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Sechs Kandidaten mit Aussichten auf die HoF

von Dan Rosen / NHL.com

Die Hockey Hall of Fame erwartet einige neue Würdenträger nachdem das 18-Mann starke Wahlkommitee am Montag in Toronto zusammentritt. Es wird erwartet, dass die Hall of Fame am Montag um 15:30 Uhr Ortszeit ihre Entscheidung bekannt gibt.

In diesem Jahr gibt es keine neuen Kandidaten, die für die Wahl in Frage kämen, dementsprechend bietet sich für Spieler, die in der Vergangenheit übergangen wurden, eine erneute Chance in die Hall of Fame berufen zu werden.

Hier sind sechs ehemalige NHL-Spieler, die es sich verdient haben in die Hall of Fame aufgenommen zu werden. Auf eine Entscheidung muss man bis Montag warten.

ERIC LINDROS

Pro: Er war Mitte der 90er Jahre einer der Topspieler in der Liga. Er stand 1993 im NHL All-Rookie Team in 1993 und gewann 1995 nach der verkürzten Saison 1994/95 mit 70 Scorerpunkten in 46 Spielen die Hart Trophy. In der Folgesaison stellte er mit 115 Punkten in 73 Partien seine Karrierebestleistung auf. Von 1992-99 brachte es Lindros auf 600 Punkte in 431 Spielen. In den Stanley Cup Playoffs kam er auf 56 Scorerpunkte in 48 Spielen und er verhalf 1997 den Flyers zum Einzug ins Cup-Finale, wo sie den Detroit Red Wings unterlagen. Lindros gewann mit Team Canada Gold bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City und 1991 bei der Junioren Weltmeisterschaft, als ihm 17 Zähler in sieben Spielen gelangen.

Contra: Aufgrund von Verletzungen war seine Karriere sehr kurz und er war, nachdem er sich durch einen Check von Hall of Fame Verteidiger Scott Stevens im Eastern Conference Finale 2000 eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, nicht mehr der Alte. Er bestritt aufgrund von Verletzungen und Lockouts nur 760 Spiele und gewann nie den Stanley Cup.

Karriere gesamt (Tore-Assists-Punkte, Spiele): 372-493-865, 760

Vergleichbare Spieler in der Hall: Pavel Bure, Cam Neely, Peter Forsberg

Seine Aussichten reinzukommen: Gut. Er sollte schon drin sein.

DAVE ANDREYCHUK

Pro: Andreychuk ist mit 1.639 Sechster bei den absolvierten Spielen, mit 640 Treffern 14. bei den Torschützen. Er führt die NHL mit 274 Powerplaytoren an. 1993/94 gelangen ihm 53 Tore für die Toronto Maple Leafs und zuvor hatte er zweimal bei den Buffalo Sabres die 40-Tore Marke geknackt. Als Kapitän der Tampa Bay Lightning verhalf er ihnen 2004 zum Gewinn des Stanley Cup. Im Alter von 40 Jahren gelangen ihm 2003/04 21 Treffer und in den Stanley Cup Playoffs 14 Scorerpunkte.

Contra: Andreychuk gilt als Compiler, als ein Spieler, der nur so gute Zahlen vorweist, da er so lange in der Liga gespielt hat (23 Saisons). Er hat nie einen individuellen Award gewonnen und wurde in den letzten elf Spielzeiten seiner Karriere nicht mehr ins All-Star Game berufen. Er gewann keinen internationalen Titel.

Karriere gesamt: 640-698-1.338, 1.639

Vergleichbare Spieler in der Hall: Dino Ciccarelli

Seine Aussichten reinzukommen: Grenzwertig. Aufgrund der Tore schon, doch fehlende persönliche Awards und keine internationalen Titel mindern seine Chancen.

CURTIS JOSEPH

Pro: Er ist mit 454 Siegen Viertbester hinter Martin Brodeur, Patrick Roy und Ed Belfour. Brodeur ist 2018 ein Kandidat für die Hall of Fame. Roy und Belfour sind bereits in der Hall. Joseph hat mehr Siege als die Hall of Famer Terry Sawchuk, Jacques Plante, Tony Esposito, Glenn Hall, Grant Fuhr und Dominik Hasek. Er bestritt sieben Spielzeiten mit mindestens 30 Siegen und gewann 63 von 133 Stanley Cup Playoff Partien. In drei Spielzeiten hintereinander brachte er es bei den Toronto Maple Leafs auf 30 oder mehr Siege und führte sie zweimal in das Eastern Conference Finale (1999, 2002).

Contra: Joseph hat weder den Stanley Cup gewonnen, noch ein Endspiel erreicht. Er gewann auch nie einen individuellen Award. Dreimal war er Finalist für die Vezina Trophy. Er gewann zwar bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City Gold, wurde aber nach der Auftaktniederlage gegen Schweden ersetzt.

