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Spieler im Fokus: Josi jagt seine NHL-Rekorde

von Stefan Herget / NHL.com

Am vergangenen Dienstag hat Roman Josi zum dritten Mal in seiner Karriere zwei Tore in einem Spiel erzielt. Doch dieses Mal gegen die Minnesota Wild war es etwas anders.

Der Schweizer Verteidiger der Nashville Predators erzielte beide Treffer innerhalb von 45 Sekunden. Außerdem war es sein 50. und 51. Scorerpunkt in dieser Saison, was für ihn eine weitere Verbesserung seiner persönlichen Bestleistung aus der Vorsaison (40 Punkte) bedeutet, ebenso wie seine nun 14 Tore (13 in 2013-14).

Josi markierte die beiden schnellsten Tore hintereinander eines Defensivspezialisten in der Franchisegeschichte der Predators. Nur der damalige Nashville Stürmer Scott Hartnell war am 19. Februar 2007 schneller, als er gegen Phoenix innerhalb von 23 Sekunden traf.

Großer Wermutstropfen für Josi war, dass es am Ende nicht für den Sieg reichte und sich seine Farben in der Verlängerung geschlagen geben mussten.

"Wir haben wieder zwei Drittel lang sehr solide gespielt und wir müssen zum Ende einfach besser werden", sagte er nach dem Spiel. "Wir müssen auf weitere Tore spielen und dürfen nicht zurückstecken. Wir müssen einen Weg finden, solche Spiele zu gewinnen. In dieser Liga geht es nur darum zu gewinnen. Man bekommt keine Punkte für das gute Spielen. Wir müssen uns zusammenraufen und die zwei Punkte holen."

So sehr solche verlorenen Partien schmerzen, Nashville ist in einer wesentlich komfortableren Ausgangsposition als im vergangenen Jahr. Damals benötigten sie jeden Punkt für die Qualifikation zu den Playoffs, die am Ende verpasst wurde.

Heute kämpfen sie nur noch um eine gute Ausgangsposition, der Einzug in die Playoffs ist schon so gut wie sicher. Sogar die Presidents Trophy für das punktbeste Team ist in Reichweite.

Trotzdem ist die Unzufriedenheit Josis über verlorene Punkte klar, denn die Predators befinden sich seit drei Wochen in einer Krise. Am 26. Februar sah es noch so aus, als ob die beste Ausgangslage für die Playoffs klar geht. Sechs Punkte Vorsprung auf die Montreal Canadiens in der Eastern Conference und den Anaheim Ducks in der Western Conference, sowie neun Punkte in der Central Division auf die St. Louis Blues waren ein gutes Polster, das jedoch durch die danach folgenden sechs Niederlagen in Serie aufgezehrt wurde.

Daher heißt es nun dringend wieder in Fahrt zu kommen für die Playoffs und die bisher überragende Saison des Schweizers noch mannschaftlich zu krönen. Mit 26 Minuten und 30 Sekunden Eiszeit im Schnitt liegt er knapp vor seinem Partner Shea Weber und auf Position 4 ligaweit. Eine Entwicklung, die vor ein paar Jahren nicht vorhersehbar war.

Seine Plus-Minus-Statistik verbesserte Josi an der Seite von Weber von einer Minus 2 in 2013-14 auf eine Plus 16. Seine 51 Punkte bedeuten derzeit den dritten Platz unter den Verteidigern der NHL. Josi befindet sich in einem absoluten Topniveau. Es fehlen ihm nur noch fünf Punkte zum Franchiserekord von Weber. Bei den geblockten Schüssen ist er mit der Anzahl von 195 Zweiter in der NHL.

Nicht umsonst schwärmt Nashville Kapitän Weber von seinem Verteidigungspartner. "Ich glaube wir ergänzen uns sehr gut und wir sind an dem Punkt angekommen, wo wir uns auf dem Eis blind verstehen", erzählt er der teameigenen Website in einem Interview. "Er ist ein sehr mobiler Typ, der sehr gut läuft und das Spiel lesen kann. Er hat sich super entwickelt und ich lese sein Spiel und er macht dasselbe bei mir, so dass es optimal passt."

Kaum verwunderlich ist, dass der Bekanntheitsgrad von Josi in seiner Heimat zunehmend steigt. Die Zahl der Nashville Trikots mit seinem Namen und der Nummer 59 darauf in den Schweizer Eishockeyarenen steigt. Er ist das neue Idol des Mannschaftssports und löst dabei zunehmend Mark Streit von den Philadelphia Flyers ab.

So reist auch jedes Jahr eine Gruppe von Fans aus der Schweiz nach Nashville, was von Josis Vater organisiert wird, um ihren Landsmann spielen zu sehen. Eine Tatsache, die dem Eishockeyprofi höchsten Respekt abverlangt.

"Es ist meine Heimat und Eishockey ist sehr populär dort", erzählt er den Kollegen der Predators Website. "Und dann kommen Fans den weiten Weg hierher und nehmen das alles auf sich, nur um mich zu sehen. Das ist eine große Ehre für mich. Außerdem macht es mich glücklich zu sehen, wie viel Spaß alle haben, die Spiele hier zu sehen und mich zu sehen. Das bedeutet mir sehr viel."

Der bodenständige Josi ist sich dabei für nichts zu schade und trifft sich mit der Gruppe an seinem freien Tag zum Abendessen. "Ich spreche mit ihnen und versuche ihre Fragen zu beantworten, wie so ein Spieltag abläuft oder ein freier Tag und gebe ihnen ein bisschen Einblick in unsere Mannschaft. Ich glaube ihnen gefällt das."

Es bleibt zu wünschen, dass Josi sich diese Einstellung beibehält, sollte sein Bekanntheitsgrad bedingt durch weitere gute Leistungen steigen.

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