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Schwartz-Verletzung als Härtetest für St. Louis

Blues mit langer Ausfallliste vor dem ultimativen Spitzenspiel gegen die Tampa Bay Lightning

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Mit 44 Punkten führt der St. Louis Blues nicht nur die Western Conference an, sondern ist auch noch punktgleich mit NHL-Spitzenreiter Tampa Bay Lightning. Während es in der Gateway City sportlich also rund läuft, bereitet ein Ausfall jedoch große Sorgen: Mit Jaden Schwartz verletzte sich ein Schlüsselspieler schwer. Die nächsten Wochen werden somit zur ultimativen Reifeprüfung für die Tiefe im Kader der Blue Notes.

Ein geblockter Schuss mit Folgen

Es passierte im Auswärtsspiel bei den Detroit Red Wings (6:1) am Samstagabend: Schwartz, der kurz zuvor noch für das 1:0 von St. Louis gesorgt hatte, blockte einen Schuss von Mike Green mit dem rechten Schlittschuh, brach sofort zusammen und konnte den Fuß daraufhin nicht mehr belasten. Die bittere Diagnose für den 25-jährigen Kanadier: Eine Knöchelverletzung, mit der Schwartz rund sechs Wochen pausieren muss.

Video: STL@DET: Schwartz verlässt verletzt das Spiel

"Es tut mir so leid für Schwartzy. Das ist ein herber Verlust für unsere Mannschaft", sagte Blues-Coach Mike Yeo. "Für ihn selbst ist es ganz besonders schlimm, weil er derartige Verletzungen schon ein paar Mal hatte. Aber es muss weitergehen. Wir hatten schon in diesem und auch in den letzten Jahren immer wieder Verletzungen, waren aber in der Lage, es als Mannschaft aufzufangen. Jetzt bekommen andere ihre Chance", so Verteidiger Jay Bouwmeester. Und auch Schwartz' Reihenkollege Brayden Schenn zeigte sich tief betroffen: "Das nervt! Er hat ein gutes Jahr, macht so viel für uns, sowohl defensiv als auch offensiv. Verletzungen passieren, aber diese trifft uns hart. Wir müssen über uns hinauswachsen, um die große Lücke, die er hinterlässt, zu füllen."

Wenn ein Schlüsselspieler ausfällt

Wie groß diese Lücke ist, zeigen auch die Zahlen: Mit 14 Toren, 21 Assists, 35 Scorerpunkten und einer Plus-Minus-Bilanz von +23 müssen die Blues nun anderthalb Monate auf ihren aktuell zweitbesten Torjäger, besten Vorbereiter, zweitbesten Scorer und zweitbesten Plus-Minus-Spieler verzichten. Hinzu kommt die herausragende Arbeitseinstellung der Kämpfernatur aus Wilcox, die sich in keiner Statistik ablesen lässt. Sein Ausfall stellt St. Louis vor eine Herausforderung: Wie lässt sich so ein Schlüsselspieler ersetzen?

Beim 3:2-Heimsieg n.V. am Sonntagabend (Ortszeit) gegen die Buffalo Sabres entschied sich Yeo, die freigewordene Position neben Vladimir Tarasenko und Brayden Schenn mit Dmitrij Jaskin zu besetzen. Die neue erste Sturmreihe sollte nach nur 40 Sekunden voll einschlagen: Schenn traf zum 1:0. Auch wenn Jaskin ohne Scorerpunkt blieb, verbuchte die Linie am Ende drei Scorerpunkte. Tarasenko hatte einmal aufgelegt und schlussendlich den Siegtreffer in der Overtime erzielt. Für den beförderten Jaskin rückte der vom AHL-Franchise-Team Chicago Wolves hochgezogene Ivan Barbashev in die dritte Reihe neben Magnus Paajarvi und Patrik Berglund. Das Trio blieb gegen Buffalo punktlos. Klar ist schon jetzt: Eins-zu-eins wird ein Spieler wie Schwartz nicht zu ersetzen sein.

Fragezeichen hinter Pietrangelo

Für Yeo war der Fall Schwartz aber nicht das einzige Personal-Puzzle, der Headcoach musste zu allem Überfluss auch noch auf Top-Verteidiger Alex Pietrangelo verzichten. Der 27-jährige Kanadier fehlte aufgrund einer Fußverletzung und soll täglich neu bewertet werden. Zumindest droht hier kein längerer Ausfall. Pietrangelo wurde gegen die Sabres übrigens von Robert Bortuzzo vertreten.

Auch ohne die jüngsten zwei prominenten Namen ist die Verletztenliste des Blues schon lange genug: Torwart Carter Hutton (Unterkörperverletzung) sowie die Stürmer Zach Sanford (ausgekugelte Schulter) und Robby Fabbri (Kreuzbandriss) sorgen für ein großes Lazarett. St. Louis wird in den nächsten Wochen beweisen müssen, dass es genügend Tiefe im Kader hat, um die Verluste so gut wie möglich zu kompensieren.

Reifeprüfung im Top-Spiel

Gegen Eastern-Conference-Schlusslicht Buffalo konnten die Blues noch mit jeder Menge Offensivgeist (45:24 Schüsse) dagegenhalten, um ihre Serie auf vier Siege in Folge auszubauen. Die echten Reifeprüfungen folgen aber erst jetzt: St. Louis bekommt es als nächstes mit dem punktgleichen NHL-Spitzenreiter Tampa Bay zu tun. Danach geht es gegen die seit vier Partien punktenden Anaheim Ducks sowie das Überraschungs-Team Winnipeg Jets, ehe dann ein Vier-Spiele-Roadtrip nach Winnipeg, Calgary, Edmonton und Vancouver ansteht. Ob Jaskin in allen diesen Begegnungen der offizielle Schwartz-Ersatz bleibt? Die Tiefe der Blues bietet durchaus auch noch andere Optionen.

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