schwarzen Fleck bekommen, denn er verletzte sich in der 43. Minute bei einem Zusammenprall mit seinem Teamkollegen Ian Cole. Sein erster Einsatz in der NHL unter freiem Himmel (2018 mit den Washington Capitals saß er als Backup auf der Bank) dürfte aber für den Rosenheimer, abgesehen von der Verletzung, ein tolles Erlebnis gewesen sein.

Das Spiel der Stadium Series 2020 wird alles in allem einen würdigen Platz in den Annalen der Liga erhalten. Freuen dürfen sich die Fans schon auf die Navy Federal Credit Union NHL Stadium Series 2021, wenn die Carolina Hurricanes im Carter-Finley Stadium in Raleigh am 20. Februar einen noch zu bestimmenden Gegner in sicher wieder wärmeren Gefilden empfangen werden. Eine erfolgreiche Geschichte wird dann fortgeschrieben.

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