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Drei Schweizer und ein Deutscher schaffen den Sprung

NHL-Draft 2017: Tobias Geisser, Gilles Senn und Leon Gawanke nach Nico Hischier ausgewählt

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Nach dem Coup mit Nico Hischier als Nummer-eins-Pick zum Auftakt ist es für das Eishockey aus dem deutschsprachigen Raum in den Runden 2 bis 7 beim NHL Draft 2017 am Samstag wesentlich beschaulicher zugegangen. Immerhin sind noch zwei weitere Schweizer und ein deutsches Nachwuchstalent von NHL-Klubs ausgewählt worden.

Gleich zu Beginn der Auftaktrunde des Drafts am Freitagabend hatten sich die New Jersey Devils für den 18 Jahr alten Schweizer Center Hischier entschieden. Tags darauf folgte ihm sein Landsmann Gilles Senn. Die Devils holten den 21-jährigen Torhüter des HC Davos in der fünften Runde an Gesamtposition 129. Bereits in der vierten Runde war für Tobias Geisser der Weg zu den Washington Capitals geebnet. Der Verteidiger aus der Schweiz war Gesamtpick Nummer 120. Bislang spielte der 18-Jährige beim Nachwuchs des EV Zug. Zu den Winnipeg Jets stieß der deutsche Defensivspieler Leon Gawanke. Die Franchise wählte ihn an Position 136 aus. Der ebenfalls 18-jährige Berliner lief die vergangene Saison für Cape Breton in der Quebec Major Junior Hockey League (QMJHL) auf.

Als erster Spieler der zweiten Runde wurde der Kanadier Conor Timmins von der Colorado Avalanche aufgerufen. Er kommt aus der Ontario Hockey League (OHL) von Sault Ste. Marie. Auf den nächsten Plätzen folgten seine Landsleute Kole Lind (jetzt Vancouver Canucks/vorher Kelowna - Western Hockey League), Nicolas Hague (Vegas Golden Knights/Mississauga - OHL) und Isaac Ratcliffe (Philadelphia Flyers/Guelph - OHL). Unter den Top 10 der zweiten Runde befinden sich insgesamt fünf Kanadier, drei Schweden, ein Finne und ein US-Amerikaner. Allesamt sind Verteidiger und Stürmer. Der einzige in der zweiten Runde gedraftete Goalie ist der Finne Ukko-Pekka Luukkonen. Er wechselt aus der höchsten Juniorenliga seines Heimatlandes zu den Buffalo Sabres.

Die Devils zeigten beim NHL Draft 2017 eine bemerkenswerte Vorliebe für Spieler, die nicht in Nordamerika geboren sind. Von den neun Talenten, die sie an beiden Tagen an Land zogen, stammen sechs nicht aus Kanada und den USA. Neben den Schweizern Hischier und Gilles sicherte sich das Team aus New Jersey noch die Dienste der Schweden Jesper Boqvist (Brynäs) und Fabian Zetterlund (Färjestad-Junioren), des Finnen Aarne Talvitie (Espoo-Junioren) und des Russen Nikita Popugaev (Prince George - WHL). Bei den vier zuletzt genannten Akteuren handelt es sich ausnahmslos um Angreifer.

Weitere vielversprechende Talente haben sich auch die Vegas Golden Knights am zweiten Tag des Drafts ausgesucht. Neben Verteidiger Hague fiel ihre Wahl in der zweiten Runde auf den dänischen Rechtsaußen Jonas Rondbjerg (Växjö-Junioren) und den amerikanischen Center Jake Leschyshyn (Regina - WHL), dessen Vater Curtis mit Colorado 1996 den Stanley Cup gewonnen hatte.

Zu ihnen gesellten sich in den nächsten Runden Goalie Maksim Zhukov (Green Bay - United States Hockey League), Center Lucas Elvenes (Rogle-Junioren, Schweden), Linksaußen Jonathan Dugan (Northwood School), Torhüter Jiri Patera (Cesce Budejovice) und Center Ben Jones (Niagara - OHL).

Damit haben die Verantwortlichen der neuen Franchise ihr erklärtes Ziel erreicht. Sie verfügen über ein ganzes Bündel an hochveranlagten Spielern, die alle die Qualität besitzen, in absehbarer Zeit den Durchbruch in der NHL zu schaffen.

Insgesamt 217 Nachwuchsleute aus 14 Ländern und 29 Ligen wählten die 31 Teams am Freitag und Samstag beim NHL Draft 2017 im United Center aus. Das Gros kam aus Kanada (77) und den USA (50). Die zahlenmäßig stärkste europäische Fraktion stellen die Schweden mit 27 Aktiven. Es folgten Finnland (23), Russland (18), Tschechien (9), Schweiz (3), Weißrussland, Dänemark, Slowakei (je 2), Deutschland, Norwegen, Frankreich und Slowenien (je 1).

Von den fünf Ligen mit den meisten gedraften Spielern stammen vier aus Kanada und den USA. In diese Phalanx einzudringen vermochte lediglich die schwedische Juniorenliga. Platz eins belegte die OHL mit 42 Akteuren, gefolgt von der WHL mit 33, der USHL mit 20, Schwedens Juniorenliga mit 17 und der QMJHL mit 14.

Beim Zuschauerinteresse erreichte der diesjährige NHL Draft einen neuen Rekordwert. 47.500 Besucher verfolgten das Spektakel an den beiden Tagen im United Center und in der Fan-Arena.

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