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Senators vertrauen auf ihre Selbstheilungskräfte

Ottawa will Spiel 5 gegen die Penguins mit anderer Einstellung beginnen als bei der Niederlage am Freitag

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

OTTAWA - Möglicherweise war es die Trägheit, die einem nach einem großen Sieg oft befällt, oder vielleicht die Angst vor der eigenen Courage. Was auch immer der Grund gewesen sein mag: Die Ottawa Senators marschierten am Freitagabend seltsam uninspiriert aus den Katakomben des Canadien Tire Center aufs Eis. Prompt handelten sie sich eine 2:3-Heimniederlage gegen die Pittsburgh Penguins ein. Statt dem amtierenden Stanley-Cup-Champion im Eastern-Conference-Finale mit zwei Siegen Vorsprung zu enteilen, mussten sie in der Best-of-Seven-Serie den Ausgleich hinnehmen. Beide Teams haben nun jeweils zwei Begegnungen für sich entschieden. Am Sonntag kommt es in der PPG Paints Arena in Pittsburgh zum fünften Duell.

Nennenswerte Änderungen bei den Senators sind dabei nicht zu erwarten, wie Coach Guy Boucher am Samstag in Vorbereitung auf Spiel 5 durchblicken ließ. "Ich denke nicht, dass Umstellungen notwendig sind. Es sei denn, die Gespräch morgen mit den Jungs ergeben etwas Unvorhergesehenes", sagte er. Die Niederlage vom Freitag hat Boucher abgehakt. "Wenn man die vier Spiele unserer Serie anschaut, muss man klar feststellen, dass die Penguins ihre zwei Erfolge verdient hatten und wir die unsrigen. Glück war bisher bei keiner Partie ein entscheidender Faktor", meinte der Trainer.

Nicht zufrieden war er mit den Offensivaktionen seiner Mannschaft am Freitag. "Wir haben die Scheibe nicht so gut kontrolliert wie in den Spielen zuvor und uns schwergetan, in die Zone der Penguins einzudringen. Das lag natürlich auch daran, dass sie uns enorm unter Druck gesetzt haben. Wir haben diese Situationen jedoch insgesamt nicht clever gelöst", analysierte Boucher. Vor allem die ersten beiden Abschnitte seien nicht so verlaufen, wie er sich das gewünscht hätte. Die Leistung seiner Schützlinge im letzten Drittel versah er dagegen mit dem Prädikat sehr gut. "Wenn du gegen diesen Kontrahenten ein Spiel gewinnen willst, brauchst du aber 60 starke Minuten", resümierte der Coach.

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Enorme Probleme bereitet den Senators seit geraumer Zeit das Powerplay. Seit mittlerweile neun Begegnungen hat das Team in Überzahl kein Tor mehr erzielt. 25 Versuche in diesem Zeitraum blieben erfolglos. Der letzte Treffer bei numerischer Überlegenheit gelang Ottawa in der zweiten Runde gegen die New York Rangers.

Obwohl Boucher mehrfach betonte, dass ihn diese trostlose Bilanz nicht über Gebühr beunruhige, hält er eine Trendwende für wünschenswert. "Wir brauchen definitiv in dieser Serie wieder eines dieser Spiele, in dem unser Powerplay den entscheidenden Unterschied ausmacht. Das hatten wir sowohl in der ersten als auch der zweiten Runde."

Der Coach hofft nach der Niederlage vom Freitag auf die Selbstheilungskräfte innerhalb der Mannschaft. In dieser Phase der Saison die Missstände durch intensiveres Training beseitigen zu wollen, hat seiner Ansicht nach keinen Effekt. "Die Jungs haben genug geübt und gespielt. Wenn man jetzt auf Eis geht und ein paar Pässe spielt, geht es in erster Linie darum, den Kopf frei zu bekommen."

Die Aussagen von Jean-Gabriel Pageau deuten darauf hin, dass auch die Mannschaft das verlorene Match weggesteckt hat. "Wir fahren mit erhobenem Haupt nach Pittsburgh und werden alles versuchen, um dort zu gewinnen. Das wird sicher keine leichte Aufgabe. Aber einmal ist uns das ja schon gelungen. Auf alle Fälle müssen wir diesmal von Anfang an konzentriert zu Werke gehen", sagte der Angreifer. Pageau ist mit acht Treffern der erfolgreichste Torschütze der Senators in den laufenden Playoffs.

Verteidiger Dion Phaneuf äußerte sich ebenfalls optimistisch. "Es war von vornherein klar, dass es eine harte Serie werden wird. Jetzt steigen wir in den Flieger nach Pittsburgh und liefern dort ein besseres Spiel als am Freitag ab", meinte er. Sein Job wird sein, die Kreise von Pittsburghs Superstar Sidney Crosby entscheidend zu stören. Phaneuf erwartet ein kampfbetontes und emotionales Match in Pittsburgh. Und wie alle seine Teamkameraden möchte er das mit einer anderen Körpersprache beginnen als zuletzt im Canadien Tire Center.

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