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Spektakel und Tore made in Austria

Grabner führt österreichisches Stürmer-Trio an - Vanek und Raffl mischen nach Verletzungen wieder mit

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Als der NHL-Computer nach dem Spieltag am Montag die aktuelle Torschützenliste ausspuckte, stand ein Name oben, den die wenigsten Fachkundigen zu diesem Saisonzeitpunkt dort erwartet hätten. Es handelte sich um den Österreicher Michael Grabner. Am Abend hatte der Rechtsaußen den Pittsburgh Penguins beim 5-2 seiner New York Rangers einen Puck ins Netz gelegt. Es war sein zwölfter Treffer in dieser Spielzeit. Als Konsequenz fand er sich zusammen mit Sidney Crosby (Penguins) und Patrik Laine (Winnipeg Jets) am Platz an der Sonne wieder.

Der 29-jährige Villacher ist nach Thomas Vanek der zweite Österreicher, der die Position des treffsichersten NHL-Spielers innehat. Vanek grüßte von Oktober bis Dezember 2008 und noch einmal im Januar 2009 von Platz 1. Grabner hat derzeit einen bemerkenswerten Lauf. Beim 6-1 seines Klubs gegen die Tampa Bay Lightning am 30. Oktober machte er mit einem Hattrick von sich reden.

Video: TBL@NYR: Grabner führt Rangers zum Sieg

Die Plus/Minus-Statistik führte Grabner nach dem Montagsmatch mit einem Wert von +19 sogar ganz exklusiv an. Bei besonders eingefleischten Anhängern des österreichischen Eishockeys ruft das ebenfalls Erinnerungen an Grabners Landsmann Vanek wach. Der hatte diese NHL-Kategorie in der Saison 2006-07 am Ende mit +47 für sich entschieden.

Die höhere Mathematik seiner Sportart interessiere ihn jedoch nur am Rande, versicherte Grabner gegenüber Medien glaubhaft. "Ich will raus aufs Eis, meine Schnelligkeit einsetzen und schauen, was passiert", sagte Grabner nach der Begegnung gegen die Penguins in den Katakomben des Madison Square Garden.

Die Luft und das Ambiente in New York scheinen dem Angreifer besonders gut zu bekommen. In der Stadt hatte er 2010-11 seine bislang erfolgreichste Serie in der NHL gespielt. Seinerzeit verdiente er sein Geld beim Lokalrivalen der Rangers, den New York Islanders. In 76 Hauptrunden-Spielen schoss Grabner für das Team aus Brooklyn 34 Tore und lieferte 18 Vorlagen. Diese 52 Punkte sind nach wie vor seine persönliche Bestleistung in der NHL. Im Sommer war der Kärntner von den Toronto Maple Leafs zu den Rangers gewechselt.

Von seinem NHL-Kollegen Vanek bekommt Grabner viel Lob für seine Darbietungen. "Jeder weiß, wie schnell Michi ist. Aber wie es derzeit für ihn läuft, ist schon großartig. Manche Tore, die er macht, kannst du nur mit großem Selbstvertrauen zustande bringen", sagte der Linksaußen im Gespräch mit den Salzburger Nachrichten. Für Vanek kommt Grabners Leistungsexplosion in den vergangenen Wochen keineswegs überraschend. "Er hat ja schon einmal mehr als 30 Tore in einer Saison geschafft. Das wussten die Rangers auch, als sie ihn holten."

Vanek feierte am Sonntag nach einer vierwöchigen Verletzungspause sein Comeback für die Detroit Red Wings. Wegen einer hartnäckigen Hüftverletzung hatte er in diesem Zeitraum elf Partien verpasst. Die Verantwortlichen sehnten die Teilnahme des routinierten Angreifers geradezu herbei, weil sich die Abteilung Attacke der Red Wings ohne sein Mitwirken als äußerst unproduktiv erwiesen hatte.

Video: CAR@DET: Vanek haut Athanasious Vorlage im 1. rein

Als sich Vanek die Verletzung zuzog, war Detroit gerade mitten in einer Siegesserie von sechs Spielen in Folge. Nach sieben Partien hatten die Red Wings 24 Treffer erzielt. In seiner Abwesenheit klingelte es nur noch 19mal im gegnerischen Gehäuse. Keinem seiner Mitspieler war es zudem gelungen, Vanek während seiner Absenz vom zweiten Platz in der vereinsinternen Scorer-Wertung zu verdrängen.

Der 32-Jährige freut sich, dass seine Leidenszeit ein Ende hat. "Es ist nicht lustig, wenn man verletzt ist und nur zuschauen kann. Vor allem, wenn das eigene Team dann auch noch verliert", sagte er NHL.com. Trotz der Talfahrt der Red Wings zeigte sich Vanek zuversichtlich, was den weiteren Saisonverlauf angeht. "Bei den meisten Niederlagen sind wir ja nicht völlig ausgespielt worden. Ich denke, dass einigen Jungs im Moment einfach das nötige Selbstvertrauen fehlt. Wenn man sich gut fühlt, spielt man besser und schießt mehr Tore", analysierte er weiter.

Dritter Stürmer im Austria-Bunde der NHL ist Michael Raffl von den Philadelphia Flyers. Dessen Leistungen bewertet Vanek ebenfalls positiv. "Er ist harter Arbeiter, der Tore machen kann. Aber auch bei ihm sah man, dass eine Verletzung die Form kaputt macht", sagte er dem Sportportal Laola1. Bei der 4-7-Niederlage gegen die Chicago Blackhawks am 18. Oktober hatte sich Raffl eine Oberkörperverletzung zugezogen und musste deswegen zwei Wochen pausieren. Seit dem 3. November mischt der 27-jährige Außenstürmer wieder mit und erbrachte dabei den Nachweis, dass er zu Recht zum Stammpersonal der Flyers gehört.

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