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So veränderte die Trade Deadline die AHL-Landschaft

Belleville bekommt mit Brannstrom echte Verstärkung für den Endspurt; Praplan wechselt vom Playoffkandidaten zum Kellerkind

von Marc Rösch @nhlde / NHL.com/de Autor

Willkommen bei Outside the NHL. Während der Saison 2018/19 wird euch NHL.com/de jeden Samstag mit Einblicken und Stories über die Eishockey-Welt außerhalb der NHL versorgen. In dieser Ausgabe geht es um die Trade Deadline und ihre Auswirkungen auf die American Hockey League.

 

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Wenn die Verantwortlichen der NHL-Klubs kurz vor der Trade Deadline noch versuchen, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen und große Deals zu landen, dann hat das stets Auswirkungen auf die American Hockey League. Auch in diesem Jahr war das nicht anders. In die 20 Trades, die am Deadline-Day über die Bühne gingen, waren auch einige AHL-Teams involviert. Mit durchgemixten Kadern versuchen sie nun, den finalen Sturm auf die Calder-Cup-Playoff-Plätze zu wagen.

Enormen Rückenwind erhielten beispielsweise die Belleville Senators. Wegen des Highlight-Trades zwischen den Ottawa Senators und den Vegas Golden Knights, der Stürmer Mark Stone zum Team in der Wüste Nevadas beförderte, machten vor allem die Fans des AHL-Partnerclubs der Senators Luftsprünge.

Der ohnehin mit Talenten wie Drake Batherson, Logan Brown, Rudolfs Balcers oder Christian Wolanin gespickte Kader erhält mit Erik Brannstrom einen weiteren Rohdiamanten. Der 19-jährige Defensivspieler wurde beim NHL Draft 2017 von den Golden Knights in der ersten Runde (Nummer 15) ausgewählt und wird Belleville im Kampf um die Postseason-Plätze blendend zu Gesicht stehen. In 41 AHL-Spielen erzielte der Schwede 28 Punkte (sieben Tore, 21 Assists).

"Erik Brannstrom ist der beste Defensiv-Prospect; einfach ein dynamisches Talent, das ein wichtiger Baustein unserer Zukunft sein wird", schwärmte Ottawas General Manager Pierre Dorion von seiner Akquisition. "Er war zur Trade Deadline zweifelsfrei der beste verfügbare Perspektivspieler. Zusätzlich zu seinem enormen Talent ist er ein geborener Leader. Wir könnten nicht stolzer sein. Wir freuen uns auf die Zukunft mit diesem tollen Talent. Er wird ein Eckpfeiler unserer umgebauten Mannschaft sein."

Mit Brannstrom in ihren Reihen werden die Senators ihren Angriff auf die Playoff-Plätze weiter vorantreiben. Zwar rangieren sie mit 65 Punkten nur auf dem fünften Rang ihrer North Division, doch das ist nur eine Momentaufnahme. Jüngst legten sie nämlich eine einmalige Aufholjagd hin. Bis zur Verpflichtung von Brannstrom konnten sie eine Punkteserie von 15 Spielen vorweisen. Ihre Bilanz aus diesem Zeitraum liegt bei 11-0-0-4 und es ist kaum vorstellbar, dass der Höhenflug bald enden wird. Am Freitag bei der 3:2-Niederlage nach Overtime gegen die Manitoba Moose streifte Brannstrom zum ersten Mal das Senators-Dress über. Seine Minus-2-Statistik war noch ausbaubar.

 

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Alles andere als im Höhenflug befinden sich die Springfield Thunderbirds, für die seit dem 22. Februar Vincent Praplan auf Torejagd geht. Mit nur 57 Punkten und einer Bilanz von 2-7-0-1 aus den vergangenen zehn Spielen rangieren sie auf dem vorletzten Platz der Atlantic Division. Nur wenige Mannschaften haben eine schlechtere Siegquote (50,0 Prozent) als das Farmteam der Florida Panthers. Panthers General Manager Dale Tallon sicherte sich die Rechte am 24-jährigen Schweizer, der zuvor bei der San Jose Franchise unter Vertrag stand.

"Wir danken Vincent sehr für seinen Einsatz bei den Barracuda", verabschiedete Barracuda General Manager Joe Will Praplan. "Aber dieser Trade wird ihm und seiner Profi-Karriere viel bringen."

Seit Praplan zur laufenden Saison vom EHC Kloten in die Sharks-Organisation wechselte, absolvierte er 27 AHL-Spiele für zu den Topteams der Pacific Division gehörenden Barracuda, wobei ihm 16 Punkte (vier Tore, zwölf Assists) gelangen. Praplan, der bei den Barracuda häufig nur Ergänzungsspieler war, könnte bei den Thunderbirds in eine wichtigere Rolle schlüpfen.

Sein Einjahresvertrag läuft zum Ende der aktuellen Spielzeit aus. Zwar scheint der Playoff-Zug für die Thunderbirds abgefahren zu sein, aber für Praplan bedeutet die neue sportliche Heimat nicht zwingend einen Rückschritt. Mit mehr Eiszeit kann er sich womöglich stärker in den Fokus spielen. Einen ersten Schritt in die richtige Richtung machte Praplan am Freitag bei seinem ersten Auftritt für die Thunderbirds. Er steuerte zwei Assists zum 5:1-Sieg gegen die Hartford Wolf Pack bei.

Schon in den Fokus der NHL-Teams gespielt, hat sich ein weiterer Neuzugang der Thunderbirds. Pünktlich zum Ende des Transferfensters erhielten sie mit Jean-Sebastien Dea einen NHL-erprobten Akteur. Für die New Jersey Devils und die Pittsburgh Penguins absolvierte Dea in der laufenden Spielzeit bereits 23 NHL-Spiele, in denen er sechs Punkte (vier Tore, zwei Assists) erzielte. Er wechselte im Austausch für Chris Wideman zu den Panthers und wird vorerst wie Praplan für die Thunderbirds auflaufen.

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Iowa Wild. Der Partnerclub der Minnesota Wild erhielt zum Ende der Wechselfrist keinen einzigen Neuzugang. Dennoch dürfen auch sie sich über gewaltige Verstärkung freuen. Minnesota unterstützt sein Farmteam, indem sie Ryan Donato, Jordan Greenway und Luke Kunin für AHL-Einsätze abstellen. Ein personelles Plus, das Iowa im spannenden Saisonfinale enorm hilft. In den vergangenen fünf Spielzeiten erreichte Iowa kein einziges Mal die Postseason. Doch dies soll sich jetzt ändern. In ihrer Central Division liegen die Wild nur drei Punkte hinter dem ersten Platz.

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