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Sharks-Zukunft ohne Thornton?

San Jose scheint für die Zukunft auch ohne ihren Superstar gut aufgestellt

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Für die San Jose Sharks sind die Stanley Cup Playoffs 2018 beendet. In Spiel 6 der 2. Runde gegen die Vegas Golden Knights verloren die Fins im heimischen SAP Center mit 0:3 und mussten sich somit auch in der Serie mit 2:4 geschlagen geben. Die stets engagierten und voll auf Augenhöhe auftretenden Kalifornier führten bei ihrer Fehleranalyse vor allem die schwache Chancenverwertung, aber auch fehlendes Secondary Scoring an. Im Sommer droht nun der Abgang von Franchise-Koryphäe Joe Thornton, doch mit viel Talent im Sturm scheint Team Teal auch für die Zukunft gut gerüstet.

Sie versuchten noch einmal alles: Die Sharks spielten diszipliniert und blieben abgesehen von einer Ausnahme (Evander Kane, Beinstellen, 12.) so oft von der Strafbank weg wie noch nie zuvor den Playoffs 2018. Auch kassierten sie kein Tor in Unterzahl. Vorne stellte Flügelstürmer Joonas Donskoi mit fünf Schüssen einen persönlichen Playoff-Rekord auf, Center Logan Couture setzte seinen Körper mit vier Checks häufiger als jeder andere im Team ein und auch die Faceoffs - allen voran mit Kane (neun gewonnene Anspiele) - gingen mit 56 Prozent (36 von 64) klar an San Jose.

Hinten spulte Verteidiger Brent Burns noch einmal 26:25 Minuten Eiszeit (pro Spiel 25:54 Minuten, Sharks-Top-Wert) ab, Abwehrmann Marc-Edouard Vlasic gelangen zwei Takeaways und zwei Blocks (mit insgesamt 38 der beste Schüsse-Blocker in den Playoffs) und auch Goalie Martin Jones stoppte 30 von 32 Schüssen auf sein Tor (93,8 Prozent Fangquote). Unterm Strich aber konnten die Kalifornier die 0:3-Niederlage und das damit verbundene Saison-Aus (Serie: 2:4) nicht mehr abwenden.

Couture: "Wir waren nicht gut genug"

"Es ist eine schmerzhafte Niederlage. Vegas war die letzten beiden Spielen besser. Sie hatten bessere Chancen, deshalb haben sie getroffen", brachte es Angreifer Tomas Hertl auf den Punkt. "Sie haben ihre Chancen besser genutzt", spielte auch Center Chris Tierney auf die schwache Chancenverwertung an und nahm sich selbst in die Pflicht: "Unsere Reihe hat den Job nicht erledigt. Wir hätten da draußen Tore schießen und den Unterschied ausmachen sollen. Tierney kam in der Talente-Reihe neben Kevin Labanc und Timo Meier auf zusammengerechnet sechs Scorerpunkte (zwei Tore, vier Assists).

Video: VGK@SJS, Sp3: Meier versenkt Tierneys Pass im PP

Doch auch die Top-Formation um Kane, Donskoi und Kapitän Joe Pavelski blieb in den letzten beiden Partien der Serie ohne einen einzigen Scorerpunkt. "Wir waren einfach nicht gut genug", haderte auch Couture. "Über die gesamte Serie haben wir nicht genug von allen 20 Spielern bekommen, was ein Problem war. Wenn du in den Playoffs weit kommen willst, brauchst du jeden Spieler an jedem Abend. Das haben wir in dieser Serie nicht geschafft."

Fleury gewinnt das Duell mit Jones

Mit dem Tempo, der Intensität und der Physis der Golden Knights konnten die Sharks noch voll mithalten. Als ultimativer Schlüsselspieler aber trat Vegas-Goalie Marc-André Fleury in Erscheinung, der definitiv den Unterschied machte und mit bislang 1,53 Gegentoren pro Spiel, 95,1 Prozent Fangquote und vier Shutouts (zwei davon gegen San Jose) schier übermenschliche Statistiken aufweisen kann. Auch Sharks-Torwart Jones spielte starke Playoffs und hatte mit 92,8 Prozent Fangquote die zweitbeste aller Goalies mit mehr als fünf Endrunden-Einsätzen. Sein Gegenüber Fleury aber fischte mehr "Unhaltbare" heraus.

"Manchmal muss man auch den Gegner loben", so Burns. "Fleury war in dieser Serie der Feind. Er hat unglaublich gespielt. Es war schwer, gegen ihn zu treffen." Sein Trainer Peter DeBoer konnte da nur zustimmen: "Wir hatten viele hochkarätige Torchancen, aber Fleury war sofort im Spiel und hat ihnen geholfen. Unterm Strich war der Hauptgrund für das Ausscheiden aber, dass wir aber abgesehen vom 4:0-Heimsieg in jedem Spiel hinterhergelaufen sind."

 

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Thornton vor Karriereende?

Ohne Playoff-Spiel blieb Center Joe Thornton, der sich nicht mehr rechtzeitig von einer am 23. Januar erlittenen Innenband-Verletzung samt Knie-OP erholen konnte. Endet die großartige Karriere 19 Saisons in NHL - davon knapp zwölf Jahre in San Jose - also in diesem Sommer? Der hünenhafte Center (1,93 Meter groß, 100 Kilogramm schwer) ist mittlerweile 38 Jahre alt, erlitt zwei schwere Knieverletzungen in den letzten beiden Jahren und ist ab 1. Juli vertragslos. Ob der geniale Spielmacher seine Karriere beenden wird oder noch eine Saison dranhängt, ist noch offen.

Thornton war übrigens nicht der einzige Verletzte bei den Kaliforniern: Joel Ward kam wegen einer Schulterverletzung in den Playoffs überhaupt nicht zum Einsatz. Mit Donskoi (Lower Body) und Kane (ausgekugelte Schulter) spielten zwei weitere Stürmer stark angeschlagen. "Trotz der Verletzungen und dem Fehlen von Thornton, hatte die Mannschaft schon das Gefühl, gewinnen und vorrücken zu können. Sie hatten das Selbstvertrauen", war sich DeBoer sicher.

Vielversprechende Zukunft

In naher Zukunft nämlich könnte es sein, dass die Sharks ohne Thornton auskommen müssen. Dank viel Talent im Kader aber scheint San Jose gut aufgestellt zu sein: Mit Couture (29) und Hertl (24) die Seite an Seite starke Playoffs spielten, sind zwei Mittelstürmer bereits in den Elite-Kreis aufgestiegen. Auch Center Tierney (23) und dem Schweizer Timo Meier (21) ist schon jetzt eine dauerhafte Top-Sechs-Rolle zuzutrauen. Hinzu kommen vielversprechende Flügelspieler wie Labanc (22), Marcus Sörensen (26) und Donskoi (26), die in dieser Saison allesamt einen weiteren großen Schritt nach vorne machten.

 

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Nun steht in der Bay Area ein spannender Sommer an: Die Verträge von Thornton, Kane, Hertl, Tierney, Ward, Eric Fehr, Jannik Hansen und Dylan DeMelo laufen aus. Der Auftrag an GM Doug Wilson ist klar: Ein stabiles Team um die Stützen Pavelski, Couture, Burns, Vlasic und Jones zu bauen.

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