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Schweizer holen einen Punkt gegen Kanada

von Bernd Roesch / NHL.com

Nach der ganz bitteren 1-2 Niederlage gegen die Dänen ging es für die Schweizer Nationalmannschaft am Dienstagabend gegen den amtierenden U20-Weltmeister aus Kanada. Die Schweizer Junioren, die im bisherigen Turnierverlauf noch nicht überzeugen konnten und mit 0 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz standen, galten dabei als krasser Außenseiter.

Sich angesichts einer vermeintlichen Überlegenheit des Gegners zu verstecken macht wenig Sinn, zu versuchen, aufgrund einer vermeintlich spielerischen Überlegenheit der Kanadier, mit übertriebener Härte die Sache anzugehen ebenso wenig. Jede Partie beginnt mit 0-0, egal welches Team einem gegenübersteht, und jedes Spiel möchte man gewinnen auch wenn der Gegner übermächtig erscheint.

Dass die kanadische Auswahl zu bezwingen ist haben am vergangenen Samstag bereits die US-Amerikaner bei ihrem 4-2 Sieg gezeigt.

Die Eidgenossen konnten bei ihrem dritten Turnierauftritt auch wieder auf die Dienste von Verteidiger Fabian Heldner und Stürmer Calvin Thurkauf zurückgreifen. Beide waren für die Partie gegen Dänemark gesperrt gewesen. Wie gegen Dänemark stand Joren van Pottelberghe auch gegen die Kanadier im Tor.

Mehr Arbeit hatte aber zu Spielbeginn Pottelberghes Gegenüber Mackenzie Blackwood nachdem Brendan Perlini bereits nach 46 Sekunden auf der Strafbank Platz nehmen musste. Das Überzahlspiel der Eidgenossen ließ keine Wünsche offen und in der 3. Spielminute sorgte Damien Riat für das 1-0 der Junioren aus der Alpenrepublik. Wer nun glaubte, dass die Ahornblätter aufdrehen würden, sah sich getäuscht. John Fust hatte seine Mannschaft hervorragend eingestellt: Die Schweizer Junioren waren nicht nur ebenbürtig, sondern auch noch treffsicherer als ihr Gegner. Nach einer guten Viertelstunde sollte Dario Meyer sogar auf 2-0 erhöhen können. Bahnt sich hier in der Helsinki Ice Hall sogar eine Sensation an? Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, als nur noch 23 Sekunden auf der Uhr standen, sorgte Dylan Strome für das Anschlusstor der Kanadier.

Auch im Mittelabschnitt bot die Schweizer Junioren Nati den Kanadiern Paroli und kam zu eigenen Torabschlüssen.

Selbst von dem 2-2 Ausgleichstreffer, nach einer guten halben Stunde durch Joe Hicketts, ließ sie sich nicht aus dem Konzept bringen. Ein anschließendes 5 gegen 3 Überzahlspiel der kanadischen Auswahl überstanden sie schadlos und so ging es mit dem ausgeglichen Spielstand in die zweite Drittelpause.

Wer hätte vorab schon gedacht, dass es in dieser Begegnung zu einem spannenden Schlussdrittel kommen könnte?

Ausgeglichen gestaltete sich auch das dritte Drittel. Nach Torschüssen hatten die Schweizer bis zehn Minuten vor Spielende einen leichten Vorteil, und das obwohl sie einmal für zwei Minuten mit einem Mann weniger auf dem Eis standen. Die Schlussminuten gehörten mit 8-0 Torschüssen ganz klar den Kanadiern, die mächtig Druck auf das Gehäuse von van Pottelberghe ausübten.

Der Schweizer Schlussmann, der seit zwei Jahren bei Linköping HC in Schweden spielt, hielt dem Angriffswirbel stand und die Begegnung ging mit 2-2 Unentschieden in die 5-minütige Verlängerung und in das anschließende Penaltyschießen, das die Kanadier, aufgrund der verwandelten Versuche von Brayden Point und Matt Barzal, für sich entscheiden konnten.

Die Schweizer U20-Auswahl hat in dieser Partie gezeigt, dass sie in die Top-Division der IIHF gehört, benötigt nun aber in ihrem letzten Vorrundenspiel gegen die USA auf jeden Fall einen Sieg um sich noch für das Viertelfinale zu qualifizieren.

Weißrussland muss in die Relegation

Den slowakischen Junioren hatte Weißrussland vor zwei Tagen noch alles abverlangt indem sie zwei Drittel lang ein Unentschieden halten konnten, gegen ihren großen Nachbarn hatten sie nicht den Hauch einer Chance und unterlagen, in der Höhe schmeichelhaft, mit 1-4 Toren.

Die russische Auswahl war ihrem Gegner in allen Belangen überlegen. Taktisch, spielerisch und auch bei den Special Teams konnte Weißrussland dem Favoriten nicht das Wasser reichen. Der Sbornaja spielte auch in die Karten, dass sie sich bereits im ersten Drittel einen 3-0 Vorsprung herausschießen konnte. Maxim Lazarev nutzte gleich das erste und Alexander Polunin nach einer guten Viertelstunde das zweite Powerplay zu einem Torerfolg. Noch vor der Pause versetzte Vladislav Kaminev dem weißrussischen Team den dritten Schlag.

Im zweiten Drittel konnten die Weißrussen den Spielverlauf etwas ausgeglichener gestalten ohne sich dabei die ganz großen Torchancen herauszuarbeiten. Hoch anrechnen muss man ihnen, dass sie, gegen den nicht nur auf dem Papier überlegenen Gegner, nie aufsteckten.

Ihr Lohn hierfür war der 1-3 Anschlusstreffer durch Alexei Patsenkin in der 47. Spielminute. Bereits 87 Sekunden danach sorgte Polunin mit seinem zweiten Tor in dieser Partie dafür, dass gar nicht erst Hoffnung auf eine Spielwende bei den Weißrussen aufkommen konnte. Bereits morgen tritt Weißrussland gegen Tschechien an. Russland trifft an Silvester auf die slowakische Auswahl.

Weitere Ergebnisse vom Vortag:

Slowakei – Tschechien 0-2

Schweden – USA 1-0

Kanada – Dänemark 6-1

Russland – Finnland 6-4

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