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Spieler im Fokus:Grabner bei Leafs angekommen

von Stefan Herget / NHL.com

Am vergangenen Montag beim ersten Vorbereitungsspiel der Toronto Maple Leafs gegen die Ottawa Senators konnten die Fans einen neuen Michael Grabner sehen. Der sonst durch eine üppige Haarpracht am Kopf und im Gesicht auffallende Österreicher präsentierte sich kurz geschert und rasiert. Seine zwei Vorlagen beim 4-1 Sieg wurden da fast zur Nebensache.

Erst in der abgelaufenen Woche am Donnerstag war Grabner sehr kurzfristig vor Beginn des Trainingscamps von seinem bisherigen Klub New York Islanders nach Toronto transferiert worden. Sogleich ging es für ihn ins vorübergehende Mannschaftsquartier der Kanadier nach Halifax. Am Sonntag kehrte der Tross dann nach Toronto zurück.

"Es ist schön in Toronto zu sein und die Stadt, sowie die Region zu erkunden, um Platz zu finden, wo ich leben kann", sagte Grabner am Montagmorgen gegenüber LeafsTV und fügte unter dem Lachen der anwesenden Pressevertreter hinzu: "Und einen Haarschnitt brauche ich heute noch."

Hintergrund der Geschichte ist, dass der neue General Manager der Leafs Lou Lamoriello von seinen Spielern ein gepflegtes Aussehen erwartet. Anzugspflicht auf Auswärtsreisen gehört hier genauso dazu wie eben kurze Haare und Bartverbot. Der 72-jährige ehemalige Manager der New Jersey Devils ist bekannt für seine Ordnungsliebe.

Dem musste sich jetzt auch Grabner fügen, so dass sich die Fans an einen neuen Look des 27-jährigen Villachers gewöhnen müssen. Wenigstens müssen sich diese bei der Rückennummer nicht umstellen, denn er bekam pünktlich zum ersten Spiel seine geliebte 40 wieder, obwohl ihm zunächst die 41 zugeteilt wurde.

"Es ist die Nummer, mit der ich schon immer gespielt habe", betonte er in einem Interview mit dem österreichischen TV-Sender ServusTV am vergangenen Wochenende. "Es war etwas hektisch, aber ich habe schon mit dem Equipement Manager gesprochen, dass er das ändert." Eine Maßnahme, die offenbar gefruchtet hat.

Auf seinen Wechsel angesprochen, bekannte er, dass es keine wirklich große Überraschung gewesen wäre, weil er schon länger im Gespräch mit den Leafs war. "Es war halt ein bisschen spät für mich, weil ich hatte schon gehofft, dass es im Sommer passieren würde", verdeutlichte er. "Jetzt bin ich froh, dass ich hier bin. Es ist einer der besten Eishockeymärkte in Amerika mit einer der größten Fanbasis. Es wird von daher ein Spaß hier zu spielen."

Die Philosophie und der eingeschlagene Weg in Toronto gefällt Grabner, dem dieses Konzept entgegen kommt. "Sie wollen wieder von vorne anfangen und junge Spieler einbauen", erzählte er. "Für mich ist das gut, weil ich brauche einen neuen Start. Ich hatte sehr viele Verletzungen in den letzten zwei Jahren, darum ist es nicht mehr so gut gelaufen in New York. Jetzt hoffe ich, dass ich eine Chance bekomme zu spielen, mich zu etablieren, meine Leistung abzurufen und zu meiner alten Form zurückzukehren."

In der Tat gingen seine Werte seit seinen 34 Toren in der ersten Saison für die Islanders 2010-11 deutlich zurück. Schon 2012-13 begann seine Misere mit Blessuren, als er deswegen nur 45 Saisonspiele absolvieren konnte, jedoch immerhin noch 16 Treffer markierte. In der vergangenen Spielzeit waren es gerade einmal 34 Spiele und acht Tore. Als er wieder fit war, blieb aufgrund der starken Konkurrenz teilweise nur der Platz auf der Tribüne.

Verständlich, dass Grabner einen neuen Arbeitgeber suchte, bei dem er sich zeigen kann, zumal die Saison 2015-16 eine wichtige für ihn wird. Sein mit drei Millionen Dollar pro Jahr dotierter Drei-Jahres-Vertrag läuft am Ende aus und er wird im Juli 2016 zum unrestricted Free Agent. Eine gute Form mit guten Werten verbessert die Verhandlungsposition für ein neues Arbeitspapier erheblich.

Selbstverständlich hofft Grabner gerade unter Trainer Mike Babcock zurück zu alter Stärke zu finden. "Er ist der beste Trainer, zumindest einer der besten Trainer der Welt", schwärmt er. "Er hat nicht umsonst schon viele Titel gewonnen. Er setzt die Spieler sehr effektiv ein, wo sie ihre Leistung abrufen können. Er geht aber auch auf die Spieler ein, was ich gehört habe. Er ist Olympiasieger und war mit Detroit immer vorne dabei, das heißt er hat das Beste aus seinen Spielern herausgeholt."

Grabner wünscht sich, dass er genauso das Beste aus ihm herausholen wird, denn sein Ziel für die kommenden Monate ist "gesund bleiben, etablieren und so viele Tore wie möglich zu schießen, um der Mannschaft auszuhelfen." Dem ist nichts hinzuzufügen.

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