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Ein Jahr nach historischem Lauf sind Blues am Drücker

Im vergangenen Jahr startete St. Louis bis zum Stanley Cup Sieg durch und ist jetzt in einer komfortableren Situation

von Stefan Herget @nhlde / NHL.com/de Freier Chefautor

Perron aus kurzer Distanz

STL@CGY: Perron haut den Rebound rein

David Perron ist bei einem Abpraller zur Stelle und knallt ihn, an Cam Talbot vorbei, zum Ausgleich der Blues spät im 1. Drittel rein.

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Dieser Lauf wird noch lange ein Thema sein und immer wieder zur Sprache kommen, wenn es um Eishockey, die NHL und den Stanley Cup geht. Im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt hatten die St. Louis Blues ihr letztes Spiel vor dem All-Star Break am 23. Januar gewonnen und wiesen eine Bilanz von 22-22-5 auf, nachdem sie noch am 2. Januar das punktschlechteste Team der gesamten NHL waren.

Am 2. Februar griffen sie nach ihrer Pause wieder in das Geschehen ein und fuhren den zweiten Sieg in Folge ein. Es begann eine unvergleichliche und noch nie dagewesene Reise. Die Blues gewannen elf Spiele hintereinander und stellen einen neuen Franchiserekord auf. Sie lagen zu Beginn der Serie drei Punkte hinter der zweiten Wildcard in der Western Conference und standen am Ende auf dem dritten Platz in der Central Division (32-22-5). Von dort starteten sie auch in die Stanley Cup Playoffs (45-28-9), obwohl sogar die Divisionsmeisterschaft im Bereich des Möglichen gelegen war. Keiner konnte St. Louis stoppen und so gewannen sie im Juni den Stanley Cup durch einen letzten triumphalen Sieg in Spiel 7 im TD Garden der Boston Bruins.

Das i-Tüpfelchen war schließlich, dass es der erste Cup-Gewinn der Blues in ihrer 52-jährigen Geschichte war, obwohl sie in dieser Zeitspanne überhaupt nur neun Mal, inklusive im Jahr zuvor, den Playoff-Einzug verpasst hatten.

Video: NYR@STL: Sanford im Zusammenspiel mit Barbashev

Derzeit brauchen die Blues keine explizite Siegesserie, um in die Playoffs einzuziehen. Mit ihrem 5:4-Sieg nach Shootout gegen die heimischen Calgary Flames am Dienstag im Scotiabank Saddledome beendeten sie nicht nur ihre kleine Niederlagenserie von drei Spielen (0-2-1), sondern knackten frühzeitig nach 51 Spielen die 70-Punkte-Marke (31-12-8) als drittes Team der NHL nach den Washington Capitals und Boston Bruins und als erstes der Western Conference.

St. Louis führt die Western Conference mit acht Punkten vor dem Divisionsrivalen Colorado Avalanche (28-15-6; 62 Punkte) an. Nur in drei Spielzeiten zuvor haben die Blues die 70 Punkte in weniger Partien erreicht: 2000/01 (48 Spiele), 2013/14 (48) und 2014/15 (50).

"Ich bin einfach nur glücklich, dass wir einen Weg finden, um Spiele zu gewinnen", verdeutlichte Stürmer David Perron, der mit seinem verwandelten Penalty sowie zuvor einem Tor und einem Assist zum Matchwinner wurde. "Hoffentlich gewinnen wir von jetzt an jedes unserer Spiele, denn vielleicht kommen wir dann ins Laufen und wir müssen uns nicht darüber unterhalten, wie wir das jetzt gewonnen haben. Es sind zwei Punkte."

 

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Die Blues lagen gegen die Flames, nach einer früh erzielten 1:0-Führung in der 6. Minute, im weiteren Spielverlauf zweimal mit 1:2 und 3:4 im Rückstand. Sie haben damit in zwei ihrer jüngsten drei Siege die Begegnung trotz Hintertreffen gedreht und verbuchten gegen Calgary ihren 16. Comeback-Sieg. Nur die Capitals haben in dieser Spielzeit mit 17 Comebacks mehr vorzuweisen. Am häufigsten meldete sich St. Louis in der Saison 1999/00 von einem Rückstand zurück - damals 24 Mal.

Natürlich gibt es überzeugendere Siege als diesen, wie es Perron richtig andeutete. Doch auch die Fähigkeit, Rückstände wegzustecken und nicht aufzugeben, ist ein Attribut, das zwar am Ende nicht immer zum Erfolg führt, aber wenn doch, sehr viel Positives in einer Mannschaft bewirken kann.

Mittelmaß ist St. Louis zum Beispiel im Penalty Killing. So mussten sie in vier Unterzahlsituationen gegen Calgary drei Gegentore hinnehmen. In der Gesamtstatistik liegen sie mit einer Penalty Killingquote von 80,5 Prozent auf dem 16. Platz. Doch als es in der Verlängerung darauf ankam, eine Unterzahl nach einer Strafzeit gegen Perron zu überstehen, um nicht erneut als Verlierer vom Eis zu gehen, schafften sie es.

Doch diese Dinge sind eher zweitrangig, wenn die Bilanz stimmt und hier haben die Blues in dieser Spielzeit, im Gegensatz zum Vorjahr, schon frühzeitig begonnen, die nötigen Punkte zu sammeln. Alleine in den zurückliegenden 19 Spielen konnten sie 13 Mal gewinnen und 28 Punkte auf die Habenseite bringen (13-4-2).

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"Das erste und zweite Drittel war nicht das beste Eishockey", sagte Perron. "Wir haben darüber gesprochen. Doch mit dem ersten Tor im dritten Drittel haben wir uns selbst eine gute Chance gegeben, die zwei Punkte einzufahren." Zach Sanford glich bereits 51 Sekunden nach Wiederbeginn aus. Perron traf nur drei Minuten später zur Führung, doch sein Tor wurde wegen einer Abseitsstellung nach einem berechtigten Einwand von Flames-Trainer Geoff Ward aberkannt.

Die Blues sind nicht nur erfolgreicher im Punktesammeln, sie sind auch insgesamt gefestigter, um solche Spiel wie gegen die Flames für sich zu entscheiden. Nicht von ungefähr stehen sie im Westen ganz vorne. Der nächste Prüfstein wartet am Freitag (Sa. 3 Uhr MEZ; NHL.tv) auf den Titelverteidiger, wenn ihn im Rogers Place die Edmonton Oilers empfangen.

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