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Sharks melden sich im dritten Finalspiel zurück

von Bernd Roesch / NHL.com

Ein Vierteljahrhundert hatte es gedauert bis die San Jose Sharks nach ihrer Gründung zum ersten Mal vor heimischer Kulisse ein Stanley Cup Finale austragen konnten. 22 Jahre, acht Monate und 27 Tage nachdem die San Jose Arena, das jetzige SAP Center, am 8. September 1993 eröffnet wurde, war es Austragungsort des Stanley Cup Finales 2016. Neun Minuten und 34 Sekunden nachdem am Samstag in Spiel 3 gegen die Pittsburgh Penguins das Eröffnungsbully gefallen war, brachte Justin Braun das Haifischbecken zum Brodeln. Der 29-jährige Verteidiger der Sharks zog auf der rechten Seite von der blauen Linie ab und schoss das erste Heimtor der Sharks in einem Stanley Cup Finale.

Die Ausgangsposition der Sharks war, nach zwei Niederlagen in den ersten zwei Aufeinandertreffen mit den Pittsburgh Penguins, denkbar schlecht gewesen, doch sie bewiesen Kampfgeist und zeigten Moral. Selbst von einem frühen Gegentor durch Pittsburghs Verteidiger Ben Lovejoy in der sechste Spielminute, der den Shark Tank kurzzeitig zum Verstummen brachte, ließen sie sich nicht beeindrucken.

San Jose zeigte in dieser Partie Kampfgeist und Siegeswille. Die Körperhaltung der Sharks war eine gänzlich andere als in den ersten zwei Finalauftritten in Pittsburgh, in denen sie den Penguins in allen Belangen unterlegen gewesen waren. Auch wenn in den ersten Minuten eine gewisse Nervosität bei den Hausherren zu erkennen gewesen war, die ersten Offensivakzente setzten die Penguins. Die Sharks hatten postwendend eine Antwort parat. Diese kam nicht von Logan Couture, ihrem Topscorer in den Playoffs mit 26 Scorerpunkten, sie kam auch nicht von Center Joe Pavelski mit 13 Treffern ihrem besten Torschützen und auch nicht von ihren beiden Ü35 Joe Thornton und Patrick Marleau.

Nein, erneut war es Verteidiger Justin Braun, der vier Minuten und fünf Sekunden nach dem Rückstand mit seinem zweiten Playofftor für die Kalifornier ins Glück traf. Bei seinem Schuss zeigte Penguins Schlussmann Matt Murray keinerlei Reaktion. Schon beim letzten Aufeinandertreffen von vor drei Tagen hatte sich Braun, dessen Aufgabe wahrlich nicht das Schießen von Toren ist, als Torschütze auszeichnen können.

Wenn schon nicht die dafür prädestinierten Protagonisten treffen, dann müssen eben andere in die Bresche springen.

Richtig bitter wurde es für die Sharks in der Schlussminute des Mittelabschnitts, in dem sie das bessere Team mit den hochkarätigeren Torchancen gewesen waren, u.a. traf Couture in der achten Minute des zweiten Drittels nur den Innenpfosten nachdem Murray bereits geschlagen war. Einen Schlagschuss von Lovejoy, als noch 53 Sekunden auf der Uhr standen, fälschte Patric Hornqvist unhaltbar für Sharks Schlussmann Martin Jones ab und die Penguins lagen erneut in Front.

Pavelski erzählte nach der Partie, dass das zweite Gegentor zwar zu einem ungünstigen Zeitpunkt fiel, sie in der zweiten Pause in der Kabine darüber gesprochen hatten und sich gegenseitig versprachen, sich davon nicht schockieren zu lassen, sondern möglichst schnell und mit viel Engagement diesen erneuten Rückschlag vergessen machen wollen.

Vor der heutigen Partie hatte San Joses Coach Peter DeBoer noch bemängelt, dass seine Mannschaft in der Finalserie zu wenig Druck mache, damit die Penguins mehr Strafzeiten ziehen.

Gesagt, getan im Schlussdrittel: Pittsburghs Verteidiger Nick Bonino kassierte eine 4-Minuten Strafe wegen Hohen Stocks und just als er wieder von der Strafbank kam, zog Rechtsaußen Joel Ward mittig aus der Distanz ab und ließ Murray alt aussehen.

Der 35-jährige Torschütze freute sich nach dem Spiel über seinen, der die Wende in diesem Spiel und eventuell auch in der Finalserie einleitete: "Es ist immer schön, wenn man seinem Team helfen kann. In einem solchen Moment möchtest du ein Tor schießen. Wir stehen hier im Stanley Cup Finale, da willst du deinen Beitrag dazu leisten. Es gilt aber auch nicht so lange dabei zu verweilen und darüber nachzudenken. Man hat gewonnen und nun gilt es das im nächsten Spiel zu wiederholen."

Die Frage, ob die Sharks im Stanley Cup Finale siegen können, auch wenn ihre großen Namen nicht wie zuvor in den Playoffs treffen, beantwortete Joonas Donskoi mit Ja. Der 24-jährige Finne, der auch schon an Wards Treffer beteiligt gewesen war, düpierte von hinter dem Tor kommend, Murray und schoss die Sharks zurück in die Serie.

San Jose muss nicht mehr 25 Jahre auf ein Stanley Cup Finalspiel warten. Das nächste findet bereits in 48 Stunden, in der Nacht von Montag auf Dienstag, im SAP Center statt und dann haben die Sharks sogar die Chance, die Finalserie gegen Pittsburgh auszugleichen.

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