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Schweizer und Deutsche sind beim Draft dabei

von Bernd Roesch / NHL.com

Die NHL-Stars von morgen bekommen am Freitag den 24.6. und am Samstag den 25.6. beim NHL Draft 2016 im Niagara Center von Buffalo ihre Bühne. In aller Munde ist selbstverständlich der an Nummer 1 gesetzte Auston Matthews von den ZSC Lions. Der 18-jährige Center, der vergangene Saison in Zürich überzeugen konnte, dürfte wohl von den Toronto Maple Leafs, die in diesem Jahr das Erstzugsrecht besitzen, ausgewählt werden.

Neben dem US-Amerikaner Matthews spielten in der vergangenen Saison noch sechs weitere Junioren, die im Final Ranking des Central Scouting Services aufgeführt sind, bei Mannschaften aus der ersten oder zweiten Profiliga der Schweiz. Diese Nachwuchsspieler erhoffen sich, dass ihre Leistungen, dem einen oder anderen General Manager eines NHL-Teams, nicht verborgen geblieben sind.

Berechtigte Hoffnungen darf sich Matthews Teamkollege Pius Suter machen. Der 20-Jährige, der bis 2014/15 noch in der OHL bei Guelph Storm gespielt hatte und mit denen er 2013/14 die OHL Meisterschaft gewann, fand bei den letzten zwei Drafts keine Berücksichtigung. Er entwickelte sich bei den Zürichern unter der Leitung von Trainer Marc Crawford noch einmal enorm weiter. Seine Ausbeute von 14 Treffern und zehn Assists in 45 regulären Saisonspielen kann sich durchaus sehen lassen.

Er hat bewiesen, dass eine Körpergröße von 1,80m für einen jungen talentierten Eishockeyspieler keineswegs ein Manko sein muss. Er konnte auch physisch bei den Senioren mithalten und verfügt schon über internationale Erfahrung. In seiner noch jungen Eishockeykarriere machte er alle Schweizer Auswahlmannschaften, von der U-16 bis zur U-20, durch.

Auch wenn sich Suter in Zürich sehr wohlfühlt, Ende März hatte er seinen Vertrag bei den Lions bis zum Ende der Saison 2017/18 verlängert, dem Ruf in der NHL zu spielen, dürfte auch er nicht widerstehen können. In der Liste der internationalen Spieler ist der dynamische Center auf Platz 40 gelistet und damit durchaus ein Kandidat für die vierte, fünfte oder sechste Runde.

Die nächstbesten Schweizer im Ranking sind Linksaußen Marco Miranda (77.) vom GCK Zürich und Verteidiger Livio Stadler (78.) von den Zuger Junioren. Auch Verteidiger Roger Karrer (85.) von der Züricher Talentschmiede und der Genfer Linksaußen Damian Riat (84.) liegen noch unter den Top 100 vor Stürmer Raphael Prassl (107.), dem fünften Züricher im Bunde, und dem Davoser Verteidiger Simon Kindschi (109.).

Aus der Schweizer Juniorenliga komplettieren noch Kaj Suter (123.), Lee Roberts (125.), Colin Gerber (126.) und Dominik Volejnicek (133.) die Phalanx der aus der Schweiz stammenden Prospects.

Und wie sieht es bei den deutschen Nachwuchscracks aus? Bei den internationalen Spielern ist Tobias Eder mit Rang 49 am höchsten gelistet. Der aus Tegernsee stammende Stürmer stand vergangene Saison gleich für vier Vereinsmannschaften auf dem Eis. Die meisten Spiele bestritt er für den EC Bad Tölz in der Oberliga, wo ihm ihn 26 Saisonpartien neun Treffer und 13 Vorlagen gelangen.

In der zweiten Bundesliga kam er Ende Januar für den SC Riessersee zum Einsatz und erzielte auch postwendend einen Treffer. Auch die Junioren des EC Bad Tölz und die des EC Salzburg 2 konnten sich an den Diensten von Eder für zwei bzw. vier Spiele erfreuen.

Möglich ist das nur, weil er beim EHC München unter Vertrag steht und dort mit einer Förderlizenz ausgestattet ist. Bis in die NHL ist es für den 18-jährigen Center noch ein langer Weg, doch gedraftet zu werden ist schon einmal ein erster Schritt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich in den späteren Runden ein Team für den Allrounder interessiert.

Eders nächstes Ziel wird es sein, sich einen Stammplatz bei den Münchnern zu erkämpfen und in der DEL weiter auf sich aufmerksam zu machen, dann kann ihm auch der Sprung nach Übersee gelingen und er kann dabei etwas mehr Glück haben, als sein um zwei Jahre älterer Bruder Andreas, der in der Saison 2013/14 für die Vancouver Giants 19 Spiele in der WHL bestritten hatte.

Mit Verteidiger Lukas Kalble (143.) und Linksaußen Christoph Kiefersauer (144.) finden noch zwei weitere deutsche Nachwuchscracks im Ranking des CSS Erwähnung. Für beide Spieler ist aufgrund ihrer Platzierung die Wahrscheinlichkeit bereits in diesem Jahr gedraftet zu werden jedoch gering.

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