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Sharks müssen Vlasic auf Crosby ansetzen

von Amalie Benjamin / NHL.com



SAN JOSE --
Marc-Edouard Vlasic redete um den heißen Brei herum. Alle Spiele gegen die Pittsburgh Penguins sind schwer, sagte er. Alle Formationen fordern uns, erklärte er. Es ist nicht so, dass das Team nur Sidney Crosby und sonst niemand ist, sagte er.

Nachdem ihm jedoch Zahlen vorgelegt wurden, knickte er ein. Laut Left Wing Lock war Vlasic gegen die Crosby Reihe -- Conor Sheary, Crosby und Patric Hornqvist -- in Spiel 2 zu 35,44 % und in Spiel 1 lediglich zu 22,35 % auf dem Eis.

"Das ist nicht genug", sagte Vlasic. "Es sollten 90 oder 95 sein, 35 ist zu wenig." Er fügte hinzu, "das sind 35 gegen alle Reihen, also habe ich eben so viel gespielt."

Das wird einer der Schlüsselfaktoren für das Heimspiel der San Jose Sharks in Spiel 3 des Stanley Cup Finales am Samstag im SAP Center sein (02:00 Uhr MESZ). Sie haben eine letzte Chance. Sie können die Aufgabe annehmen. Sie können Vlasic und Verteidigungspartner Justin Braun gegen Crosby einsetzen. Ihre Besten gegen die Besten der Penguins.

"Er ist ein Elitespieler, er ist einer der besten", sagte Vlasic über Crosby. "Ich spielte bisher immer gerne gegen ihn. Und ich möchte weiterhin gegen ihn spielen. Leider war ich in den ersten beiden Spielen nicht so oft gegen ihn eingesetzt. In den Spielen 3 und 4 wird das hoffentlich anders sein."

Vlasic und Braun waren in den diesjährigen Stanley Cup Playoffs eine bedeutende Waffe für die Sharks. Serie über Serie schalteten sie die gegnerischen Top-Scorer aus. Erst Tyler Toffoli von den Los Angeles Kings, dann Filip Forsberg von den Nashville Predators und schließlich Vladimir Tarasenko von den St. Louis Blues. Diese drei Spieler kamen zusammen auf drei Tore und einen Assist gegen die Sharks in 18 Playoffspielen. Zwei Tore davon steuerte Tarasenko in Spiel 6 bei, als das Ausscheiden seiner Blues bereits besiegelt war.

"Er ist riesig", schwärmte Verteidiger Paul Martin über Vlasic. "Das ist ein großes Thema, wie unterschätzt er ist und wie wenig Aufmerksamkeit er erhält. Aber ich denke, immer wenn er und Brauner gegen die Top-Spieler der gegnerischen Teams eingesetzt worden sind, haben sie gegen diese einen hervorragenden Job gemacht."

Die nächste Aufgabe wird Crosby sein.

"Sidney Crosby macht alles gut", sagte Vlasic vor dem Serienstart. "In den ersten drei Runden, wenn du alle ihre Top-Spieler zusammenwirfst, kommt Crosby raus. Es wird noch viel schwerer, aber auch viel spaßiger."

Aber so kam es bisher nicht, zumindest nicht in Pittsburgh. Vlasic sah nicht viel von seinem Angstgegner und die Penguins gewannen beide der ersten zwei Spiele und führen mit 2-0 im Finale.

Natürlich, anders als die meisten anderen Teams, können die Penguins drei Elite Scoring Reihen ins Rennen schicken. Die Sharks müssen in der Serie auf alle drei Acht geben.

"Crosby ist ein Schlüsselspieler, wahrscheinlich sogar ihr bester Spieler in den ersten beiden Spielen", sagte Sharks Coach Peter DeBoer. "Sie stellten uns vor Zuordnungsprobleme. Nicht nur uns, auch die anderen Teams. Wenn du Phil Kessel, Crosby und Evgeni Malkin in drei verschiedenen Reihen hast, ich meine, alle drei können mehr, als jeder aus unserem Team. Alle hatten bisher Zuordnungsprobleme gegen diese Jungs."

Immernoch heißt das Ziel: Vlasic und Braun gegen Crosby.

Vlasic sagte vor Spiel 1: "In der Vergangenheit war ich immer auf dem Eis, wenn Crosby gegen die San Jose Sharks gespielt hat. Auch als Junior."

Diese Zuordnung hat eine lange Tradition. Vlasic, der für die Quebec Remparts in der Quebec Major Junior Hockey League spielte und Crosby, der für Rimouski Oceanic spielte, trafen bereits in den Spielzeiten 2003-04 und 2004-05 aufeinander. Schon damals konnte Vlasic Crosby kennenlernen und seine Taktik und Skills analysieren.

"Er arbeitet hart", sagte Vlasic. "Er arbeitet härter, als alle anderen gegen die ich je gespielt habe. Stark, wahrscheinlich sogar eine bessere Rück- als Vorhand. Du kannst ihn nie da hin steuern, wo du ihn möchtest. Meistens lenkt er dich in die Richtung, in die er will."

Für Vlasic geht es gegen Crosby darum, ihm möchlichst wenig Zeit und Platz zu geben, ihm sehr wenig Freiraum zu lassen. Es geht darum, ihm das Spiel unkomfortabel zu machen. Vlasic sagte: "Du musst immer in seinem Kopf sein, immer dran bleiben, es ist wichtig, ihn zu frustrieren. Aber er weiß, dass du da bist und er wird keine Pläne machen können. Wenn doch, dann kann er dich dumm aussehen lassen."

Bis jetzt konnten die Penguins das in der Serie oft mit den Sharks machen: Sie dumm aussehen lassen. Sie dominierten die Sharks über weite Strecken der ersten beiden Spiele der Serie. Sie waren zu gut und zu schnell für die Sharks.

Jetzt haben die Sharks ihre letzte Chance. Sie haben eine Chance, hoffentlich, die Zuordnungen zu finden, die sie möchten. Ihre Top-Verteidiger gegen die Top-Reihe der Penguins spielen zu lassen. Mehr als 35 % der Zeit. Mehr als 50 % der Zeit. Vielleicht sogar mehr als 90 % der Zeit.

"Ich liebe es, gegen die besten zu spielen", sagte Vlasic, "und er ist einer der besten."

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