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12.12. Spiel-Vorschau: Vier gewinnt in Philadelphia

Raffl könnte in die NHL-Geschichte eingehen und das Aufeinandertreffen der Besten in St. Louis

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Unter den neun Partien in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kommt es zum Top-Spiel zwischen den Tampa Bay Lightning und den St. Louis Blues. In Philadelphia stellt sich die Frage, ob Michael Raffl im Spiel gegen die Toronto Maple Leafs ein Eintrag in die NHL-Geschichtsbücher gelingen wird und die Los Angeles Kings könnten in New Jersey eine Franchise-Bestmarke einstellen.

Fünf Aspekte auf die es zu achten gilt:

Wer ist der Beste?

Mit jeweils 44 Punkten führen die Tampa Bay Lightning und die St. Louis Blues ihre Conferences an. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch werden sie sich im Scottrade Center von St. Louis die Kräfte messen. Sollte eine Partie die Bezeichnung Spitzenspiel verdient haben, dann ist es diese. Beide Mannschaften sind seit vier Spielen ungeschlagen und erhoffen sich ihre Serie fortsetzen zu können.

Video: STL@DET: Schwartz verlässt verletzt das Spiel

Die Blues müssen zwar auf ihren zweitbesten Scorer Jaden Schwartz, der sich eine Sprunggelenksverletzung am rechten Fuß zugezogen hat, verzichten, können aber ihre Heimstärke (11-5-0) und die Tiefe ihres Kaders in die Waagschale werfen. Blues Center Brayden Schenn (16 Tore, 21 Assists) brachte es in den letzten vier Partien auf sechs Tore und einen Assist, Vladimir Tarasenko im gleichen Zeitraum auf zwei Treffer sowie zwei Vorlagen und Alexander Steen auf vier Assists. Die Lightning treten mit der stärksten Offensive (110 Tore in 29 Partien) und den zwei besten Scorern der Liga, Steven Stamkos (12 Tore, 30 Assists) und Nikita Kucherov (20 Tore, 21 Assists), in St. Louis an. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass auf die Defensivabteilungen eine Menge Arbeit wartet.

Wem gelingt der vierte Streich?

Zwölf Punkte trennen die Philadelphia Flyers und die Toronto Maple Leafs. Die seit drei Spielen ungeschlagenen Maple Leafs würden sich keinen Gefallen tun, sollten sie ihre Gastgeber unterschätzen, die mit drei Auswärtserfolgen hintereinander und einem Torverhältnis von 13:5 ebenfalls kräftig Selbstvertrauen getankt haben.

Video: PHI:VAN: Raffl nutzt Voraceks schöne Vorarbeit

Einen richtig guten Lauf hat Philadelphias österreichischer Stürmer Michael Raffl, der sich in allen drei Begegnungen für das Siegtor verantwortlich zeigte und bei einem weiteren Treffer an der Vorarbeit beteiligt war. Sollte Raffl erneut den Game Winner erzielen, wäre er in der 100-jährigen NHL-Geschichte erst der dritte Spieler, nach Daniel Alfredsson für die Ottawa Senators (9. bis 16. Januar 2007) und Newsy Lalonde für die Montreal Canadiens (12. bis 26. Februar 1921), der in vier aufeinanderfolgenden Partien den spielentscheidenden Treffer markieren konnte.

Den kanadischen Gästen käme es sehr gelegen, wenn sie wieder auf die Dienste ihres US-amerikanischen Center Auston Matthews (13 Tore, 13 Assists) zurückgreifen könnten, der aufgrund einer Verletzung im oberen Körperbereich am Sonntag beim 1:0-Sieg gegen die Edmonton Oilers zuschauen musste.

Stellen die Kings ihre Franchise-Bestmarke ein?

Die Los Angeles Kings sind zurzeit das heißeste Team der Liga. Seit dem 25. November, einem 2:1 SO-Erfolg gegen die Anaheim Ducks, gaben sie ihrer Konkurrenz achtmal in Folge das Nachsehen. Sollte den Kings im Prudential Center von Newark gegen die New Jersey Devils ein weiterer Paukenschlag gelingen, würden die Kalifornier ihre Franchise-Bestmarke aus der Spielzeit 2009/10 einstellen, in der sie zwischen dem 21. Januar und dem 6. Februar 2010 neunmal hintereinander doppelt punkten konnten.

Video: LAK@STL: Kopitar baut die Führung der Kings aus

Teamkapitän Anze Kopitar trug sich bei den letzten vier Auftritten (3 Tore, 6 Assists) mehrfach in den jeweiligen Spielberichtsbögen als Scorer ein. Dem Siegeslauf seines Teams steuerte der 30-jährige Slowene sechs Treffer und sieben Assists bei.

Die Devils bräuchten nach zwei Niederlagen in Folge womöglich einen Aufbaugegner oder eben eine echte Herausforderung, wie sie die Kings zweifelsfrei sind.

Endet Carolinas Auswärtsmisere ausgerechnet in Las Vegas?

Außer Spesen nichts gewesen. Seit sieben Tagen befinden sich die Carolina Hurricanes auf einer Auswärtstour durch den Westen, viermal traten sie dabei in fremden Stadien an und viermal zogen sie den Kürzeren (0-2-2). Den nächsten Versuch ihre Negativserie zu beenden, unternehmen die Hurricanes in der T-Mobile Arena von Las Vegas.

