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18.11. Spiel-Vorschau: 13 Partien am Samstag

Die NHL feiert in Montreal ihren 100. Geburtstag und in Pittsburgh treffen Champions aufeinander

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Am heutigen Samstag haben in Europa beheimatete NHL-Fans zur besten Sendezeit die freie Auswahl. Bei fünf von den 13 angesetzten Partien fällt das Eröffnungsbully nicht später als 22:00 Uhr MEZ. Das ist die Gelegenheit zu nicht schlafraubender Zeit (Beginn 20:00 Uhr) Leon Draisaitl mit seinen Edmonton Oilers bei ihrem Gastauftritt in Dallas zu verfolgen oder auch Tobias Rieder, der mit den Arizona Coyotes in der kanadischen Hauptstadt gegen die Ottawa Senators ran muss. Ebenfalls auf Kanadareise befindet sich der Schweizer Nummer 1 Draft Pick der New Jersey Devils, Nico Hischier - seine Gegner sind die Winnipeg Jets. In der frankokanadischen Metropole Montreal feiert die NHL ihren 100. Geburtstag. Im Rahmen ihrer Gründungsfeier findet im Bell Centre das 'Original Six' Aufeinandertreffen zwischen den Montreal Canadiens und Toronto Maple Leafs statt.

Fünf Aspekte auf die es zu achten gilt:

Können die Maple Leafs ihre Siegesserie fortsetzen?

Die Maple Leafs haben einen Lauf. Sie konnten zuletzt, auch ohne ihren Topscorer Auston Matthews, ihre Erfolgsserie auf fünf Siege ausbauen. Für die Canadiens verläuft die Saison dagegen alles andere als geradlinig. Sobald der Eindruck entsteht, die Habs hätten sich gefangen, beginnen sie auch schon wieder zu patzen. Am vergangenen Donnerstag unterlagen sie als erste Mannschaft in dieser Saison den Coyotes in der regulären Spielzeit. Auf dem Papier ist das heutige Aufeinandertreffen eine klare Angelegenheit für Toronto, doch in einem Derby ist alles möglich. Die Maple Leafs haben die zweitmeisten Tore (73) in der Eastern Conference geschossen, doch die Defensivabteilung der Canadiens zeigte sich, mit Ausnahme ihres letzten Auftritts, stabiler. In vier ihrer letzten sechs Partien kassierten die Canadiens nicht mehr als zwei Tore.

Video: NJD@TOR: Nylander trifft vom Punkt zum Sieg

Das Duell der Champions

Von den vergangenen zehn Stanley Cup Finals seit 2008 fanden drei unter Beteiligung der Chicago Blackhawks und vier unter Mitwirkung der Pittsburgh Penguins statt. Jeweils dreimal ging der Titel an die heutigen Konkurrenten. Die Blackhawks geben sich die Ehre in der PPG Paints Arena des amtierenden Champions, der sich zwar immer wieder Ausrutscher leistet, aber vor heimischer Kulisse eine Macht ist. Die Penguins konnten bisher in jedem ihrer Heimspiele punkten (6-0-1) und ihr Teamkapitän Sidney Crosby ist, nachdem er seine Torflaute beenden konnte, auch wieder auf dem besten Weg zu seiner alten Form zu finden. In die Kritik geraten war bei den Blackhawks Jonathan Toews, nachdem ihm in 13 Partien nur ein Treffer gelungen war. Bei Chicagos 6:4-Sieg über die New York Rangers steuerte der 29-jährige Center einen Treffer bei. Trendwende?

Kann Greiss mit den Islanders die Lightning stoppen?

Nach zwei Siegen in Folge können die New York Islanders mit breiter Brust in der Amelie Arena von Tampa antreten, doch es wird auch kein Selbstläufer werden, den Siegeslauf der Lightning zu stoppen. Auf den deutschen Schlussmann Thomas Greiss, der zuletzt zweimal den Vorzug gegenüber Jaroslav Halak bekommen hat, wartet, so ihm Headcoach Doug Weight ein weiteres Mal das Vertrauen schenkt, viel Arbeit gegen den seit fünf Spielen ungeschlagenen Tabellenführer der Atlantic Division. Die Lightning verfügen über den besten Angriff in der Liga und haben mit Steven Stamkos und Nikita Kucherov die torgefährlichsten Stürmer in ihren Reihen. Die Lightning ließen zuletzt auch hinten wenig zu. In den vergangenen vier Spielen kassierten sie nie mehr als zwei Gegentore und das auch nur einmal. Sind die Islanders in der Lage ausreichend Beton anzumischen?

Video: CAR@NYI: Greiss stoppt den Versuch von Jooris

Halten Josis Predators den Kontakt an die Spitze?

Dank fünf doppelter Punktgewinne in Folge stehen die Nashville Predators in der Central Division wieder auf einem direkten Playoffplatz. Zuletzt musste sich das Team um den Schweizer Verteidiger Roman Josi jedoch auswärts den Minnesota Wild geschlagen geben. Samstagabend haben sie in der Bridgestone Arena Gelegenheit gegen die Colorado Avalanche Wiedergutmachung zu betreiben. Vor heimischer Kulisse fühlen sich die Predators ohnehin wohl: Elf von 14 möglichen Punkten konnten sie sich sichern (5-1-1). Mit zwei weiteren Zählern würden die Predators den Kontakt an die Tabellenspitze nicht abreißen lassen, doch sollten die Avalanche gewinnen, würden sie, mit nur noch einem Punkt Vorsprung, deren Atem im Nacken spüren.

