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Senators stehen vor wegweisender Partie

Nach Debakel am Dienstag muss Headcoach Guy Boucher die richtigen Stellschrauben finden

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

NEW YORK -- Einen derartigen Rückschlag hatten die Ottawa Senators in ihren kühnsten Träumen nicht erwartet. In Spiel 3 der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs gegen die New York Rangers am Dienstagabend im Madison Square Garden, wurden sie regelrecht überrannt.

Die Welt wurde Kopf gestellt. Noch wenige Stunden zuvor lag das Team aus der kanadischen Hauptstadt in der Serie mit 2-0 vorne und hielt die Zügel sicher in den Händen.

Mats Zuccarello, Michael Grabner, Rick Nash und Oscar Lindberg schossen die Rangers ins Glück und die Senators in eine Art Schockzustand.

"Sie waren flott, sie waren schnell und wir hinkten hinterher, in allem", zog Senators Headcoach Guy Boucher Bilanz. "Wir waren langsamer im Denken, in der Ausführung und im Physischen. Wir haben einen Schlag ins Gesicht kassiert und jetzt müssen wir die Sache wieder zum Laufen bringen."

Video: OTT@NYR, Sp3: Nash schließt 2-gegen-1 Konter ab

Viel weniger Zeit haben die Senators nun, ihre "Sache wieder zum Laufen zu bringen", als zuvor New York. Nach Spiel 2 war die Stimmung im Lager der Rangers auf dem Tiefpunkt. Am 29. April verspielten sie im Canadien Tire Center im Schlussdrittel eine Zweitoreführung. Über weite Strecken dominierten die Rangers und doch mussten sie sich nach 2:54 Minuten in der zweiten Overtime mit 6-5 geschlagen geben.

"Kopf freikriegen" skandierten die Rangersakteuere einstimmig. Die Zweitagepause bis zum dritten Spiel kam dafür wie gerufen. Wie ausgewechselt agierten die Rangers am Dienstag. Die Senators hingegen schienen ihren Rhythmus verloren zu haben.

"Es war keine besonders tolle Vorstellung von unserem Team", resümierte Ottawas Offensivverteidiger Erik Karlsson. "Wir haben keinen Weg gefunden, so zu spielen, wie wir es eigentlich vorhatten und sie haben die Dinger reingemacht, als sie die Chancen dazu hatten. Wir gaben ihnen etwas zu viel Platz und sie haben sich richtig gut gefühlt."

Doch so sehr sich die Senators nun auch auf die Fehlersuche begeben werden, eigentlich wussten sie schon vor der Partie, was auf sie zukommen wird.

"Sie waren schon vorher Zuhause besonders stark und wir haben sogar kurz vor dem Spiel noch darüber gesprochen, dass sie vor heimischer Kulisse einen gewaltigen Satz machen werden", erklärte Center Kyle Turris. "Wir wollten nicht einfach nur dem Sturm trotzen, wir wollten ihm etwas entgegensetzen, aber damit sind wir ziemlich gescheitert und das ist keine Entschuldigung.

Nun muss Boucher sein Team wieder auf den richtigen Pfad bringen, denn das Debakel soll sich auf keinen Fall wiederholen. Doch dies könnte für ihn eine knifflige Aufgabe werden. Mit Zack Smith und Bobby Ryan verlor er am Dienstag zwei wertvolle Stürmer.

Center Smith verschwand nach 9:27 Minuten in der Kabine. Bei 1:50 Minuten Eiszeit musste er harte Hits von Tanner Glass und JT Miller einstecken. In 74 Hauptrundenspielen für die Senators erzielte Smith 16 Tore und bereitete 16 weitere vor. In den diesjährigen Stanley Cup Playoffs konnte er bislang einen Assist verbuchen.

Mindestens genauso schmerzhaft trifft die Senators der Ausfall von Bobby Ryan. Der erfahrene Flügelstürmer humpelte nach 7:23 Minuten vom Eis. Eine knappe Minute vorher wurde er von einem Karlssonschuss getroffen.

Der 30-jährige Ryan erzielte in 62 Spielen 2016-17 13 Tore und zwölf Assists und war der vierterfolgreichste Scorer seines Teams. In den Playoffs drehte Ryan richtig auf. In neun Spielen sammelte er bislang vier Tore und vier Assists.

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1:11 Minuten vor dem Ende des zweiten Spielabschnitts legte Ryan das einzige Senatorstor des Abends auf. Mit einem sehenswerten Rückhandpass bediente er Sturmkollege Jean-Gabriel Pageau.

"Wir werden die Verletzungen verfolgen", sagte Boucher. "Aber wir haben die ganze Saison lang mit Verletzungssorgen gekämpft und haben die gleichen Ergebnisse erzielt. Wir müssen damit umgehen."

Unabhängig davon, welche Aufstellung Boucher am Donnerstagabend ins Rennen schicken wird, darf man gespannt sein, ob er an den richtigen Stellschrauben drehen kann. Spiel 4 um 7:30 p.m. ET im Madison Square Garden wird ohne Zweifel ein Wegweisendes sein.

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