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Spieler im Fokus: Thomas Vanek im Interview

von Martin Stichauner / NHL.com

Thomas Vanek kehrte zum ersten Mal nach seinem Trade, nach Long Island zurück und traf dort auf seine ehemaligen Teamkollegen der New York Islanders. Martin Stichauner und Patrick Kristler haben den 31-jährigen Österreicher dort zum Interview gebeten und für NHL.com/de zu verschiedenen Themen befragt.

NHL.com/de:Thomas Vanek zurück in Long Island! Welche Gefühle und Erinnerungen verbindest Du damit?“

Vanek: „Ich habe nur gute Erinnerungen an die Zeit die ich hier verbringen konnte. Als Spieler bin ich zuvor nie gerne in das Nassau Coliseum gekommen, jetzt wo ich selber hier gespielt habe, ist es eines meiner Lieblingstadien. Die Fans hier sind großartig und ich würde mir wünschen, dass die Islanders weiterhin hier beheimatet sein würden, aber leider steht der Umzug nach Brooklyn schon fest. Jedenfalls freue ich mich schon sehr auf die heutige Begegnung.“

NHL.com/de: Thomas Vanek, gestern mit einem Assist und dem Gamewinner in Toronto. Scheint so, als ob Du genau zum richtigen Zeitpunkt vor den Playoffs in Topform bist?“

Vanek: „Ja mittlerweile läuft es super! Wir spielen konstant gut und ich laufe seit etwa 10 Spielen mit denselben Linemates (Anm.: Charlie Coyle und Justin Fontaine) auf. Die Chemie in einer neuen Mannschaft zu finden ist immer schwer. Ich habe in der laufenden Saison sowohl als rechter und linker Flügel als auch auf der Centerposition Spiele absolviert, jetzt habe ich auch die Konstanz in mein Spiel gebracht.“

NHL.com/de: „Der Name Thomas Vanek steht für Punkte am Scoreboard. Wenn Thomas Vanek zu einem neuen Team stößt sind die Fans voller großer Erwartungen. Wie gehst Du persönlich mit diesem Druck um?“

Vanek: „Als ich für Minnesota unterschrieben habe wusste ich, dass mich ein komplett neues System erwartet, das braucht einfach seine Zeit. Man muss da Geduld haben und dann kommen die Punkte ganz von alleine. Vermutlich hätte ich bei den Islanders in einer Linie mit John Tavares und Kyle Okposo mehr Punkte gemacht, aber für mich stand im Vordergrund, dass ich in eine funktionierende Mannschaft komme, wo die Mischung zwischen Alt und Jung optimal ist. Wir verfügen über vier starke Linien mit den jeweiligen Ausnahmekönnern und in der NHL werden eben vier starke Linien gebraucht, um zum Erfolg zu kommen.“

NHL.com/de: „Seit der Verpflichtung von Devan Dubnyk als neuen Torhüter sind die Wild wieder voll auf Playoffkurs. Was sind zurzeit die Gründe für euren tollen Lauf?“

Vanek:Devan Dubnyk ist ein sehr starker Torhüter. Ein Team kann noch so stark sein, aber wenn die Torhüterposition nicht optimal besetzt ist, wird man in der NHL die engen Spiele nicht gewinnen. Ich denke wir haben mit Devan den richtigen Mann dafür gefunden.“

NHL.com/de: „Du hast vor kurzem gegen die St. Louis Blues Deinen 600. NHL-Punkt erzielt. (Anm.: 294 Tore und 306 Assists in 731 Spielen). Bekommt der Puck, mit dem Du das Tor gegen St. Louis Goalie Brian Elliott geschossen hast, einen Ehrenplatz bei Dir zu Hause?“

Vanek: (lacht) „Ich habe mir diesen Puck gar nicht gesichert. Ich habe lediglich die Pucks der vier Teams zu Hause für die ich jeweils mein erstes Tor erzielt habe. Dass ich jetzt den 600. Punkt geschafft habe, macht mich natürlich stolz, aber ich bin kein Statistik-Fan. Trotzdem werde ich nach Ablauf meiner Karriere auf solche und ähnliche Momente mit einem guten Gefühl zurückblicken.“

NHL.com/de: „Du hast in den letzten eineinhalb Jahren für vier verschiedene Teams gespielt. Was zeichnet die Minnesota Wild besonders aus?“

Vanek: „Wir haben den richtigen Mix an erfahrenen Spieler und jungen Wilden. Als ich zu Beginn meiner NHL-Karriere in Buffalo war, war das ähnlich. Wir hatten damals mit Chris Drury und Daniel Briere erfahrene Leute und mit beispielsweise Jason Pominville und mir junge hungrige Spieler. Ich sehe da jetzt in Minnesota einige Parallelen und denke, dass die Mischung passt.“

NHL.com/de: „Was machst Du wenn du nicht auf dem Eis stehst? Wie verbringst Du deine wenige Freizeit?“

Vanek: „Die wenige Freizeit, die ich habe, widme ich natürlich meiner Familie, sprich meiner Frau und unseren 3 Jungs.“

NHL.com/de: „Dein ältester Sohn Blake spielt bereits Eishockey, haben sich die Zwillinge Luka Robert und Kade Ashton auch schon auf das Eis gewagt?“

Vanek: „Mittlerweile sind alle drei am Eis unterwegs. Im Endeffekt sollen sie Spaß am Sport haben. Es ist aber toll zu verfolgen, wie die Jungs in den jungen Jahren bereits am Eis stehen.“

NHL.com/de: „Kann man seinen Söhnen das Leben eines Eishockeyprofis empfehlen?“

Vanek: „Es ist klar, dass sie spielen wollen, weil der Papa auch am Eis steht, aber diese Entscheidung überlasse ich ihnen selbst. Sie sollen einfach Spaß daran haben. Ich war trotz unseres engen Spielplanes auch schon bei vielen Trainingseinheiten und Spielen live dabei.“

NHL.com/de: „Du bist an einem Eishockeyprojekt in Stillwater, Minnesota beteiligt. Kannst Du uns etwas mehr davon erzählen?“

Vanek: „Ich habe in eine kleine Eishalle investiert und arbeite dort mit den Jugendlichen und versuche ihnen den Eishockeysport näher zu bringen. Ich mache das gerne und es ist schön, wenn man etwas zurückgeben kann.“

NHL.com/de: „Hast Du schon spezifische Pläne, was Du einmal nach deinem Karriereende machen möchtest?“

Vanek: „Ich möchte dem Eishockeysport auf alle Fälle treu bleiben. Ich könnte mir durchaus vorstellen, meine eigenen Söhne zu trainieren, aber auch im Bereich eines NHL-Teams im Management tätig zu sein.“

NHL.com/de: „Wir möchten uns bei Dir für dieses Interview herzlich bedanken und wünschen Dir und Deiner Familie alles Gute und viel Gesundheit.“

Fünf Kurzfragen an Thomas Vanek:

Assist oder Tor: (lacht und zögert) zurzeit wohl eher Assist, aber natürlich schieße ich lieber die Tore selbst

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