Ist die Zeit der Bruins gekommen?

Nach vier Niederlagen in Folge gab es für die Boston Bruins in der Nacht zum Freitag endlich wieder einmal Grund zum Jubeln: Mit 2:1 Toren konnten die Bruins beide Zähler aus L.A. entführen. Nun warten die San Jose Sharks im SAP Center auf die Braunbären. Gegen San Joses Abwehrbollwerk müssen einem Team erst einmal zwei Tore gelingen. Im November waren dazu nur die Lightning und die Panthers in der Lage. In ihren weiteren vier Partien dieses Monats ließen die Sharks in der Summe nur drei Gegentreffer zu. Das ist eine echte Herausforderung für die Gäste aus Beantown, die mit 48 geschossenen Toren den zweitschwächsten Sturm in der Eastern Conference haben. Ohne Treffer keine Punkte, ohne Punkte keine Playoff-Teilnahme. Playoffs ohne sie sind für die Bruins keine Option. Kriegen sie mit einem zweiten Sieg in Folge die Kurve nachdem ein knappes Viertel der Saison bereits gelaufen ist?

Die weiteren Spiele vom Samstag:

Calgary @ Philadelphia

Haben sich die Calgary Flames von ihrer 2:8-Schlappe unter der Woche in Detroit erholt? Haben sich ihre Gemüter von den diversen Boxeinlagen abgekühlt? Falls nicht dürfte es für die Westkanadier recht schwer werden aus Philadelphia etwas mitzunehmen. Die Flyers unterlagen zuletzt auswärts den Winnipeg Jets erst nach Penaltyschießen mit 2:3 und konnten in drei ihrer vergangenen vier Heimspiele punkten (1-1-2). 

Video: CGY@DET: Gaudreau zielgenau ins obere Toreck

Edmonton @ Dallas

Für beide Kontrahenten ist ein 'Zweier' fast schon Pflicht, um nicht noch weiter Boden auf die Playoffplätze innehabende Konkurrenz zu verlieren. Aktuell belegen die Westkandier nur den vorletzten Rang in der Western Conference. Ihre texanischen Gastgeber liegen mit drei Punkten Vorsprung einen Rang vor ihnen.

Arizona @ Ottawa

Die Coyotes können doch noch gewinnen. Sie bezwangen im Bell Centre die Canadiens mit 5:4. Wird ihnen ein solches Kunststück auch in der kanadischen Hauptstadt gelingen? Die Senators, die am Donnerstag gegen Pittsburgh mit 1:3 verloren, dürften gewarnt sein.

New Jersey @ Winnipeg

Ein echtes Spitzenduell auf Augenhöhe erwartet die Besucher des Bell MTS Place, wenn sich der Tabellenerste der Atlantic Division, die New Jersey Devils (11-4-3) in der kanadischen Provinz Manitoba die Ehre gibt, wo er auf die Winnipeg Jets (11-4-3) trifft, die ebenfalls schon 25 Punkte auf dem Konto haben.

Video: WPG@VGK: Laine bezwingt im Powerplay Lagace

Florida @ Los Angeles

Die Los Angeles Kings befinden sich nach vier Niederlagen in Folge auf der Suche nach ihrer Form. Nun erwarten sie die Florida Panthers, die bei ihren zwei Siegen gegen die Stars und die Sharks bewiesen haben, dass ihre aktuelle Tabellenposition nicht ihr Leistungsvermögen wiederspiegelt und die mit viel Selbstvertrauen nach L.A. angereist sind.

Carolina @ Buffalo

Die Sabres warten seit vier Spielen auf einen Sieg (0-2-2), ihren nächsten Versuch, endlich wieder einmal doppelt zu punkten, können sie heute Nacht gegen die Carolina Hurricanes starten. Es wird kein leichtes Unterfangen werden. Die Hurricanes punkteten in fünf ihrer letzten sechs Auftritte (3-1-2).

Minnesota @ Washington

Ob Auswärts oder Zuhause, die Minnesota Wild befinden sich momentan in bestechender Form und wurden mit vier doppelten Punktgewinnen in Folge belohnt. Aus der US-Hauptstadt zwei Punkte mitzunehmen ist keine leichte Aufgabe. Die letzte Heimniederlage der Washington Capitals datiert vom 21. Oktober. Im November gewannen die Caps viermal zuhause (4-0-0).

St. Louis @ Vancouver

Die St. Louis Blues treten als punktbestes und auswärtsstärkstes Team der Western Conference (7-3-1) gegen die zweitschlechteste Heimmannschaft, die Vancouver Canucks (3-5-2), an. Wer zweifelt da an einen klaren Sieg für den Favoriten? Vancouvers letzter Heimsieg datiert vom 4. November - ihre Gäste waren damals mit den Penguins der amtierende Stanley Cup Champion.

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