Die Wüstenstadt ist nicht gerade dafür bekannt, dass sie Glücksuchende mit mehr verlassen als sie mitgebracht haben. Auch Gäste der Vegas Golden Knights mussten häufig mit hängenden Köpfen die Heimreise antreten. 11-2-0 lautet die überragende Bilanz der Golden Knights aus den Auftritten vor eigener Kulisse. Zuletzt gewann die neue Franchise sogar zweimal auswärts und ist seit mittlerweile vier Partien ungeschlagen.

Schlussmann Marc-Andre Fleury, der vermutlich zu seinem ersten Auftritt nach seiner zweimonatigen Verletzungspause kommen wird, dürfte etwas dagegen haben, dass die Hurricanes ausgerechnet in diesem Spiel ihren Abwärtstrend stoppen.

Können die Sabres bald die Rote Laterne abgeben?

Im KeyBank Center von Buffalo kommt es zum Showdown der beiden Kellerkinder der Eastern Conference. Die zweitschlechteste Mannschaft der Eastern Conference, die Ottawa Senators, gibt sich die Ehre bei den letztplatzierten Buffalo Sabres. Die Sabres konnten aus ihren drei Auswärtspartien in der vergangenen Woche vier Zähler mitnehmen (1-0-2). Sie verkürzten damit den Rückstand gegenüber den Senators (0-3-1) um drei Punkte auf fünf Zähler. Mit einem weiteren Zweier würden sie ihren heutigen Gästen kräftig auf die Pelle rücken und die Rote Laterne als Tabellenschlusslicht könnte bald an die Kanadier übergeben werden. Zum Abschluss ihrer sieben Spiele umfassenden Auswärtstour würden die Senators gerne ihren zweiten Sieg einfahren (1-4-1), damit das gelingt, muss von der Offensive mehr kommen als zuletzt. In drei ihrer vergangenen vier Auftritte blieben die Senators im Abschluss erfolglos.

Rechtsaußen Mark Stone, mit 14 Treffern immer noch Ottawas erfolgreichster Torschütze, gelang in zehn Spielen nur ein Treffer und damit einer weniger als dem 24-jährigen Evan Rodrigues (2 Tore, 1 Assist), der für die Sabres erst drei Saisonpartien seit dem 5. Dezember bestritten hat.

Die weiteren Spiele vom Dienstag:

Colorado @ Washington

Frischen Mutes, mit einem 7:3-Sieg gegen die Florida Panthers und einem 2:1-Auswärtserfolg gegen die Pittsburgh Penguins im Gepäck, können die Colorado Avalanche ihrer nächsten Aufgabe entgegensehen. In der Capital One Arena der US-Hauptstadt treffen sie auf die Washington Capitals, die auf Wiedergutmachung für ihre 1:3-Pleite gegen die New York Islanders aus sein werden. Es kann durchaus sein, dass der deutsche Schlussmann Philipp Grubauer den Vorzug gegenüber Braden Holtby bekommt. Holtby musste in Brooklyn von den ersten zwölf Torschüssen, die auf seinen Kasten kamen, drei passieren lassen ehe er durch Grubauer erlöst wurde.

Edmonton @ Columbus

Seit sechs Spielen lassen die Edmonton Oilers auf einen Sieg eine Niederlage folgen (3-3-0). Sollten sie diesen Rhythmus beibehalten können, wäre für sie beim Gastauftritt gegen die Columbus Blue Jackets wieder ein doppelter Punktgewinn drin. Die Blue Jackets sind aber ein harter Brocken, zuhause sind sie nur schwer zu bezwingen. Von ihren letzten sieben Auftritten vor heimischer Kulisse gewannen die Blue Jackets deren sechs (6-1-0).

Video: EDM@TOR: McElhinney stoppt McDavid beim Alleingang

Calgary @ Minnesota

Zu einem Schlagabtausch auf Augenhöhe könnte es im Xcel Energy Center von St. Paul, beim Aufeinandertreffen der Calgary Flames (16-12-2) und den Minnesota Wild (15-11-3), kommen. Die Konkurrenten liegen in der Tabelle der Western Conference nur einen Zähler auseinander, wobei die Westkanadier zwar den zweiten Wildcard-Platz innehaben, jedoch schon eine Partie mehr absolviert haben als ihre kommender Gastgeber. Beide Teams durften sich zuletzt über zwei Siege in Folge freuen.

Florida @ Chicago

Auch ohne ihren verletzten Schlussmann Roberto Luongo können die Florida Panthers auswärts gewinnen. Beim gestrigen 2:1-Erfolg nach Verlängerung in Detroit hütete James Reimer (34 Saves) nahezu fehlerfrei den Kasten der Panthers. Die Blackhawks feierten zwei Heimsiege in Folge und konnten dabei auf die Dienste ihrer Stammkraft im Tor, auf Corey Crawford (3 Gegentore, 57 Saves), zurückgreifen. Mit einem weiteren doppelten Punktgewinn würden die Blackhawks mit den in der Central Division vor ihnen platzierten Dallas Stars gleichziehen.

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