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Heimvorteil für Blues: Bürde oder Nutzen?

St. Louis weiß um den Balanceakt zwischen Unterstützung und Übermotivation ohne dem zu viel Bedeutung zuzumessen

von Stefan Herget @NHLde / Chefautor NHL.com/de

Die St. Louis Blues gehen dank ihres 3:2-Erfolges in der Overtime in Spiel 2 des Stanley Cup Finales im TD Garden der Boston Bruins am Mittwoch mit einem ausgeglichenen Serienstand in ihr erstes Heimspiel im Enterprise Center in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2 Uhr MESZ; live auf NHL.tv, Sport1+, DAZN, Teleclub Sport).

Nach 49 Jahren kehrt das Stanley Cup Finale nach St. Louis zurück und entsprechend groß ist die Vorfreude unter den Fans, die aber natürlich darauf hoffen, dass die Blues erstmals in ihrer 51-jährigen Geschichte die begehrte Trophäe des Eishockeysports auch gewinnen können, nachdem die drei Finalteilnahmen 1968, 1969 und 1970 jeweils deutlich mit 4:0 zu Gunsten der Gegner ausgingen.

Dementsprechend sind die Blues durch das 1:1 schon einen Schritt weiter, doch drei weitere müssten folgen und selbstverständlich soll am Samstag und Montag vor den eigenen Fans der Grundstein gelegt werden, dass am Ende eine richtig gute Party steigen kann.

"Diese Stadt hier ist großartig und außergewöhnlich sportbegeistert", erzählte Kapitän Alex Pietrangelo nach dem Training am Freitag über St. Louis, wo außerdem mit den Cardinals ein Baseballteam der MLB (elffacher Meister, zuletzt 2011) spielt und den Rams von 1995 bis 2015 ein Footballteam der NFL ansässig war. "Wir sind uns bewusst, was es den Leuten hier bedeutet, welche Erfolge wir hier zuletzt gefeiert haben und dass sie am Ende mehr wollen, so wie wir auch."

Dabei gilt es wie immer einen Balanceakt zu vollbringen. Einerseits die Energie und Anfeuerung, die im Gebäude vorherrschen wird, für sich positiv zu nutzen, andererseits aber dadurch nicht übermotiviert zu agieren und die Erwartungen nicht zur Belastung werden zu lassen.

"Wir haben sicher darüber gesprochen und auch viel", gab Trainer Craig Berube unumwunden auf die Frage danach zu. "Das gilt aber für beide Spielstätten, auch auswärts bist du in einer anderen Art gefordert, deine Emotionen im Griff zu halten. Das ist die große Herausforderung, die es zu meistern gilt."  

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Sind es in der Fremde mögliche Schmäh- oder Buhrufe, die einen treffen können, so ist es zu Hause die Anfeuerung, die den Druck und die Angst vor dem Versagen erhöhen könnte. Doch die Spieler weisen solche Dinge klar von sich.

"Es spielt keine Rolle, wo wir spielen, doch diese Stadt ist wegen dem Finale gerade absolut verrückt", betonte Stürmer Ivan Barbashev. "Doch es wird morgen sehr laut sein, denn es ist das erste Mal seit langem, dass die Blues im Finale stehen. Ich weiß es wirklich nicht, aber wir müssen unser Spiel spielen und nur das zählt."

Konzentrieren auf das wesentliche, ist auch die Devise, die Trainer Berube an seine Männer adressiert hat. "Es ändert nicht wirklich viel, ob du zu Hause oder auswärts auf dem Eis bist", spielt er die Bedeutung des Heimeffekts herunter. "Du musst dein Spiel spielen und deine Taktik durchbringen, die sich nicht groß unterscheidet, egal, wo du spielst. Forechecking, gute Arbeit am Puck zu verrichten und in der eigenen Zone gute Spielzüge zu starten, das sind die Dinge, die wichtig sind und sich nicht wesentlich unterscheiden."

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Trotzdem hofft Berube, dass die Menge in und vor der Arena beim Public Viewing elektrisiert sein wird. "Es ist großartig für die Stadt und die Fans", verdeutlichte er. "Sie haben sehr lange auf ein Spiel im Finale gewartet und das werden sie uns spüren lassen. Darauf freuen wir uns alle sehr und sind glücklich darüber."

Den Effekt verharmlost auch Jay Bouwmeester wohlwissend, dass die Auftritte der Blues in der heimischen Spielstätte in den Playoffs sehr gemischt waren (5-5) und sie es eher den Spielen auswärts zu verdanken hatten (8-3), dass sie dort stehen, wo sie jetzt sind.

"Jeder ist hier begeistert und es ist eine sehr laute Arena", ist der Verteidiger überzeugt. "Das gilt es für uns zu nutzen. Aber es ändert nichts auf dem Eis. Beide Mannschaften werden bereit sein und alles geben. Die Stimmung in der Halle hat darauf weniger Einfluss."

 

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Auch Colton Parayko hat so seine Meinung, wie die Anfeuerung zu ihren Gunsten helfen kann. "Wir müssen die Stimmung als Motivation nehmen", analysierte der Verteidiger. "Gleichzeitig dürfen uns die Emotionen aber nicht überwältigen und wir müssen konzentriert bleiben. Es sollte nicht dazu führen, dass wir unsere Struktur im Spiel verlieren und übermotiviert agieren. Das ist der Balanceakt."

Wie die Blues dieses in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Enterprise Center hinbekommen, können die Fans in einem sicher wieder umkämpften und spannenden Spiel 3 live verfolgen.

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