Karriere gesamt: 943 Spiele, 454 Siege, 2,79 GAA, 90,6% Rettungsquote

Vergleichbare Spieler in der Hall: Ed Giacomin, Ed Belfour

Seine Aussichten reinzukommen: Grenzwertig. Die Anzahl der Siege passt zwar, doch es ist schwer für einen Torwart ohne Stanley Cup Gewinn in die Hall of Fame aufgenommen zu werden.

PAUL KARIYA

Pro: Er war ein Sieger, ein Scorer und ein mitreißender, unterhaltsamer, bewandter Spieler, der zu Beginn seiner Karriere mit Wayne Gretzky verglichen wurde. Kariya war 1993 der erste Neuling der den Hobey Baker Award als Topspieler der NCAA Hockey gewann. Er führte mit 100 Punkten in 39 Spielen die University of Maine zur nationalen Meisterschaft. Im gleichen Jahr gewann er mit Team Canada Gold bei der IIHF Juniorenweltmeisterschaft. 1995 war er Finalist für die Calder Trophy. Ihm gelangen 50 Tore und 108 Scorerpunkte in der Saison 1995/96, in der er zum ersten Mal mit der Lady Byng Trophy geehrt wurde. Er gewann sie erneut im Jahre 1997, als er auch ein Kandidat für die Hart Trophy war. Mit Team Canada gewann er Gold bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City und er verhalf den Mighty Ducks of Anaheim 2003 zum Einzug in das Stanley Cup Finale. Er erzielte 989 Punkte in 989 Spielen.

Contra: Kariyas Karriere war aufgrund von diverser Gehirnerschütterungen kurz. Ihm fehlen elf Spiele auf die 1.000er Marke. Er gewann nie den Stanley Cup.

Karriere gesamt: 402-587-989, 989

Vergleichbare Spieler in der Hall: Pavel Bure, Peter Forsberg, Cam Neely

Seine Aussichten reinzukommen: Sie stehen nicht schlecht, vor allem in einem Jahr, wo es keine eindeutigen Kandidaten gibt.

MARK RECCHI

Pro: Aufgrund seiner Werte stellt sich die Frage, warum er nicht schon vor zwei Jahren reingekommen ist? In den NHL Listen ist Recchi Vierter bei den Spielen (1.652), Zwölfter bei den Punkten (1.533), 15. bei den Assists (956), 20. bei den Toren (577), 17. bei den Powerplaytreffern (200) und sechster bei den Powerplaypunkten (569). Er gewann dreimal als Spieler den Stanley Cup (1991 mit den Pittsburgh Penguins, 2006 mit den Carolina Hurricanes und 2011 mit den Boston Bruins). Er wurde in den vergangenen zwei Jahren, in denen andere erstklassige Spieler zur Wahl standen, darunter 2014 Mike Modano, Rob Blake, Peter Forsberg und Dominik Hasek und im vergangenen Jahr Nicklas Lidstrom, Chris Pronger und Sergei Fedorov, übergangen. Auch Phil Housley durfte im vergangenen Jahr einziehen.

Contra: Recchi wurde nie als Elitespieler angesehen, obwohl ihm 1992/93 123 Punkte bei den Philadelphia Flyers und in der Folgesaison 107 Punkte gelungen waren. Er sammelte jahrelang Punkte, er war ein Siegertyp, aber er gewann nie einen individuellen Award. Als sein größtes Manko zählt, dass er so lange gespielt hat, man sollte es aber positiv auslegen.

Karriere gesamt: 577-956-1.533, 1.652

Vergleichbare Spieler in der Hall: Brendan Shanahan

Seine Aussichten reinzukommen: Gut. Er erfüllt alle Kriterien. Ein persönlicher Award fehlt ihm zwar, doch seine Statistiken sind überragend und Hall-würdig.

JEREMY ROENICK

Pro: Er schoss 513 Tore und ist einer von 43 Spielern in der NHL-Historie der die 500er Marke knacken konnte. Er ist 38. bei den erzielten Toren. Von den 37 Spielern die vor ihm stehen, befinden sich 27 in der Hall of Fame. Drei hiervon sind zukünftige Kandidaten (Jaromir Jagr, Teemu Selanne und Jarome Iginla) und zwei weitere sind hier aufgeführt (Andreychuk und Recchi). Roenick knackte in zwei Spielzeiten die 50 Tore Marke und kam in vier aufeinanderfolgenden Saisons auf 40 oder mehr Treffer (1990-94). Dreimal brachte er es auf mehr als 100 Punkte, zweimal auf 107. Er stand neunmal im Aufgebot eines NHL All-Star Game. Roenick war mit 16 Punkten in sieben Spielen Topscorer bei der Juniorenweltmeisterschaft 1989.

Contra: Roenick hat nie den Stanley Cup oder irgendeinen wichtigen individuellen Award gewonnen. Er schoss 30 Tore in drei seiner letzten 13 Spielzeiten.

Karriere gesamt: 513-703-1.216, 1.363

Vergleichbare Spieler in der Hall: Mats Sundin, Mike Modano

Seine Aussichten reinzukommen: Grenzwertig. Da er nie einen Stanley Cup oder individuellen Award gewinnen konnte, wird er wohl noch für längere Zeit darauf warten müssen.

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