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Sharks spielten gegen die Kings viel Stärken aus

von Stefan Herget / NHL.com

Es war wohl der Schlüsselmoment des Spiel 1 der Stanley Cup Playoffs Western Conference Serie in der ersten Runde zwischen den Los Angeles Kings und den San Jose Sharks. Durch eine umstrittene Strafzeit gegen Kings Verteidiger Drew Doughty, er soll bei einer gegnerischen Torchance gehakt haben, was er in einer intensiven Diskussion mit dem Schiedsrichter bestritt, kamen die Sharks gegen Ende des zweiten Drittels in Überzahl.

San Jose mit 22,5 Prozent Erfolgsquote die drittbeste Mannschaft der NHL in der regulären Saison zeigte sofort, was sie im Powerplay so stark macht: Sicheres Passspiel, variable Aufstellung, überraschende Momente und Behaupten des Pucks. Aus allem werden Torchancen kreiert.

Doch dann konnte sich plötzlich Trevor Lewis einen Abpraller schnappen und Richtung gegnerisches Tor losziehen. Es entstand eine 2 auf 1 Situation mit Dwight King gegen Verteidiger Brent Burns. Lewis schloss alleine ab und zirkelt die Scheibe ins linke Dreieck zur 3-2 Führung. Es war das erste Playoff Unterzahltor der Kings seit Anze Kopitar im Jahr 2012 traf.

„Wir hatten mit dem Unterzahltor alle Möglichkeiten auf unserer Seite“, haderte L.A. Kapitän Dustin Brown im Anschluss an die Partie. „Doch wir waren nicht aufmerksam … wir waren einfach nicht präsent.“

Sekunden später nutzten die Gäste nämlich ihre numerische Überlegenheit, um sich erneut in der gegnerischen Zone festzusetzen und nur 30 Sekunden nach dem Schock konnte Tomas Hertl aus dem Gewühl heraus im Nachfassen zum 3-3 ausgleichen.

„Wir müssen bessere Arbeit verrichten, um von der Strafbank fern zu bleiben und dass unsere Fehler nicht zu Gegentoren führen“, sagte Kings Stürmer Anze Kopitar. „Natürlich ist es nicht ideal das erste Spiel zu verlieren, besonders zu Hause.“

Die Sharks spielten abgeklärt weiter und kamen nur 17 Sekunden nach dem Wiederbeginn im dritten Drittel zum Siegtreffer durch Kapitän Joe Pavelski, der nach dem 1-1 im ersten Drittel seinen zweiten Treffer des Abends erzielte.

„Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nicht, dass er rein ging“, sagte Pavelski. „Ich habe gehört, dass er an den Pfosten ging … es war so wie ‚oh Gott, er könnte an den Pfosten gegangen sein. Er könnte dort liegen. Ich muss weiter arbeiten.’ Und es war ein Tor.”

Trainer Peter DeBoer war nicht nur mit Pavelski zufrieden, sondern insgesamt wie seine Mannschaft aufgetreten ist. „Es war keine Panik zu vernehmen“, sagte er. „Ich mochte unsere Antworten. Wir waren 1-0 im Rückstand, dann auch noch 3-2. Beide Male kamen wir mit tollen Antworten zurück. Ich denke wir sind auswärts zuversichtlich und ich denke wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gespielt.“

In der Tat. Los Angeles muss defensiv besser agieren, wollen sie die Serie gewinnen. Sie spielten sehr physisch, worauf sich aufbauen lässt, doch gegen das starke Powerplay der Sharks sollten sie darauf achten, die Grenze des Erlaubten nicht zu übertreten.

Apropos Defensive: Es war das vierte Mal in sechs Spielen gegen die Sharks in dieser Saison, dass die sonst defensivstarken Kings um Torhüter Jonathan Quick vier oder mehr Tore kassierten. Zwei Treffer in der vergangenen Nacht, nämlich das zweite Tor durch Burns und das vierte durch Pavelski, fielen unmittelbar nach Bullygewinnen. San Jose gewann insgesamt 54% der Anspiele, was mit ein Schlüssel zum Sieg war.

Aber nicht alles haben die Kings falsch gemacht. Eindrucksvoll, wie sie in den letzten Minuten um den Ausgleich kämpften, das Tor von Martin Jones förmlich belagerten und mehrmals nur knapp scheiterten. Da hat ohne Zweifel auch das Quentchen Glück gefehlt, das man dann doch ab und zu braucht.

Darauf sollten die Männer von Trainer Darryl Sutter aufbauen und das werden sie. Im zweiten Spiel am Sonntagmorgen ab 4:30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (10:30 p.m. ET; NBCSN, CBC, TVA Sports, CSN-CA, FS-W) wird Los Angeles noch entschlossener und kämpfender zu Werke gehen. San Jose wird indes seine Stärken in die Waagschale werfen.

"Das Spiel heute hat Spaß gemacht“, sagte Pavelski. "Das sind L.A. Kings und Sharks Spiele ... [die] Zuschauer waren großartig. Es hat Spaß gemacht hier zu spielen. Ich bin sicher das nächste Spiel wird noch um einiges besser."

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