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Sind die Sharks wieder ein Playoffteam?

von Bernd Roesch / NHL.com

Am 9. Mai 2015 feierte die Franchise der San Jose Sharks ihren 25. Geburtstag.

Ihren ersten Auftritt in der NHL hatten sie in der Saison 1991/92. Als neugegründetes Team taten sie sich zunächst sehr schwer:

28 Siege, 7 Unentschieden und 129 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 437 zu 773 betrug ihre Ausbeute aus den ersten zwei Spielzeiten unter Headcoach George Kingston.

Im darauffolgenden Jahr zogen die Sharks vom Cow Palace, ihrer Spielstätte in Dale City am Rande von San Francisco, in die neugebaute Arena von San Jose, dem jetzigen SAP Center. Das Kommando hinter der Bande übernahm Kevin Constantine. Postwendend schlossen die Sharks die damals neuformierte Pacific Division zweimal in Folge als Tabellendritter ab und zogen jeweils in das Western Conference Halbfinale ein.

Es folgten erneut zwei magere Jahre, in denen die Sharks einen Neuaufbau starteten. Wer erinnert sich nicht an Owen Nolan, jenem Rechtsaußen der von 1995 bis 2003 seine Schlittschuhe für die Sharks schnürte und der beim All-Star Game am 18. Januar 1997 auf heimischen Eis für eines der bemerkenswertesten Tore in der Geschichte des All-Star Games sorgte:

Auf dem Weg zu seinem Treffer im Spiel der Besten zeigte er den im Kasten stehenden Dominik Hasek vorab an in welchem Toreck der Puck einschlagen wird. Gesagt, getan und der Jubel der heimischen Fans im weiten Rund kannte angesichts des gezeigten Kunststücks von Nolan keine Grenzen.

Ab der Saison 1997/98 entwickelten sich die Sharks zu einer festen Größe, mit der in jedem Jahr zu rechnen war.

Seit 2003, jenem Jahr als ihr ehemaliger Kapitän Doug Wilson den General Manager Posten übernahm, gelang ihnen zehnmal hintereinander der Einzug in die Playoffs.

Mehrmals zählten die Sharks zu den ganz heißen Anwärtern auf den Stanley Cup, doch meistens war für die Nordkalifornier im Conference Halbfinale Schluss mit ihren Titelträumen. Dreimal, 2004, 2010 und 2011 scheiterten sie erst im Conference Finale.

Auch in die vergangene Saison wurden die Sharks als Titelaspirant gehandelt, doch das Jahr verlief für sie alles anders als gewünscht. In der Endabrechnung belegten sie nur den zwölften Rang im Westen, acht Punkte von einem Playoffplatz entfernt.

Es wurden daraus Konsequenzen gezogen: Wilson und Cheftrainer Todd McLellan einigten sich darauf, dass sich, nach siebenjähriger Zusammenarbeit, ihre Wege trennen werden. Peter DeBoer wurde zum neuen Headcoach der Sharks ernannt und auch der Kader wurde verändert - jedoch nur punktuell. Die beiden Verteidiger Scott Hannan und Matt Irwin stehen nicht mehr zur Verfügung, Torwart Antti Niemi wurde abgegeben und auch Flügelstürmer John Scott fand mit den Arizona Coyotes einen neuen Arbeitgeber.

Und wer wird die Sharks kommende Saison verstärken?

Martin Jones, der ehemalige Backup von Kings Jonathan Quick, soll Niemi ersetzen. Die statistischen Werte des 25-jährigen Schlussmanns können sich durchaus sehen lassen.

In 34 NHL-Partien für Los Angeles brachte er es auf eine Rettungsquote von 92,3 Prozent bei einem Gegentrefferschnitt von 1,99. Jones muss aber noch beweisen, dass er eine starke Nummer 1 ist.

Als Free Agent stieß Joel Ward zu den Sharks. Der erfahrene Rechtsaußen brachte es vergangene Saison bei den Washington Capitals auf 19 Tore und 15 Assists in 82 Partien. Ohne Zweifel bringt der 34-Jährige etwas mehr Offensivqualitäten mit als der liebenswerte 'Haudegen' Scott.

Auch die Abgänge von Hannan und Irwin müssen kompensiert werden. Neu zum Team stößt Paul Martin, der 2003 bei den New Jersey Devils seine NHL-Karriere begann.

Der mittlerweile 34-jährige Verteidiger konnte neun seiner elf NHL-Spielzeiten bei den Devils und den Penguins mit einem positiven +/-Wert abschließen. Eine Chance sich in der NHL durchzubeißen bekommt Mark Cundari.

Der 25-Jährige Blueliner bestritt 2014/15 50 Partien für die Adirondack Flames in der AHL und hatte es dabei auf sieben Tore und 22 Vorlagen gebracht. Mit Nikolay Goldobin, San Joses Erstrundenpick 2014 (Nr. 27), und dem Schweizer Timo Meier könnten auch zwei ganz junge Stürmer den Sprung in den Kader schaffen.

Es wäre sehr verwegen die Sharks in der nächsten Saison zum erweiterten Favoritenkreis zu zählen, doch wenn ihre angestammten Kräfte wieder an ihre Form aus vergangenen Zeiten anknüpfen können, dann werden die Playoffs wieder in Reichweite sein.

Vielleicht ist ihnen auch dienlich, dass sie für die nächste Saison, anders als im Vorjahr, wieder einen Teamkapitän ernennen werden, der die Mannschaft führen soll.

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