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Sharks und Kings bereit für Freiluft-Spektakel

von Stefan Herget / NHL.com

Die 2015 Coors Light NHL Stadium Series geht am Sonntag früh um 4 Uhr MEZ in die nächste Runde und es wird wieder ein ganz besonderes Event. Das Ambiente im Football Stadion der San Francisco 49ers wird attraktiv sein. Das Wetter mit klarem Himmel bei um die 16 Grad Celsius am Abend eines vorhergesagten sonnigen Samstages sorgt für optimale Bedingungen. Doch entscheidend ist etwas ganz anderes: Der Termin.

Das Spiel zwischen den heimischen San Jose Sharks und den Los Angeles Kings hätte kaum auf einen besseren Tag fallen können. Beide Teams verbindet nicht erst seit dem spektakulären Comeback der Kings in der ersten Runde der letztjährigen Playoffs, als die Sharks 3-0 in der Serie führten und trotzdem dem späteren Stanley Cup Gewinner unterlagen, eine gesunde Rivalität. Das war vorher klar.

Aber dass die Kings ausgerechnet in dieser Saison lange hinter den Erwartungen bleiben würden und erst am Mittwoch durch ihren sechsten Sieg in Folge zu den Sharks nach Punkten aufschließen konnten und diese sogar von den Playoffrängen verdrängen würden, konnte niemand ahnen. Alfred Hitchcock hätte es nicht besser inszenieren können.

San Jose hat durch seinen 5-2 Auswärtssieg bei den Dallas Stars am gestrigen Donnerstag zwar dafür gesorgt, dass sie zum Duell wieder mit zwei Punkten vor ihren Kontrahenten liegen, doch die sportliche Brisanz des Aufeinandertreffens bleibt neben den ganzen Showeffekten und –einlagen (u.a. von Sängerin Melissa Etheridge) bei dieser Konstellation hoch.

Etwas ungewöhnlich und möglicherweise ein kleiner Nachteil für die Hausherren war die Tatsache, dass sie wegen des Einsatzes in Dallas erst am Freitag Morgen nach Hause zurückkehrten und deswegen gerade einmal am Freitag Abend die Möglichkeit haben, die Bedingungen aktiv zu testen. Die Kings sind seit Donnerstag vor Ort, ihnen steht jedoch auch nur ein Training am Freitag zu.

Doch Sharks Trainer Todd McLellan sieht im vorherigen Auswärtstrip eher einen positiven Aspekt. Er hätte befürchtet, dass zu vieles um die Spieler herum passiert wäre, an Werbeveranstaltungen etc., wenn die gesamte Woche vorher frei gewesen wäre. „Weil wir unterwegs sind, haben wir diese Ablenkung nicht“, betont er. „Wir sind auswärts und spielen Eishockey. Das könnte positiv sein.“

Es reichte schon, dass in den vergangenen Woche für die EPIX Show, in der der Weg der Sharks bis zum Event aufgezeichnet wurde, die Mannschaft auf Schritt und Tritt von einem Regisseur und Kamerateams begleitet wurde. MacLellan sah dies einerseits als neue Erfahrung, auf der anderen Seite zollte er Lob, denn die Macher hätten genau gewusst, wann es unpassend gewesen wäre und sie gestört hätten.

Trotz der warmen Temperaturen erwarten die Akteure eine gute Eisqualität, die im Vergleich zum vergangenen Jahr, als die Anaheim Ducks gegen die Kings im Dodgers Stadion zu Los Angeles spielten, ähnlich sein werden. „Letztendlich haben wir Gegebenheiten wie in einer Eishalle, wo ähnliche Temperaturen herrschen“, sagte schon damals der NHL-Eismeister Dan Craig. „Nur mit dem Unterschied, dass eine höhere Luftfeuchtigkeit auftreten könnte, die sich auf dem Eis festsetzt.“

Aber die Erfahrungen aus dem Freiluftspiel 2014 halfen ohne Zweifel, das Eis in diesem Jahr noch besser zu machen, als es da ohnehin schon war.

Seit dem Beginn des Aufbaus am 9. Februar arbeiten die Verantwortlichen dafür in Hochtouren und müssen dabei auch ungewöhnliche Arbeitszeiten in Kauf nehmen. „Wenn die Sonne am Morgen direkt auf das Eis scheint, dann schützen wir es mit einer Isolierung“, erzählt Craig. „Diese wird am Nachmittag gegen 15 Uhr entfernt und dann arbeiten wir am Eis zwischen 16 Uhr nachmittags bis manchmal vier Uhr in der Früh, ehe wir es wieder abdecken.“

Interessant dürfte ebenso das Umfeld der Spielfläche werden. Es werden Schlüsselelemente des Silicon Valleys, der Sierra Nevada, des Santa Clara Valleys, der San Francisco Bay und des Pazifischen Ozeans zu sehen sein.

„Wir werden echte Pflanzen dort haben und sie werden sich ergänzen mit den grafischen Elementen im Innenraum, die Energie, Licht und Technik beinhalten, um ein Gefühl von Silicon Valley zu geben“, sagt Cameron Smith, der Creative Director. „Es wird ganz anders als jeder NHL Event, der bis jetzt stattgefunden hat.“

Jetzt muss nur noch das Eishockeyspiel das halten, was es verspricht.

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